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Dienstag, 22. Oktober 2013

London Diaries: Pasek & Paul LIVE at the Hippodrome

Pasek & Paul LIVE? Kurz: Eines der besten Musical-Konzerte, die ich je erlebt habe. Das NYer Songschreiber-Duo, das letztes Jahr für seine erste Broadway Show „A Christmas Story“ für seinen ersten Tony nominiert wurde, ist momentan auf Europa-Tournee. Oslo, Paris, London,…und WIEN! Als ich erfahren habe, dass die beiden in meine Heimatstadt kommen und ich nicht da bin, habe ich mich unglaublich geärgert. Da muss man erst einmal wegziehen, bevor sich musical-mäßig so richtig etwas tut. Das Glück war allerdings dann doch auf meiner Seite und ich konnte Benj Pasek und Justin Paul gestern live im Hippodrome Casino erleben.

Ja, es ist „ERLEBEN“. Die beiden kommen auf die Bühne und die Verbindung zum Publikum ist sofort da. Sie lassen sie keinen Augenblick los, sondern kommunizieren mit Energie, Leidenschaft und einer enormen Portion Talent. Sie präsentieren ihre Songs mit so viel Hingabe und Emotion, dass es einen nicht mehr loslässt. Es fesselt und berührt. Wenn Benj Pasek sich in sein Solo hineinkniet (u.a. "Along the way" aus "Edges"), dass es kein Morgen gibt, aber es gleichzeitig so „klein“ daherkommt, weil es dem Gefühl des Songs entspricht, dann ist das ebenso besonders, wie wenn Justin Paul mit einstimmt, um gemeinsam als Heuschrecke und Marienkäfer (aus dem Musical „James and the Giant Peach“) über Verlust und Trauer zu singen oder über die Hoffnung, die einen weitertreiben lässt, auf dem Fluss des Lebens. Es sind Songs, die auf allen Ebenen funktionieren. So fein gesponnen, Musik und Lyrics wunderbar ineinander gewoben. Und was für Texte. Witzig, gefühlvoll, genial! Das kann man nicht beschreiben, das muss man hören.

Special Guests waren an diesem gestrigen Abend Oliver Tompsett, der mit „Do you remember?“ als Peter Pan den ganzen Saal in seinen Bann gezogen hat, aus Paris kam X-Factor-Teilnehmerin und Musicaldarstellerin Sarah Manesse, die gemeinsam mit Benj Pasek „First Date/Last Night“ aus dem Off-Broadway Musical „Dogfight“ performt hat (ein tolles Duett) und Lauren Varnham, die „Perfect“ aus „Edges“ zum Besten gegeben hat. Tja, und dann war da noch Willemijn Verkaik. Was gibt es da zu sagen. Sie wird zu Recht als Darstellerin um die Welt gereicht, von einer „Wicked“-Produktion zur nächsten (bald im West End). Wie sie sich innerhalb weniger Momente in die Situation des Charakters versetzt und so tief in sich hineingräbt, um von dort alles Notwenige für diesen einen Song herauszuholen, ist unglaublich. Vor allem „Pretty Funny“ (Dogfight) ist dadurch nahe gegangen als würde man sich selbst in der Situation befinden, Tränen inklusive. Auch „Caught in the Storm“ aus der Musical-TV-Serie „Smash“, für deren 2. Staffel Pasek & Paul ein paar Songs geschrieben haben, hatte es in sich. Verkaik war es auch, die das Konzert beschließen durfte, mit Publikum als Background-Chor. „Ready to be loved“ war ein wunderbarer Abschluss dieses fantastischen Konzertes. Doch meine Worte reichen nicht aus, um all das zu beschreiben, also:

1. Resttickets für das Pasek & Paul Konzert in Wien ergattern! Die neue Initiative zur Förderung des „Off“-Musicals in Österreich "OFFstage" hat dieses Konzert möglich gemacht. Großartig.

2. Einfach selbst hineinhören und -schauen. Und zwar u.a. hier.

Ein kurzes Gespräch nach dem Konzert hat es bestätigt: Die beiden sind ebenso sympathisch wie sie auf der Bühne wirken. Ihre Offenheit, ihre Freundlichkeit und auch ihre Dankbarkeit sind nicht nur in den Anekdoten während des Konzertes spürbar, sondern auch im persönlichen Kontakt. Sie begrüßen einen als würde man sich schon ewig kennen, bedanken sich fürs Kommen und entlassen einen mit einer Umarmung oder einem „High Five“. Lustige, überaus nette Zeitgenossen, diese beiden. Pasek & Paul – wer das Wien-Konzert verpasst ist selbst schuld!!

LINKS:

- Tickets für das Wien Konzert auf der Probebühne im Ronacher am 28. Oktober, HIER
- OFFstage Intitiative
- Pasek and Paul Homepage
- Highlights auf YouTube

Montag, 21. Oktober 2013

London Diaries: The Light Princess – National Theatre


Das National Theatre macht in den letzten Wochen viel von sich reden. Es feiert nicht nur sein 50-jähriges Bestehen mit einer Menge an Veranstaltungen – spannenden Theatre Talks oder Gesprächsrunden über die Zukunft des Theaters -, sondern hat auch dieser Tage einen neuen Künstlerischen Leiter ernannt, Rufus Norris. Wenn das nicht schon genug News wäre, feierte das Theater kürzlich auch die Premiere eines neuen Musicals. Sechs Jahre Arbeit des Creative Teams stecken in „The Light Princess“. Eine Märchenadaption von Samuel Adamson mit Musik von Tori Amos. Die Plakate hängen in der ganzen Stadt, die schwebende Prinzessin leuchtet einem immer wieder direkt ins Auge. Das Grafikdesign ist so bezaubernd, dass es mich förmlich ins Theater gezogen hat. Und beim Design (Rae Smith) bleibt es auch beim Musical.
Wenn man beeindruckendes Design-Spektakel, verzaubernde Bühnenbilder, Puppenspieldetails und wundersame Umsetzung von magischen Effekten sehen möchte, dann ist man an der richtigen Adresse. Erwartet man jedoch ein Musical mit Geschichte und Musik, die bewegen, unterhalten oder zumindest irgendwie tangieren, wird man höchstwahrscheinlich enttäuscht werden. Meine Erwartungen waren ziemlich neutral. Vorab habe ich Negatives und Positives gehört und gelesen und als Zuhörerin eines Theatre Talks mit Regisseurin Marianne Elliott (War Horse, The Curious Incident of the Dog in the Night-Time) erfahren, dass die Produktion jene in ihrer Karriere ist, auf die sie am meisten stolz ist. Letzteres große Worte, die meine Neugierde noch verstärkt haben.

