Dienstag, 10. Mai 2011

West End Eurovision

Während ich mich in wenigen Minuten auf nach Düsseldorf mache - ja, ich fahre zum Songcontest - könnt ihr euch auf diesen mit "West End Eurovision" einstimmen. Ein Wettbewerb der West Ends Shows ganz im Zeichen des Eurovision Songcontest. Die Ensembles der Shows treten gegen einander an, singen Eurovision-Hits in neuen, musicalischen Versionen und bekommen 1-12 Punkte :) Highlights der letzten Jahre kann man sich online ansehen - viel Spaß dabei.

Leider kann ich nicht beim zweiten VBW-Haiti-Benefizkonzert dabei sein, aber man kann nicht alles haben :) Wer von euch dabei ist, dem wünsche ich viel Spaß. Ich finde es großartig, was Marjan Shaki und Lukas Perman auf die Beine stellen und welchen Einsatz und ehrliche Betroffenheit sie zeigen. Wer keine Karten mehr ergattern konnte und dennoch etwas Gutes tun möchte - sich und den Opfern, der kann auf ebay seltene Musical-Souvenirs ersteigern. Los geht's!!

WEST END EUROVISION:

- Legally Blonde: Flying the Flag
- Billy Elliot: Let It Swing
- Avenue Q: Better the Devil You Know
- Les Miserables: Puppet on a String
- und viele andere...

Freitag, 22. April 2011

Radio-Tipp: Apropos Musik - Filmmusical

Am 6. Mai widmet sich die Ö1 Sendung  "Apropos Musik" dem Thema "Filmmusical".

Gestaltung: Daniela Zimper, u.a. mit Ausschnitten aus Singin' in the Rain, Ein Amerikaner in Paris, The Sound of Music.

Ö1, 6.5.2011, 15:05-16 Uhr - Apropos Musik "Filmmusical"

Donnerstag, 21. April 2011

Jesus Christ Superstar - Ronacher

Eine Tradition. Kein Ostern ohne Jesus Christ Superstar. Für mich jedenfalls ist es nicht richtig Ostern, habe ich nicht einmal JCS gehört oder gesehen. Ich brauche es fast, um einen Moment inne zu halten und mich auf die Geschichte von Jesus zu besinnen.

Heute hat es mich also ins Ronacher gezogen, um die Geschichte in mich aufzunehmen und in mir "Ostern" werden zu lassen. Die konzertante Aufführung dieses Musicals ist mittlerweile auch Tradition der VBW, und zwar eine gute! Die Besetzung wechselt zwar von Jahr zu Jahr, aber ansonsten gibt es nicht viele Veränderungen.
Was gibt es also zu der diesjährigen Inszenierung (Dennis Kozeluh, Staging: Jerôme Knols) zu sagen? Ich kann gar nicht anders, als mit Drew Sarich zu beginnen. Lobeshymnen auf ihn singe ich nur allzu gerne und dieser Darsteller gibt mir auch immer einen Grund dafür. Seit ich ihn als Jesus Christ gesehen habe, gibt es keinen anderen mehr, der diese Rolle spielen kann. Er hat die Rolle so in sich, dass ich mir keinen anderen als Jesus vorstellen möchte. Sarich beherrscht seine Stimme - und was für eine! - wie kein anderer. Alle Töne sitzen, doch er geht noch darüber hinaus. Er füllt Jesus mit unzähligen Elementen aus und präsentiert ihn mit allen Facetten, die diesen Menschen ausmachen. Sarich ist Jesus Christ, ist Mensch mit Gefühlen. Zweifel, Ängsten, Wut, Gutmütigkeit, Liebe, Sanftheit, Aggression - alles ist da. Zum Greifen nah. Drew Sarich greift nahezu in unser Herz und berührt es direkt an der Stelle, wo wir am meisten wir sind - mit unseren Gefühlen, Zweifeln, Ängsten. Mir kommen bei "Gethsemane" immer die Tränen - es ist ein Song der mir die Luft wegschnürt. Obwohl ich kein großer Andrew Lloyd Webber Fan bin, beweist der Song immer wieder zu welchen Kompositionen Andrew Lloyd Webber fähig ist. Jesus Christ Superstar ist sein Meisterwerk. Finde ich.

