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Dienstag, 2. Juli 2013

Auf der Suche nach der Wahrheit - Die "neue" Sater/Sheik- Kollaboration "Arms on Fire"


Während sich in Wien das Youth Ensemble des English Theatre auf seine Premiere von "Spring Awakening" vorbereitet, feierte das neueste und zugleich älteste Projekt des Autoren-Teams Steven Sater und Duncan Sheik letzte Woche seine Weltpremiere. Unter dem Titel "Umbrage" begannen Sheik und Sater 1999, noch vor ihrer Zusammenarbeit an "Spring Awakening", ihre gemeinsame Arbeit. Doch erst 14 Jahre später kam es am 26. Juni 2013 als "Arms on Fire" zur ersten (öffentlichen) Aufführung mit der Chester Theatre Company (Regie: Byam Stevens).
Die Musicalwelt kann für eine Kollaboration wie diese überaus dankbar sein. "Pushing the boundaries" steht bei Sater und Sheik immer mit im Zentrum ihrer Arbeit. Dass Musicals sich nicht an „Konventionen“ halten müssen, sondern sich verallgemeinernden Definitionen entsagen können, indem sie z.B. der Musik neue Funktionen und Formen zusprechen, zeigten Sater/Sheik deutlich mit „Spring Awakening“. „Arms on Fire“ ist kein Musical, aber auch kein „play with songs“, das Stück versucht anscheinend erst gar nicht sich in eine Kategorie einzuordnen oder sich zu limitieren. Genau dieses Grenzen-negieren und -überwinden, dieses „Forschen“ nach neuen Wegen, zeichnet die Arbeit von Sater/Sheik aus und darin liegt, für mich, die Zukunft des Musicals. Ein weiterer Aspekt ist die Thematik der Stücke, denn auch wie in „Spring Awakening“ geht es um „finding truth, even if that truth is uncomfortable“ (Steven Sater, Amherst Bulletin). „Arms on Fire“ macht sich auf diese Suche, indem es zwei sehr unterschiedliche Menschen miteinander konfrontiert.
Auch wenn das Stück eine relativ kurze Spielzeit (26. Juni bis 7. Juli) hat, so spricht Sater in einem Interview mit dem Boston Globe bereits von Plänen es nach einer weiteren Produktion an einem Regional Theatre an ein Off-Broadway Theater zu bringen. So wie man plant und denkt so kommt es zwar nicht immer, aber die Hoffnung lebt, dass auch „Arms on Fire“ einen erfolgreichen Weg einschlägt. Einige Songs gibt es übrigens auf Duncan Sheiks Album „Phantom Moon“ (2001) zu hören…
 
LINKS:

- Boston Globe Artikel mit Video (Interview und Einblick in Proben)
- Chester Theatre Company (Produktionsinfos und Fotos)

Samstag, 20. Oktober 2012

Groff's Paradise


Jonathan Groff gab am 13. Oktober ein Solokonzert - ich wünschte ich wäre dort gewesen...Indianapolis ist nur leider etwas weit, etwas sehr weit, weg.

Broadway.com hat ein paar Highlights zusammengestellt, mit dabei u.a. eine Hommage an Groffs Herkunft "Amish Paradise"...looka here:



...und außerdem noch:

Moving Too Fast (The Last Five Years)
Thank You For The Music
I Got Lost In His Arms (Annie Get Your Gun)
Moon River
(Ain't That) Good News
Dividing Day (The Light in the Piazza)
The Lonely Goatherd (The Sound Of Music)
Everybody's Talking
The Life Of The Party (The Wild Party)

...und wenn wir gerade dabei sind - Spring Awakening Co-Star Lea Michele nimmt gerade ihr erstes Solo-Album auf!

Ein guter Start ins Wochenende! :)

Freitag, 26. März 2010

wdr: planet wissen - musicalszene deutschland

DANKE! Danke, liebes WDR! Wann bekommt man schon eine einigermaßen gute Dokumentation über Musical zu sehen? ... Richtig! Fast nie.
Entweder die Dokus sind schlecht recherchiert und machen das Genre Musical dem Erdboden gleich oder man bekommt nur die Oberfläche präsentiert.