Ein Musical muss nicht unbedingt „hummable“ sein, es muss keine Ohrwürmer enthalten, aber die Musik muss zumindest irgendeinen Reiz haben. Tori Amos, so leid es mir tut, hat in „The Light Princess“ leider grundliegend versagt. Da ist nicht viel da, nach einer gewissen Zeit hört sich alles gleich an, die Musik klingt bald nur noch langweilig. Dialogpassagen gibt es kaum, das Stück ist fast ganz „sung-through“, wogegen eigentlich nichts einzuwenden wäre, wenn eben alles andere stimmen würde. Die Songs bringen die dramatische Handlung, sofern es überhaupt eine gibt, nicht weiter und haben auch sonst nichts zu sagen. Das Buch von Samuel Adamson, der das schottische Märchen von George MacDonald für die Bühne adaptiert hat, stellt sich ebenso ungeschickt an. Sechs Jahre wurde an diesem Stück gearbeitet? Kaum vorstellbar. Die dürftige Story lässt sich in weniger als fünf Minuten erzählen: Die „leichte“ Prinzessin Althea hat sich nach dem Tod ihrer Mutter dafür entschieden, einfach für immer durch den Raum zu schweben und sich weder von Tränen noch von irgendeiner anderen Form von Trauer davon abhalten zu lassen. Die Verdrängung lässt sie schweben. Sie trifft auf den Prinzen des verfeindeten Nachbarlandes, Digby, und beide verlieben sich.  Sie wird schwanger und am Ende wird alles gut und die Familien versöhnen sich. Dazwischen gibt es noch eine nette Hofdame und einen komischen Vogel, sowie den Bruder des Prinzen und die beiden Könige. Das Konfliktpotential und damit die Dramatik streben gegen Null. Langeweile. Wirklich sympathisch ist die Prinzessin einen nämlich auch nicht. Sie nervt mit ihrem „Herumgeschwebe“, ihrer Ignoranz. Natürlich kann man sich jetzt in die Tiefe stürzten und irgendwo einen Sinn des Ganzen suchen, aber warum? Vielleicht gibt es auch keinen. Enttäuschend und schade um das viele Geld, das in diese Produktion geflossen ist. Denn auch die Schauspieler haben absolut keine Möglichkeit irgendwie zu berühren, da springt leider kein Funke über. Die Musik wirkt in manchen Momenten einfach nur störend und nimmt potentielle Momente der „Verbindung“ zum Publikum einfach weg. Ja, sie beraubt anstatt genau diese „Verbindung“ auf musikalischer Ebene herzustellen oder zu verstärken. Beim Verlassen des Theatersaales dreht sich mein Sitznachbar zu mir um und meint: „Clever!?“. Clever, aber nur was das Design und die Umsetzung der „Special Effects“ betrifft…

Sonntag, 16. Dezember 2012

Onesie Time - Der Song zum 3. Advent

...wieder ein West-End-Christmas-Charity-Song...was für ein Ohrwurm...und was für Stimmen! Dass es dabei um Strampelanzüge ("Onesies") geht ist eigentlich Nebensache - doch: der Text ist lustig und die Melodie catchy (Music &Lyrics: Tim Driesen & David Ribi)...wer den guten Zweck ("Make A Difference") unterstützen möchte, der kann sich die Single bei iTunes herunterladen.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Rockin' Around The Christmas Tree - Der Song zum 2. Advent

Als Charity Projekt für die Obdachlosen-Organisation Centrepoint hat die London Cast von "Shrek - The Musical" ihre eigene Version des Klassikers "Rockin' Around The Christmas Tree" eingespielt, samt lustigem Video - siehe hier:

Schönen 2. Adventsonntag!

Dienstag, 17. April 2012

Minchintastic!

Tim Minchin. Who's that guy? Spätestens jetzt nach sieben Olivier Awards für Matilda The Musical, für das Minchin die Musik geschrieben hat, ist sein Name auch in der Musicalwelt in aller Munde. Doch eigentlich ist Tim Minchin durch seine musical comedy bekannt geworden. Am Klavier, selbstgeschriebene Lieder, lustige Texte. Sarkastisch, ironisch und mutig. Ein "Ginger" mit sympathischer Ausstrahlung und einer tollen Stimme. Das australische Multitalent kennt keine Grenzen des Humors und füllt im englischsprachigen Raum die Arenen der Unterhaltung. So, who's that guy? Erklärung unmöglich. See for yourself!

Meine Favoriten:
- Inflatable You
- Rock'n'Roll Nerd
- Woody Allen Jesus
- The Good Book
- Happy Little Africans
- Some people have it worse
- Canvas Bags

LINKS:
- Tim Minchin
- Tim Minchin youtube channel

Sonntag, 15. April 2012

Reminder: Olivier Awards

Für alle Interessierten:

Heute werden die Laurence Olivier Awards verliehen und im Livestream ab 18:30 übertragen - ganz vorne bei den Nominierungen mit dabei ist Matilda The Musical (nominiert in 10 Kategorien). Lassen wir uns überraschen!

LINKS:

- Die Nominierten 2012
- Laurence Olivier Awards

Dienstag, 10. Mai 2011

West End Eurovision

Während ich mich in wenigen Minuten auf nach Düsseldorf mache - ja, ich fahre zum Songcontest - könnt ihr euch auf diesen mit "West End Eurovision" einstimmen. Ein Wettbewerb der West Ends Shows ganz im Zeichen des Eurovision Songcontest. Die Ensembles der Shows treten gegen einander an, singen Eurovision-Hits in neuen, musicalischen Versionen und bekommen 1-12 Punkte :) Highlights der letzten Jahre kann man sich online ansehen - viel Spaß dabei.

Leider kann ich nicht beim zweiten VBW-Haiti-Benefizkonzert dabei sein, aber man kann nicht alles haben :) Wer von euch dabei ist, dem wünsche ich viel Spaß. Ich finde es großartig, was Marjan Shaki und Lukas Perman auf die Beine stellen und welchen Einsatz und ehrliche Betroffenheit sie zeigen. Wer keine Karten mehr ergattern konnte und dennoch etwas Gutes tun möchte - sich und den Opfern, der kann auf ebay seltene Musical-Souvenirs ersteigern. Los geht's!!