Kommen wir nun zu Judas. Judas ist ein schwieriger Fall. Er ist ein komplizierter Charakter, doch vor allem ein Mensch, der enttäuscht wird. Judas ist ein guter Mensch, aber einer der nicht mehr weiter weiß, nicht mehr verstehen kann und die Grenze überschreitet, weil er glaubt richtig zu handeln. Er ist Spannung zwischen Gegensätzen, befindet sich dauernd im Zwiespalt - eine sehr herausfordernde Rolle, die viele Möglichkeiten offen lässt. Idealbesetzung der letzten Jahre war für mich klar Serkan Kaya. Kaya hat Judas genau "erwischt" und ihn nicht nur glaubwürdig, sondern auch sympathisch und ehrlich dargestellt. Dieses Jahr ist Mischa Mang Judas und tobt sich auf der Bühne aus. Leider etwas zu sehr. Er ist immer "slightly over the top" und beansprucht die Bühne zu sehr für sich. Seine tolle Rockstimme nützt er bis auf das Letzte aus, doch hätte er sie an manchen Stellen eher zurücknehmen sollen. Es war zu viel. Nicht immer war klar, wo er mit "Judas" hinwollte; zu wenig ausgearbeitet schien, was er hier performte. Wie es hätte sein können, konnte man nur kurz bei "Blood Money" erkennen.

Solide wie immer Caroline Vasicek, die "I Don't Know How To Love Him" immer zu seinem kleinen Erlebnis macht. Ihr Stimme ist so voll Liebe und hat einen wunderbar angenehmen Klang, dem man immer lauschen könnte. Schade, dass sie nicht auf der CD-Aufnahme von 2005 zu hören ist. Rob Fowler allerdings ist sowohl auf der CD, als auch jetzt wieder im Ronacher als Simon/ Annas zu hören. Fowler hat es einfach drauf. Auch er gibt alles und überzeugt einmal mehr mit Stimme, Charme und Gesamtperformance.

Überraschung: James Sbano als Herodes und Alexander Di Capri als Pilatus. Während Sbano sich in seiner Muttersprache einmal richtig austoben kann - wirkt gleich viel besser! - beginnt Di Capri zunächst schwach, gibt Pilatus dann aber ungeahnte Nuancen und blüht auf.
Enttäuschend: Norbert Kohler als Petrus. Langweilig und statisch. Schade.

Aus dem Ensemble sind vielleicht noch Gernot Romic und Robert D. Marx hervorzuheben, die mit einer großen Portion Spielfreude ihren Charakteren Leben einhaucht haben.

Dieses Jahr gut umgesetzt wurde auch die Bühnensituation mit dem Orchester on stage (Robert Hirner). Ein Kreuz zieht sich quer über die Bühne, ist immer präsent. Es lässt einen nicht los und zwingt dazu, das Ende im Gedächtnis zu behalten - man kann es aber auch so nicht vergessen. Schön auch die Idee mit dem "Feuer-Kreuz".

Zu bemängeln wären noch die öden Choreographien, die trotz des Platzmangels peppiger ausfallen hätten können. Da wäre noch mehr drinnen gewesen...
Und wie immer: Das Orchester top, aber zu laut. Mang, der eh schon viel schreit, musste noch einen drauf setzen - das war dann zu viel.

Achja, eine Anmerkung gäbe es da noch: Das Premierenpublikum war zwar sehr enthusiastisch, konnte es aber ab und zu gar nicht aushalten mit dem Applaus zu warten. Die Songs waren eindeutig noch nicht zu Ende und es wurde direkt hineingeklatscht, in die berührendstens Momente. Mit so etwas habe ich manchmal ein Problem, aber vielleicht geht das nur mir so...

Alles in allem ca. 90 min (ohne Pause) gute Unterhaltung mit einigen tollen Stimmen. Schon wegen Drew Sarich alleine zahlt es sich aus hinzugehen!

Jesus Christ Superstar (In Concert) ist noch an diesen Terminen zu sehen:

Freitag, 22. April 2011 um 19:30 Uhr
Samstag, 23. April 2011 um 19:30 Uhr
Sonntag, 24. April 2011 um 18:00 Uhr

Links:

- Tickets und Info
- Fotos

Mittwoch, 2. März 2011

Tanz der Vampire - Die Neuen

So, gestern habe ich also endlich Drew Sarich als Vampirgrafen gesehen und - wie angenommen - hat er mir unglaublich gut gefallen. Ich könnte mit Superlativen um mich werfen, unterlasse dies aber lieber - ihr könnt es euch vorstellen.