Heute um 15 Uhr hat das WDR gezeigt, dass es auch anders geht. In die Sendung "planet wissen" wurden nämlich Menschen eingeladen, die wissen von was sie sprechen und sich mit der Gattung Musical auskennen. Ein Theaterwissenschaftler mit Spezialgebiet Musical - Dr. Wolfgang Jansen - und Musicaldarsteller Matthias Bollwerk. Dazu ein Mix aus Backstage-Berichten - von Starlight Express über Hairspray zu Folkwang Hochschule -, Musikbeiträgen (Matthias Bollwerk als Buddy Holly) und Gesprächen. Interessant, persönlich, nett und gar nicht flach. Endlich erstrahlt das Musical in seinem vollen Glanz. Es ist nicht nur pure Unterhaltung, es hat auch Geschichte und erzählt aus dem Leben.

Falls jemand von euch die Sendung verpasst hat, keine Angst - hier der Link zur Sendung:

WDR - planet wissen: Musicalszene Deutschland

Wer noch mehr wissen möchte...hier gibt es ein paar Links:
  • Matthias Bollwerk Homepage
  • Matthias Bollwerk myspace
  • Ein Interview mit Dr. Wolfgang Jansen (2002) - ein aktuelleres Interview ist im "blickpunkt musical" Ausgabe 44, Januar-Februar 2010 zu finden
  • Wolfgang Jansen auf wikipedia

Sonntag, 31. Mai 2009

Frühlings Erwachen - Derniere

...bevor es mit meinen versprochenen Kritiken weitergeht, möchte ich jetzt noch einmal innehalten, denn die Frühlings Erwachen-Derniere gestern hat einen eigenen Eintrag verdient...

Ich bin immer noch ganz ergriffen und auch traurig, dass einige dieser großartigen Darsteller Wien nun verlassen werden und vor allem, dass sie nicht mehr gemeinsam auf der Bühne stehen, denn die Chemie zwischen allen Beteiligten war einfach unglaublich. Ich weiß nicht, ob das auch hinter der Bühne der Fall war, aber ich kann es mir nicht anders vorstellen...

Das Ronacher war gestern wirklich voll. Alle Plätze waren besetzt und ich hätte den Darstellern wirklich gewünscht, dass es so auch während der gesamten Spielzeit gewesen wäre...der Applaus hat immer gestimmt, aber gestern war er natürlich riesiger als riesig :)

Wahrscheinlich wurden viele von diesem Musical durch die heikle Thematik abgeschreckt und haben es sich deswegen nicht angesehen...großer Fehler! Die Show gibt unendlich viel her, hat so viel Tiefe und bietet viel Stoff zum Nachdenken. Einige der angesprochenen Themen sind bis heute Tabuthemen und sollten unbedingt angesprochen werden. Lehrer und Eltern hätten mit ihren Schülern/Kindern in Scharen hineinstürmen sollen, um sich mit diesen Wahrheiten auseinanderzusetzten...

Dieses Musical hat etwas ganz Besonderes an sich, dass sich nicht benennen lässt, aber ich denke, dass ein Großteil der Zuschauer nach dem Verlassen des Theaters genau dieses Etwas fühlen kann...wie ich auch schon in meinen vorigen Einträgen zu Frühlings Erwachen geschrieben habe, liegt ein wesentlicher Teil bei den Darstellern, die einfach alles geben und auf der Bühne irgendwie bei sich sind, trotz ihrer Rollen...das klingt jetzt komisch, fühlt sich aber so an. Jeder kennt die Ängste, Gefühle, etc., die auf der Bühne gezeigt werden, jeder kann sich in die Charaktere hineinfühlen und das funktioniert aber vor allem durch die großartige Darstellung und die Ehrlichkeit der Show...