WEST END EUROVISION:

- Legally Blonde: Flying the Flag
- Billy Elliot: Let It Swing
- Avenue Q: Better the Devil You Know
- Les Miserables: Puppet on a String
- und viele andere...

Sonntag, 30. Januar 2011

"Here Right Now" - Der Song zum Sonntag

Ich LIEBE diesen Song. Jedes Mal wenn ich ihn höre geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich bin schon unendlich gespannt auf dieses Musical - vor allem weil die Musik so vielversprechend ist...

Dienstag, 7. Dezember 2010

Here Right Now: Erste Songs aus Ghost - The Musical

Erfolgreiche Filme für die Bühne zu adaptieren ist längst mehr als nur ein Trend. Besonders das Genre Musical muss dafür herhalten, denn es eignet sich einfach sehr gut dazu. In einigen Fällen brachte dieser Trend wunderbare Überraschungen, bei anderen wiederum hätte man lieber darauf verzichten sollen. Während „Flashdance“ schon nach nur drei Monaten im West End wieder schließen muss (Derniere am 15. Jänner 2011), stecken u.a. schon „Shrek - The Musical“ und „Ghost – The Musical“ in den Startlöchern.

Ich bin ein absoluter Shrek-Fan, dazu stehe ich. Die schlechten Kritiken kann ich nicht verstehen, aber die Wahrnehmung des Theaterereignisses  ist ja immer subjektiv. Sehr gut kann man das z.B. auch in der neuen Ausgabe der Zeitschrift „musicals“ sehen. Während „Bloody Bloody Andrew Jackson“ in der Stückbesprechung verrissen wird, lesen wir ein paar Seiten vorher in den CD-Reviews fast eine Hymne an das neue Rockmusical. Ich liebe die Songs aus „Shrek“, bin hingerissen von der Umsetzung der Filmfiguren im Theater - die Show ist einfach ein Erlebnis und für mich ist klar, dass ich unbedingt nach London muss, um sie noch einmal zu sehen.

Von „Ghost – The Musical“ ist bis jetzt noch nicht viel durchgesickert, doch langsam beginnen die Informationen zu tröpfeln und immer mehr Details werden bekannt. Beginn des tryouts in Manchester ist ja bereits Ende März. Man darf gespannt sein…

Jetzt sind erste Songs auf der Website erschienen und geben einen ersten Eindruck. Einen sehr, sehr guten Eindruck. Die Musik ist fesselnd und bleibt einem schon nach dem ersten Mal hören im Ohr. Mir gefällt's!

Music & Lyrics:  Dave Stewart and Glen Ballard
Book & Lyrics: Bruce Joel Rubin

Besonders „Here Right Now“ hat es mir angetan, aber auch die anderen Songs klingen einfach toll! HIER könnt ihr selbst mal reinhören...

Die Kanadierin Caissie Levy, die zuletzt als Sheila in HAIR im West End auf der Bühne stand, wird die Rolle der Molly (im Film: Demi Moore) übernehmen. Als Sam – und damit in die Fußstapfen von Patrick Swayze - tretend wird Sam Wheat zu sehen sein. Das Medium Oda Mae Brown wird von Sharon D. Clarke gespielt. Regie führt Matthew Warchus, der zuletzt für Yasmina Rezas „Gott des Gemetzels“ („God of Carnage“) mit einem Tony geehrt wurde.
Die offizielle Opening Night im Londoner West End ist für den 19. Juli 2011 angesetzt.

LINKS:
*Image via

Montag, 20. September 2010

(So) Jest End

"So Jest End" oder auch nur "Jest End" ist eine Show nach dem Forbidden Broadway-Format. 2008 und 2009 ist sie ganz erfolgreich im West End gelaufen und bot dem Publikum einen lustigen Überblick über die aktuellen Produktionen und die Situation der Londoner Theaterlandschaft. Geschieben wurde die Show von Garry Lake, der auch die Regie übernahm.

Auf youtube gibt es noch einige Videos der Spoof-Show zu sehen und man glaubt es kaum, aber da erkennt man doch einige bekannte Gesichter, wie z.B.  Drew Sarich und Stuart Matthew Price.

Es lohnt sich ein wenig durch die Videolandschaft zu klicken und nach Jest End-Juwelen zu suchen, hier ein paar Vorschläge:

Drew Sarich @ Jest End

Stuart Matthew Price @ Jest End

LesMis Parodie

Little Mermaid Parodie

Billy Elliot Parodie


...weiterführende Links:

Sonntag, 19. September 2010

"Anything Worth Holding On To" - Der Song zum Sonntag

Der heutige Song ist eine Komposition des großartigen Scott Alan. "Anything Worth Holding On To" heißt der Song, der auf Alans neuem Album "What I Wanna Be When I Grow Up" zu hören sein wird. Es soll Ende des Jahres erscheinen. Nach "Still...Dreaming Wide Awake" und "Keys: The Music Of Scott Alan" ist dies bereits sein drittes Studioalbum.

Scott Alan, der kürzlich erst ein paar Auftritte in Australien absolviert hat, wird nächste Woche ein Konzert in London geben. "Simply the Music of Scott Alan" findet am 26. September im New Players Theatre statt. Mit dabei sind u.a. Willemijn Verkaik, Stuart Matthew Price, Norm Lewis, Patina Miller, Sierra Boggess und Shoshana Bean. Ich wünschte ich wäre dabei...

"Anything Worth Holding On To" - geschrieben und performt von Scott Alan:

Mittwoch, 8. September 2010

Legally Blonde - London Cast Recording

Legally Blonde ist ein Feel-Good-Musical mit viel Herz und Humor. Schon lange bevor ich die Show auch wirklich live sehen konnte (zum Review), habe ich mir die Original Broadway Cast Recording gerne angehört. Die Show hat viel Schwung und die Musik reißt einen mit und versetzt mich stets in gute Stimmung. Mittlerweile feiert das Musical schon auf der ganzen Welt Erfolge, so war es z.B. auf den Phillipinen zu sehen und ab November wird es auch das Pariser Publikum beglücken. Auch die Finnen werden Elle Woods ab Sommer 2011 auf ihrem Weg der Selbstfindung begleiten können.

Kürzlich ist eine neue Castaufnahme von Legally Blonde veröffentlicht worden, die Original London Cast Recording. Es handelt sich dabei um eine Live-Aufnahme vom 12. bis 14. Juni im Savoy Theatre in Londons West End - gerade noch bevor der erste Cast-Wechsel vollzogen wurde. Duncan James ist also noch auf der Aufnahme zu hören, ein Grund warum sich der Kauf lohnt.