Drew Sarich wurde mit einer Stimme gesegnet, die man einfach nicht beschreiben kann. Sie trifft einfach direkt ins Herz und erfüllt mich immer ganz - sie ist ein kleines Wunder. Die Stimme ist es auch, die seinem Krolock die erhabene Präsenz gibt - im Gegensatz zu Thomas Borchert, der durch seine Statur schon eine natüliche Krolock-Präsenz hat, er braucht eigentlich nicht mehr viel zu machen. Aber Drew Sarich ist anders. Er ist ein anderer Krolock und was für einer. So sehr ich Borchert schätze, der Cast Wechsel war gut, denn er hat frischen Wind in das Musical gebracht.
Sarich legt seinen Krolock ganz anders an. Er bewegt sich wie irgendwie ein bisschen wie ein Panther und bekommt dadurch etwas Animalisches. Sarich spielt den Grafen ein wenig verrückt und mit einem leichten "Tick". Krolock wird unberechenbar und das verleiht ihm eine gruselige Aura, die einen nicht loslässt. Drew Sarich unterstützt dies mit vielen Gesten und einer ausgefeilten, sehr natürlichen Mimik. Alles an ihm ist Krolock, er lebt ihn auf der Bühne und das fesselt mich. Ein weiteres Plus sind seine stimmlichen Qualitäten, die er hier voll ausleben kann - besonders ist, dass er ziemlich viel variiert. Er singt die Patitur nicht herunter, sondern macht sie zu seiner eigenen. Die Variationen bringen neues Leben in die Show und verursachen bei mir Gänsehaut - ein tolles Gefühl. Natürlich auch bei "Unstillbare Gier" - die er energisch, sehr ehrlich, gefühlvoll, aber auch verzweifelt singt...unbeschreiblich gut.

Gestern habe ich außerdem das erste Mal den neuen "Fledermaus/Vampir-Flug" gesehen. Ob den die Show gebraucht hat ist fraglich, aber nett ist er allemal. Ein bisschen "Spiderman-Action" muss anscheinend heutzutage sein :)

Kommen wir noch kurz zum Rest der Besetzung...
Fernand Delosch als Chagal - eine Wohltat. Ich persönlich finde James Sbano lässt etwas nach, auch wenn er den Wirten sehr gut spielt, man versteht kein Wort. Delosch kann mit Sbano locker mithalten, er ist nicht so eingerostet und bringt frischen Wind.
Melanie Ortner gefällt mir als Magda sehr gut. Marjan Shaki und Lukas Perman werden immer besser. Vor allem Shaki gibt ihrer Rolle noch neue Dimensionen. Ich bewundere es sehr, wenn man eine Rolle so lange gespielt hat, jeden Abend - und trotzdem nicht an Qualität verliert, sondern seine Leistung noch einmal steigert. Man geht wahrscheinlich noch tiefer in den Charakter hinein, um sein Spiel noch zu verfeinern, doch die Gefahr nachzulassen besteht immer. Bei Perman und Shaki, sowie auch Katharina Dorian, Marc Liebisch und Thomas Weissengruber ist das nicht der Fall. Gernot Kranner jedoch spielt zwar den Professor wie eh und je, kann aber in puncto Ausdruck nicht mehr ganz überzeugen. Würde ich den Text nicht kennen, ich wüsste manchmal nicht, von was er denn singt. Ich finde das etwas schade, denn gerade auch die Lyrics sind oft sehr lustig.
Zum Schluss gibt es noch zu sagen...das Carpe Noctem Solo ist zwar gestern etwas besser gewesen als sonst, aber trotzdem immer noch katastrophal - den Sängern geht immer die Luft aus, sie stützen nicht und ihre Töne klingen schief und irgendwie abgewürgt. Ein kleines Trauerspiel, das Gänsehaut aus dem falschen Grund erzeugt. Schade, das muss eigentlich nicht sein.

LINKS:

- Making Of Fledermaus-Vampir-Flug Video
- Drew Sarich - Die unstillbare Gier
- Drew Sarich bei den Proben zu Tanz der Vampire

*Image via
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