Eine Derniere ist immer eine sehr zwiespältige Angelegenheit. Zum einen merkt man den Darstellern an, wie sie versuchen noch einmal jeden Moment der Show in sich aufzusaugen und sie versuchen in jeder Szene konzentriert noch ein letztes Mal das Beste aus sich heraus zu holen...das ist so schön anzusehen, wie jeder sich mit seiner Rolle noch mal irgendwie neu auseinandersetzt...und dann gibt es ja noch die obligatorischen Änderungen der letzten Show...zu denen komme ich gleich ;)

Zum anderen ist es natürlich traurig. Irgendwie sind einem die Leute ans Herz gewachsen. Auch mir, wenn ich auch nie mit ihnen persönlich geredet habe beim Stage Door oder so, aber sie performen sich irgendwie in die Herzen der Zuschauer...ganz eigenartig, aber diesmal ging es mir bei allen so, das ist nicht immer der Fall...beim Schlussapplaus spürt man neben dem "Noch-von-der-Show-gepusht-sein" schon die traurige Erkenntnis, dass es nun vorbei ist, aber auch Dankbarkeit für diese Zeit....

Nun zu den kleinen Änderungen bei der Derniere...ich kann natürlich nur von denen berichten, die ich mitbekommen habe...bin gestern nicht wirklich gut gesessen....:) Meiner Meinung nach wurde auch nicht viel geändert, denn diese Show hat so viel witzige Momente, die dadurch vielleicht nur zerstört worden wären...

- Bei "So'n verficktes Leben" hat Johannes Huth alias Hänschen statt "Lukas Meyer aus dem Chor..." "Michi Mayer aus dem Chor..." gesungen - als Hommage an den Regisseur Michael Mayer

- Jeannine Wacker alias Thea hat bei der Szene in der sie über Melchior Gabor spricht ein nettes Wienerisches "ur" vor "radikal" hinzugefügt...

- In der Klavierstunde hat Julia Stemberger alias Fräulein Großebüstenhalter von Georg (Dominik Hees) ein Präludium in C-Dur statt C-Moll verlangt, das Georg auch brav gespielt hat ;)

- Bei "Völlig im Arsch" wurde u.a. wegen nicht-stoppen-wollenden Applauses die letzte Strophe inkl. Bla Bla Bla-Teil wiederholt...mein persönliches Highlight ;)

- Matthias Bollwerk und Johannes Huth alias Ernst und Hänschen haben bei der "Kuss-Szene" noch einen draufgelegt...gute Idee, die der Szene gut getan hat :D

- Jennifer Kothe alias Ilse hat im Dialog mit Moritz "Hüpferdchen" statt "Holzpferdchen" gesagt...

...und weil das Publikum nach Ende der Show die Darsteller nicht gehen lassen wollte, wurde spontan noch einmal "Völlig im Arsch" angestimmt...was für ein Ende! Bin jetzt noch ganz aufgedreht wenn ich daran denke...:)

So...zum Schluss noch ein kurzer Bericht, über (bekannte) Gesichter, die ich im Publikum gesichtet habe:
u.a. Ralf Schaedler (Casting Director Stage Enterainment), Petra Morzé (Burgschauspielerin), Doris Fuhrmann (Fuhrmann Management), Franziska Schuster (Teilnehmerin "Ich Tarzan, Du Jane"), Francisco Del Solar (Musicaldarsteller), Jerôme Knols (Musicaldarsteller), Kons-Musicalstudenten: Bernd Kainz, Thomas Dapoz...nur als kleinen Eindruck wer aller so da war...

Als letztes noch ein kleines "Schmankerl"...einfach Link anklicken und genießen! Der beste Abschluss einer schönen Zeit...Danke Matthias Bollwerk und der gesamten Cast!

www.youtube.com/watch?v=P7bQAE_LJtM&feature=channel_page

Dieser Post ist doch etwas länger geworden als geplant...:) In den nächsten Tagen werde ich dann die versprochenen Reviews schreiben, mal schaun wann ich Zeit finde...