Ist man Fan des Musicals, um die Malibu-Schönheit Elle, die sich für ihre vermeintlich große Liebe in eine Ivy League Universität kämpft und dabei zu sich selbst findet, so ist die West End CD ein empfehlenswerter Kauf. Doch kommt man, wenn man nicht gerade ein großer Liebhaber von Live-Aufnahmen ist, auch gut ohne ihr aus. Viele Unterschiede zur Broadway Cast Recording gibt es nicht. Eine andere Besetzung, das "live-Feeling" und ein paar Textstellen mehr - ansonsten beinhaltet die neue Castaufnahme ebenso 18 Tracks, ein umfassendes Booklet mit Lyrics und ein paar Bildchen. Allerdings ist das Feeling anders und deswegen bereue ich den Kauf nicht. Es ist live, das heißt es wirkt noch ein wenig schwungvoller und lockerer. Das Publikum lacht zwar ab und zu dazwischen, das stört aber weiter nicht, man kommt sich dann eben vor wie im Theater. Der Applaus wurde auf ein Minimum reduziert - danke! Warum Applausaufnahmen immer bis zum Äußersten ausgereizt werden ist mir sowieso ein Rätsel... Im Großen und Ganzen wirkt die neue Legally Blonde CD frisch, mitreißend und entführt den Hörer für 77 Minuten ins Savoy Theatre.

Sheridan Smith als Elle Woods ist im Vergleich zu Laura Bell Bundy eine ganz eigene Elle Woods. Ebenso charming, allerdings mit einer ganz anderen und sehr interessanten Stimmfarbe. Duncan James als Warner Huntington III ist eine Bereicherung für das Stück und übertrifft für mich Richard H. Blake deutlich. Auch Jill Halfpenny als Paulette und Alex Gaumond als Emmett enttäuschen nicht.

Auf dieser Aufnahme merkt man wie viel Spaß diese Show den Menschen macht. Besonders lustig sind auch die Reaktionen auf die Europäer-Witze bzw. die "Ireland"-Sequenzen des englischen Publikums.

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Donnerstag, 2. September 2010

"All Things In Time" - Stuart Matthew Price

Macht ein Musicaldarsteller ein Soloalbum so hat er mehrere Möglichkeiten. Er kann z.B. ein Album mit seinen größten Erfolgen, ein Unplugged Album, eines mit ganz neuen Arrangements oder eigenen Songs machen, oder er kann auch in eine ganz andere Richtung gehen und seine „andere“ musikalische Seite auf Publikumstauglichkeit testen.

Bei einem Soloalbum geht es größtenteils um Selbstverwirklichung - so sollte es zumindest sein, finde ich. Nur so kann sich die Persönlichkeit des Künstlers auch auf einer CD authentisch entfalten. Kommerz steht da oft im Weg, aber in den letzten Jahren haben sich einige Independent Labels gefunden, die wirklich hinter den Projekten der Darsteller stehen. Wichtig ist es, eine Entscheidung zu treffen, die sowohl Künstler als auch Publikum gefällt.

Stuart Matthew Price hat sich auf eine ganz eigene Reise gemacht. Er überrascht mit einer überzeugenden Idee und deren grandiosen Umsetzung. Sein Anliegen war es neue und eher unbekanntere Musical-Komponisten vorzustellen. Price bezeichnet „All Things In Time“ als „collection of songs by some of the best new writers of contemporary musical theatre“. Inspiriert von deren Material hat Price eine kleine Auswahl getroffen und ist ins Studio gegangen. Das Ergebnis sind 14 Titel, davon 9 Songs, die noch nie zuvor aufgenommen wurden, 11 Songs, bei denen Stuart Matthew Price von den Komponisten höchstpersönlich begleitet wurde und 3 Duette.

Jason Robert Brown (u.a. „The Last 5 Years“) ist neben Tom Kitt & Brian Yorkey (“Next to Normal”) und vielleicht auch noch Scott Alan wahrscheinlich der bekannteste Komponist auf dem Album. Für „All Things In Time“ hat er nicht nur den Titelsong beigesteuert, sondern auch ein kurzes Vorwort verfasst, in dem er das Kennenlernen und die Zusammenarbeit mit Price beschreibt. Brown im Vorwort: „People just don’t sing like Stuart does, and even great singers don’t manage to convey the emotional depth that Stuart effortlessly summons.“ Ein großes Lob. Wenn man Price live erlebt oder sogar nur auf Videos oder dieser Aufnahme sieht und hört, dann kann man nur zustimmen. Stuart Matthew Price gelingt es das Gefühl jedes einzelnen Songs auf den Hörer zu übertragen. Er scheint dies ohne große Anstrengung zu machen, er kann es einfach. Price gibt sich den Songs ganz hin und scheint darin aufzugehen. Es ist ein Verschmelzen. Zusätzlich verleiht er ihnen eine ganz individuelle Note, die das Transportieren der Emotionen erst ermöglicht.

„All Things In Time“ ist ein ruhiges Album. Balladen überwiegen, mit wenigen Ausnahmen (u.a. „I’m Alive“ aus Next to Normal“). Die Titel fügen sich gut zusammen und ergeben ein abgerundetes Ganzes. Es ist ein Album, das auch gut zur kommenden Jahreszeit passt. Herbstlich, melancholisch, nachdenklich und doch auch aufmunternd und Mut machend.

Jason Robert Brown schließt sein Vorwort u.a. mit den Worten „Stuart is a composer’s best friend“. Das mag wohl stimmen, denn mit diesem Album hat er Großartiges vollbracht. Price hat Songs aufgenommen, die ihm am Herzen liegen und gleichzeitig große, aber eher unbekannte Talente gewürdigt und mit ihnen zusammen ein kleines Juwel für Musicalfreunde geschaffen.

Track Listing:
1. The Old Red Hills Of Home (Jason Robert Brown)
2. The Touch Of Love (Dougal Irvine)
3. Goodnight Kiss (Laurence Mark Wythe)
4. Angels (Richard Taylor) - duet with Annalene Beechey
5. There's A World / I'm Alive (Tom Kitt & Brian Yorkey)
6. Greenwich Time (Sam Davis & Randy Buck)
7. Free (Scott Alan) - duet with. Louise Dearman
8. Sonnet XXIX (Georgia Stitt & William Shakespeare)
9. Hope Springs Eternal (Richard Beadle)
10. Run Away With Me (Brian Lowdermilk & Kait Kerrigan)
11. Wishing For The Normal (George Stiles & Anthony Drewe) - duet with Caissie Levy
12. Midnight Will Happen Without Us (Grant Olding)
13. All Things In Time (Jason Robert Brown)
Bonus Track: Autumn Days (Stuart Matthew Price)

"All Things In Time" von Stuart Matthew Price - SimG Records, 2010. Online erhätlich u.a. bei:
...ein paar interessante Links zum Thema:
P.S.: Der Song „Free“ von Scott Alan erinnert in manchen Passagen stark an Frank Wildhorns „Vetrau in uns“ aus Rudolf – oder kommt das nur mir so vor?

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Montag, 9. August 2010

Kerry Ellis - "Anthems"

Am 13. September erscheint das Debut-Album von Kerry Ellis, die im Moment noch in Oliver! als Nancy auf der Bühne des Theatre Royal Drury Lane steht. Produziert wurde das Album namens "Anthems" von keinem Geringeren als Brian May. Wie schon auf ihrer Single "Defying Gravity" gibt es Musicalisches in Rockversionen zu hören, aber auch Queen-Klassiker sind auf dem Album zu finden. Leider enthält "Anthems" nur 11 Tracks, ich bin mir aber sicher, dass sich die Investition trotzdem lohnt...

Die Tracklist:
1. Dangerland
2. Anthem
3. I Can't Be Your Friend (This Can't Be Over)
4. Defying Gravity
5. I'm Not That Girl
6. You Have To Be There
7. Love It When You Call
8. Save Me
9. Diamonds Are Forever
10. No-One But You (Only The Good Die Young)
11. I Loved A Butterfly

Hier ein kleiner Vorgeschmack:



Die CD kann man u.a. bei amazon, Dress Circle und soundofmusic vorbestellen.


Reise-Tipp: Bei meinem letzten London-Trip habe ich an einer Führung durch das Theatre Royal Drury Lane teilgenommen. Ich kann es jedem Theaterliebhaber nur empfehlen dort einmal vorbeizuschauen und sich durch die Geschichte des Theaters führen zu lassen. Es ist nicht nur sehr informativ, sondern auch wahnsinnig lustig und unterhaltsam gestaltet. Wenn man schon in der Nähe ist, dann sollte man anschließend auch der Primrose Bakery einen Besuch abstatten. Ein wahrer Geheimtipp!

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Dienstag, 20. Juli 2010

West End Adventures: LesMis & Hair

Von 7. bis 9. Juli ging es für mich nach London auf einen Musical-Kurztrip. Ein Jonas Brother in Les Miserables und die Original Broadway Cast von Hair im West End durfte ich mir nicht entgehen lassen…Hier ein paar Anmerkungen.

Les Misérables

Zugegeben ist LesMis ein Musical, an das ich mich erst langsam herantasten musste. Ich habe es zum ersten Mal am Broadway gesehen, später in Klagenfurt und jetzt im West End und langsam komme ich ihm näher. Die Musik, keine Frage, ist wunderschön. Allerdings habe ich oft meine Probleme mit durchkomponierten Musicals bzw. Musicals mit einer Tendenz dazu. Es fühlt sich meistens wie eine Laier an und man bekommt keine Pause. Genau das ist aber auch der Vorteil durchkomponierter Werke - man kann vielleicht eher in das Wesen der Geschichte einsteigen.
LesMis empfinde ich als unglaublich düster und bedrückend und genau das war mein anfängliches Problem. Es wurde eng in meinem Körper und ich wurde betrübt. Mit der Zeit allerdings hat das Musical für mich dazugewonnen. Jetzt, als ich LesMis im West End nach längerer Zeit wieder einmal gesehen habe, hatte ich plötzlich eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge und mein Blick reichte auch zu den heiteren Passagen und jenen Stellen, die das Grundwesen des Menschen betreffen und dessen Fragen an das Leben und an sich selbst. Wie großartig und zentral ist „Who Am I?“ und die Stelle als der Geistliche Jean Valjean zur Hilfe kommt? Oder die väterliche Liebe, die Valjean für Cosette aufbringt? Diese Themen und Passagen waren für mich bis jetzt zwar präsent, jedoch noch nie so klar und deutlich. So habe ich LesMis ins Herz geschlossen.

Im Nachhinein frage ich mich wie es überhaupt möglich war, dass ich als Zuschauer so tief in das Musical eintauchen konnte, wo doch massenhaft Teenies den Zuschauerraum bevölkerten und jedes Mal wenn Nick Jonas auf die Bühne kam, kaum an sich halten konnten. Ein Ensemblemitglied sah ihm so ähnlich, dass das Getuschel schon vor dem Auftritt von Marius (Nick Jonas) losging. Lästig, war aber zu erwarten. Gekreische gab es nicht nur beim Schlussapplaus und die Platzanweiser leisteten Schwerstarbeit. Im zweiten Akt bewachte die volle Mannschaft das Publikum, ermahnte und verbot Bildaufnahmen. Anstrengend. Auch für die restlichen Zuschauer. Aber sie hatten es gut im Griff und das junge Publikum (aus aller Welt – spanische Schulklasse inklusive) verhielt sich angemessener.
Nick Jonas hat seine Sache ganz gut gemacht. Er mag vielleicht noch etwas zu jung sein und bei Gott gibt es weit bessere Marius-Darsteller, aber der Kerl hat durchaus auch Musical-Potential – schließlich begann seine Karriere auch als kleiner Gavroche am Broadway und er durfte auch mit Reba McEntire in „Annie Get Your Gun“ auf der Bühne stehen. Überraschend war für mich, dass Nick Jonas auch schauspielerisch einiges gezeigt hat.
Beeindrucken konnte mich aber vor allem Norm Lewis als Javert. Er hat mich schon in „The Little Mermaid“ überzeugt und tatsächlich konnte dieser talentierte Darsteller in der Rolle des Javert noch einen Zahn zulegen und eine Glanzleistung abliefern. Kein Wunder, dass er im Oktober auch in der 25th Anniversary Konzertgala von LesMis zu sehen sein wird. Diese Stimme, dieser Ausdruck. Eine überaus beeindruckende Performance. Warum allerdings Nick Jonas die Ehre zu Teil wird den Part des Marius beim Jubiläum zu übernehmen ist mir etwas suspekt - aber da geht es nicht mehr um darstellerische und gesangliche Qualitäten, sondern um Promotion...Schade!
Hinweis & Tipp: Das sehr gelungene Soloalbum von Norm Lewis „This is the life“ ist u.a. via amazon und itunes erhältlich. Ich liebe seine Versionen von „Go the Distance“ und „We live on borrowed time“.

HAIR

Wie schon hier berichtet, war es mir ein großer Wunsch die Original Broadway Cast in der neuen Hair-Produktion zu sehen, die (nicht ganz so erfolgreich) ins West End transferiert wurde. Hochgelobt wurde nicht nur die Cast, sondern die gesamte Inszenierung und meine Neugierde wuchs von gelesener Rezension zu Rezension. Gavin Creel und Will Swenson wollte ich einfach nicht verpassen, doch leider ist mir entgangen, dass letzterer sein Engagement bereits Ende Mai beendet hatte. Ein wenig enttäuscht war ich schon, hatte aber eigentlich keinen Grund dazu, denn auch die neue Erstbesetzung – Steel Burkhardt – rockte das Haus.

Ich muss dazu sagen, dass ich keinerlei Vergleich habe. HAIR habe ich davor noch nie in einem Theater gesehen, aber die Musik kenne ich gut und mag sie auch sehr. Drew Sarich, Kyrre Kvam und das tolle Ensemble der Wiener Inszenierung von 2001 haben z.B. auf der CD der Raimund Theater Produktion eine fantastische Leistung abgeliefert. Die Arrangements von Martin Gellner und Werner Stranka waren neu und gut. Rockig, anders. Man glaubt es kaum, doch mir wurde doch tatsächlich verboten HAIR anzuschauen. Nach Meinung meiner Eltern war ich noch zu jung, um nackte Menschen auf der Bühne herum hüpfen zu sehen :)

Also ohne Vergleich hier ein paar Anmerkungen zur Broadway Produktion im West End:

Das Bühnenbild ist bunt. Sehr bunt und nicht sehr aufwändig, jedoch passend. Es ist sehr offen gestaltet, die Band sitzt auf der Bühne und ist Teil des Geschehens. Leitern verbinden die Bühne mit dem ersten Rang und die offene Atmosphäre vergrößert die Bühne bis in den Zuschauerraum. Eine vierte Wand ist in dieser Inszenierung quasi nicht existent. Es muss so sein, denn in HAIR geht es nicht zu sehr um Inhalt, als um den Vibe und den Funken der Message, der überspringen muss. Es geht um die Zeit, die Mentalität, das Leben und Gefühle. Ungezwungenheit, Zwänge, Ausbruch, Feiern, Friede, Krieg, Drogen, Musik, Religion, Glauben und vor allem LIEBE. Es geht um Liebe zwischen den Menschen und Liebe des Menschen mit all seinen Fehlern.
Ich weiß nicht wie es sich anfühlt in dieser Zeit gelebt zu haben, denn damals war ich noch nicht auf der Welt, aber in dieser Inszenierung bekommt man ein sehr gutes Gefühl dafür. Sie ist nicht schrill, jedoch aufdringlich im positivsten aller Sinne. Als Zuschauer ist man Teil der Performance, die Darsteller interagieren vom Anfang bis zum Ende. Von einigen Hippies, die immer wieder durch die Zuschauerreihen springen, Haare kraulen, tanzen und küssen, über Berger, der dem Publikum zunächst seine Mutter vorstellt und einen amüsanten Dialog mit den Zuschauern führt, bis hin zu dem Zeitpunkt, an dem das Publikum endlich auch mitmachen kann, auf die Bühne hüpfen und mit den Darstellern aus vollem Halse singen darf. HAIR ist ein Erlebnis.

Ein paar Worte zur Broadway Cast dürfen nicht fehlen, eigentlich genügt eines: FANTASTISCH. Sie waren alle auf höchstem Niveau Hippie. Sehr präsent, eingespielt, hatten einfach Spaß. Gänsehautstelle gab es nicht nur eine. Sei es nun Sasha Allen als Dionne, die sonst eher für Christina Aguilera und Usher singt, mit einer Stimme wie man sie nur selten hört und einer Performance von „Aquarius“, die einem nicht mehr aus dem Gedächtnis geht oder Gavin Creel, der mich mit seiner Ausstrahlung und Stimme zutiefst beeindruckt hat. Auch Steel Burkhardt und Caissie Levy haben mich mit ihren Performances gefesselt. Das gesamte Ensemble strotze vor Energie und Leidenschaft. Das Theater füllte sich mit Freude und Liebe. Leider konnte ein Großteil des Publikums trotzdem seine Steifheit nicht überwinden, es hätte sonst ein einziges Miteinander werden können.


Heute ist „The Full Monty“ dran und ich bin schon sehr gespannt…einen der Darsteller, Julian Looman, kann man übrigens auf TV-Media.at zum männlichen Shootingstar voten. Seine Chancen stehen jedoch zwecks fehlender Bekanntheit eher schlecht – schade, denn er ist unglaublich talentiert und ein großartiger Darsteller. Der Bekanntheitsgrad wird sicher bald ansteigen – es ist nur eine Frage der Zeit.

Mittwoch, 7. April 2010

Happy Birthday, Billy!

...mögest du noch lange im West End und wo auch immer tanzen!

Billy Elliot ist eines meiner Lieblingsmusicals. Ich habe es bis jetzt dreimal gesehen und es berührt mich jedes Mal. Die Musik finde ich großartig und das Musical ist einfach einzigartig.

Ein Bub, der seinen Weg findet. Grundsätzlich liebe ich Musicals, die eine Storyline wie diese haben. Aussichtslose Situation, aber durch Mut, Liebe, Freundschaft und Vertrauen findet der Protagonist seinen Weg und gewinnt dadurch. Dabei geht mir immer das Herz auf und ich fühle mich so unendlich befreit. Es gibt Kraft fürs eigene Leben und man beginnt für sich den Mut zu finden, zu sich selbst zu stehen und den eigenen Weg zu gehen.
Für mich ist es sehr schwer Worte für "Billy Elliot - The Musical" zu finden, da es "so close to my heart" ist...es ist irgendwie ein kleiner Schatz, den man zu sich nehmen will und nicht mehr loslassen möchte. Das Musical feiert große Erfolge und auch das finde ich einfach berührend und schön. Es spricht also viele Menschen an und trifft ihnen ins Herz, gibt ihnen Mut und Freude am Leben. Billy Elliot gibt einem etwas mit auf den Weg...was will man von einem Musical mehr? Dazu gute Musik, tolle Darsteller, fantastische Regie,Choreographie und Buch...für mich passt hier einfach alles perfekt zusammen.

Ich bereue es sehr, dass ich Liam Mower nie als Billy gesehen habe, da ich glaube, dass er die perfekte Wahl ist. Er hat die richtige Ausstrahlung, das nötige Können und ist sogar fast ein "real-life-Billy"...übrigens ist er auch auf der CD zu hören.

Billy Elliot feierte am 31. März seinen 5. Geburtstag im Londoner Victoria Palace Theatre und ich hoffe, dass es noch länger dort zu sehen ist. Zur Feier des Tages gab es u.a. ein großes Finale und einige Prominente im Publikum...natürlich war Elton John dabei und auch Haydn Gwynne und Stephen Daldry.

19 Billys betraten am Ende der Show die Bühne - von den "Original-Billys" Liam Mower, George Maguire und James Lomas bis hin zu den aktuellen Billys. Ich wäre nur zu gerne dabei gewesen!


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Mittwoch, 10. März 2010

Sequels

Fortsetzungen sind so eine Sache...obwohl man sich oft welche wünscht, wenn man es ganz genau nimmt, ist es dann doch besser es gibt keine. Denn Sequels entstehen sehr oft aus den falschen Gründen, eigentlich ist es meist nur einer...GELD! Gute Sequels sind selten, der Großteil ist undurchdacht und lieblos produziert. Egal ob Film, Musical, Theaterstück oder auch Literatur.

Als Kind habe ich z.B. Pocahontas 2 gesehen - aus heutiger Sicht eine Art traumatisches Erlebnis. Wie kann Pocahontas nur Captain Smith verlassen? :D
Bei Filmen wie Step Up stört mich eine Fortsetzung weniger, vor allem weil die erste Geschichte nicht wirklich aufgenommen wird, sondern eine neue Geschichte erzählt wird und die Filme überhaupt schon weniger Niveau haben (aber gute Unterhaltung sind). Dirty Dancing muss von mir aus keinen zweiten Teil haben. Auch wenn Patrick Swayze darin eine Gastrolle hatte. Auch Hairspray braucht kein Sequel oder Prequel...
Aber gut, bei Filmen finde ich es noch einigermaßen erträglich, aber Theaterstücke und Musicals? ...für mich kaum vorstellbar. Auch da gibt es immer wieder Fortsetzungen, wie z.B. im aktuellen Fall "Love never dies" - das übrigens sehr unterschiedliche Kritik bekommen hat. Das einzig gute Prequel, das mir spontan einfällt ist "Wicked", falls man dieses Musical als solches bezeichnen kann...

Wer sich näher mit dem Thema "Sequels" auseinandersetzen möchte, der kann hier und hier ganz interessante Artikel dazu lesen.

Wie schon berichtet hat BroadwayGirl via twitter ihre Leserschaft dazu aufgerufen lustige Musical-Sequel-Titel zu erfinden...eine großartige Idee mit tollen Ergebnissen. Habt ihr auch Ideen bzw. wünscht ihr euch bestimmte Sequels/Prequels?

Beispiele: Illegally Brunette, Closer to Normal, Mozart? Das Erbe des Wunderkinds, Billy Elliot 2 - The career of a lifetime, Pop Of Ages, Speaking In The Sun, I Should Have Danced All Night - The story of Eliza Higgings...

Sonntag, 7. März 2010

...

...gestern bin ich auf einen Review von "Hair", dem gefeierten Broadway-Revival, gestoßen (2009 Tony Award für Best Revival of a Musical), der mich sehr berührt hat. Er ist wirklich gut! Ich poste den Link, da ich finde, dass man diesen Bericht wirklich lesen sollte...persönlich, ehrlich, ein schönes Erlebnis beim Lesen...eine Liebeserklärung an das Musical!
"I see myself, my friends, my struggles and frustrations and longings, up there on that stage. And with the literal and emotional lack of a fourth wall (this cast connects with the audience, y’all!), it is easy to lose myself in the Tribe’s message of peace, freedom, and love." - BroadwayGirl NYC
Geschrieben wurde der Bericht, weil der Original Tribe jetzt den Broadway verlässt und nach London (ab April im Gielgud Theatre) zieht. Leider habe ich das Musical nicht am Broadway gesehen, aber weil ich von allen Seiten nur überwältigend positive Reaktionen vernommen habe, nehme ich mir fest vor dem Tribe nach London zu folgen :)

P.S.: Wenn ihr auf BroadwayGirlNYC's Seite vorbei schaut, dann auch gleich hier einen Blick drauf werfen: FakeBroadwaySequels...sooo lustig! :D

Montag, 1. März 2010

Kurioses

Da schau ich mal eben auf http://orf.at/ und was sticht mir da ins Auge? Das Phantom. Gleich neben Erdbeben in Chile und Hundebiss-Opfer findet sich ein Bericht über "Love Never Dies", der sagenumwobenen Fortsetzung von "The Phantom of the Opera".
Ich bin sehr zwiegespalten wie ich das finden soll. Über Musical wird generell wenig berichtet, aber wenn das Genie Andrew Lloyd Webber mal wieder was zu melden hat, dann flippen alle aus. Bisher habe ich nur Ausschnitte der Songs aus "Love Never Dies" gehört, eine Meinung habe ich mir aber noch nicht wirklich dazu bilden können...nur eines, ich brauche keine Fortsetzung. Die Story hört sich grauenhaft an und das Phantom der Oper ist so und so nicht ganz meines. Nur auf die technischen Effekte, die der Produktion bis jetzt so viele Probleme machen, bin ich gespannt. Wie wird das Musical wohl nach seiner Premiere aufgenommen? Am 9. März soll es soweit sein, wahrscheinlich berichtet der ORF exklusiv darüber :D
Was denkt ihr über die Sache? Hier ist der Artikel zu finden :)

Für mehr Informationen über das Musical: http://www.loveneverdies.com/

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Sonntag, 28. Februar 2010

OMIGOD YOU GUYS!

Ich bin zwar nicht blond, aber trotzdem hat es mir „Legally Blonde“ angetan. Es ist ein Feelgood-Musical, das einen nicht los lässt, da es so viel Herz hat – mich zumindest nicht. Es geht darum, zu sich selbst zu stehen und seinem Herzen zu folgen, um Toleranz, Ehrgeiz, Träume und Spaß. Die Themen sind aus dem Leben gegriffen und sprechen an, auf ihre ganz eigene Art und Weise. Sie kommen nicht offensichtlich daher, man muss erst ein wenig hinter die Fassade blicken. Genau darum geht es, denn auch wenn „Legally Blonde“ zunächst vielleicht oberflächlich wirkt, so ist es das ganz und gar nicht. Genau dieser Oberflächlichkeit der Gesellschaft will es nämlich entgegenwirken und zwar auf eine Weise, die man als Zuschauer gut annehmen kann.

Beim Charakter Elle Woods besteht immer die Gefahr, sie als „Dummchen“ oder „oberflächliche Blondine“ abzustempeln. Die größte Herausforderung der Hauptdarstellerin ist es genau dies zu vermeiden. Sheridan Smith, in GB vor allem aus dem Fernsehen bekannt, gelingt es hervorragend das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Sie spielt mit so viel Liebreiz und Herz, dass es pures Vergnügen ist, sie auf ihrem Weg von der Malibu-Barbie zur mutigen Harvard-Studentin zu begleiten. Elle Woods verliert dabei nie ihre Persönlichkeit, sondern beginnt nach einigen Auf und Abs wirklich zu sich zu finden und gewinnt dazu. Obwohl natürlich viel Kitsch in „Legally Blonde“ verpackt ist, driftet das Musical nie ab, es ist nie seicht oder flach.

Ich liebe das Londoner Publikum genauso wie das Amerikanische, da es in jeder Show total mitgeht. Im deutschsprachigen Raum erlebe ich das selten bis gar nicht und für mich ist es immer schön eine Show in einem anderen Land zu sehen, um auch die „Zuschauerkultur“ kennen zu lernen. Das englischsprachige Publikum, so kommt es mir jedenfalls vor, taucht viel stärker in die Shows ein. Es fühlt stärker mit und zeigt die Emotionen viel offener. Es gibt viel Spontan-Applaus oder es wird einfach mal gepfiffen und zugerufen, wenn z.B. Duncan James als Warner Huntington III die Bühne betritt. Das ehemalige Mitglied der britischen Boygroup „Blue“ passt nämlich wirklich perfekt in die Rolle des arroganten Schnösels, als wäre sie ihm auf den Leib geschneidert. Das weibliche Publikum ist vor lauter Hingerissen-sein fast von den Stühlen gefallen und die meisten waren einfach nur hin und weg. Es war ein fantastisches Schauspiel, das sich hier im Zuschauerraum abgespielt hat. Super! :) Solche Reaktionen wirken in London nicht irgendwie ungewöhnlich oder übertrieben, es ist einfach Spaß. Für alle!

Duncan James könnte nach seine Zeit als Blue-Sänger seine Nische gefunden haben. Als Musical-Darsteller könnte er noch eine große Zukunft haben. Seine Stimme ist einfach wow…kratzig und weich zu gleich – sehr interessant und schön!
Sein „Konkurrent“ ist der schüchterne Emmet Forrest, gespielt von Alex Gaumond. Emmet ist zunächst ein strebsamer Jus-Student, der sich sehr auf sein Studium konzentriert, dann aber Elle Woods kennen und später lieben lernt. Was zunächst etwas unmöglich bzw. unpassend scheint entwickelt sich zu einem zarten Pflänzchen der Zuneigung und Liebe. Elle ist jedoch lang auf Warner fixiert und was das Publikum schon von Anfang an weiß, erkennt sie selbst erst spät.

Die Musik (Laurence O’Keefe & Nell Benjamin) scheidet die Geister und da ich sie schon kannte, bevor ich mir das Musical live angesehen habe, kann ich nicht sagen, wie sie sich zum ersten Mal hören anfühlt. Ich finde sie gelungen! Von der Anfangsnummer „Omigod you guys“ über die Shownummer „What you want“, die wahnsinnig viele Facetten hat, bis hin zu „So much better“ und dem Titelsong „Legally Blonde“. Das Musical ist von einem schnellen Ablauf gekennzeichnet, der sich auch in den vielen Up-Tempo-Songs widerspiegelt. Immer wenn ich die Musik höre bessert sich meine Laune!

Lustig war es zu sehen, wie gut die Briten den amerikanischen Akzent draufhaben. Ich muss sagen es war gelungen, jedoch stellenweise etwas übertrieben, aber da das Musical u.a. auch von der Selbstironie der Amerikaner lebt, gar nicht mal so unpassend (Buch: Heather Hach). Auch zwei kleine Hunde dürfen bei diesem Musical nicht fehlen. Sie spielen keine wesentliche Rolle, verzaubern das Publikum allerdings voll und ganz. Sei es nun Elle’s "Statement-Chihuahua" Bruiser oder Paulette’s Bulldogge Rufus, die beiden „cuties“ stehlen den Menschen fast die Show.

Wer die Farbe Pink und ein wenig Zuckerguss und Kitsch nicht verträgt, der wird sich mit „Legally Blonde“ vielleicht schwer tun. Für das weibliche Geschlecht ist dieses Musical eine Wohltat, zeigt es doch die Stärke einer Frau, die zu sich selbst steht auf sehr unterhaltsame Weise. Mag es auch von vielen missachtet werden, es macht einfach gute Laune und man kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus. Ich könnte noch ewig darüber schreiben...
Auf den Plakaten, die sich vor allem in Londons Underground Stationen finden, kann man u.a. diese zwei Kommentare lesen…ich finde sie total lustig und sehr treffend! :)

"Omigod I'm like so totally going again." - Paul Taylor, The Independet (überhaupt ein sehr gelungener Review - hier zu lesen)

"OMG! I PINK THIS IS AN ELLE OF A SHOW" - News of the World

TIPP: The search for Elle Woods

In den USA wurde mittels einer TV-Casting-Show eine Nachfolgerin für Laura Bell Bundy als Elle Woods gesucht. Ich habe mir das Ganze online angesehen und fand es sehr unterhaltsam. Die TV-Show war leider nur mäßig erfolgreich, aber man lernt viele interessante Menschen kennen wie z.B. Bernie Telsey oder Orfeh. Ein bisschen wie „Germany’s Next Topmodel“ trifft „Ich Tarzan, Du Jane“.
Wenn es euch interessiert, hier kann man sich die Folgen online ansehen.
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