Samstag, 4. April 2009

Frühlings Erwachen

So,...endlich schaffe ich es mich hinzusetzen und meine "Kritik" zu schreiben...ich bin fast jeden Abend in irgendeinem Theater oder Konzert und tagsüber hab ich Uni und so hatte ich jetzt wenig Zeit...aber jetzt :)

Frühlings Erwachen ist anders. Aber das liegt nicht nur an der Inszenierung, sondern bereits am Thema. Frank Wedekind hat ein anrührendes, ergreifendes, schockierendes Stück geschrieben, das erstmal als großer Skandal wahrgenommen wurde, weil es zu ehrlich war.

Meiner Meinung nach hat dieses "Skandalstück" in Musicalform seine ideale Inszenierungsform gefunden, denn die Charaktere können endlich ausbrechen und sich kurzfristig von der Enge des Stücks und ihrer Situation befreien. Einiges wurde von Steven Sater geändert, doch das tut der Dramatik des Stücks keinen Abbruch, sondern macht es vielleicht sogar noch ein wenig besser.

Die Kombination mit einer ganz "anderen" Musik, nicht so wie es Musicals sonst gewohnt sind, ist gut gewählt und funktioniert hervorragend. Ich kannte nur die Broadway Cast CD und konnte mit einigen Liedern vorerst nicht viel anfangen, doch als ich das Musical dann auch vor Augen hatte, haben alle gewirkt. Es handelt sich um wirklich tolle Kompositionen von Duncan Sheik und manchmal muss man auch hier hinter die Fassade blicken, um die Genialität zu entdecken.
Vor der deutschen Übersetzung hatte ich Angst, doch sie war auf wundersame Weise ganz erträglich. Nicht prickelnd, aber okay. "Im Arsch" kommt aber leider nicht wirklich an "Totally Fucked" heran. Die fetzige Melodie verliert zwar nicht durch die deutsche Sprache, aber der Wortwitz schon. Und bei "Mama du hörst mich" und "Mama who bore me" ist auch noch ein Unterschied, aber bitte...

Das Musical hat viele Facetten, obwohl zuerst alles ein wenig einfach erscheint. Das Bühnenbild steht schon und es gibt keinen Vorhang. Der Bühnenraum ist für das Publikum die ganze Zeit zu sehen...es gibt bei dieser Inszenierung auch Bühnensitze. Drei Reihen auf jeder Seite. Am Anfang des Stückes kommen die Band und die Darsteller auf die Bühne und nehmen auf den freien Stühlen Platz. Einige Zuschauer haben so die Möglichkeit ganz nah am Geschehen teilzunehmen. Das bedeutet aber auch gleich eine größere Herausforderung für die Darsteller, die sich nicht ablenken lassen dürfen. Was den Darstellern alles abverlangt ist sowieso sehr viel und ihnen gehört meine vollste Hochachtung. Grenzen müssen überschritten werden, Gefühle müssen gezeigt werden und die Darsteller geben alles.

Allen voran muss ich natürlich Wolfgang Türks (Moritz) und Rasmus Borkowski (Melchior)nennen. Beide spielen als gäbe es keinen Morgen. Rasmus Borkowski ist ein großartiger Schauspieler und man nimmt ihm alles ab. Seine innere Wut, seine Liebe, seine Verzweiflung. Er ist wirklich gut und kann in diesem Musical endlich mal zeigen was alles in ihm steckt.
Auch Wolfgang Türks ist wahnsinnig gut. Mit den beiden haben die VBW wirklich Haupttreffer gelandet, denn auch Türks spielt sehr glaubhaft und man fährt mit ihm seine "innere Achterbahn der Gefühle" und fühlt mit. Das Stück geht auch dem Publikum, zumindest mir, sehr an Herz und Nieren und ist stellenweise schon heftig. Aber es verliert nie den Boden und wird zu viel.

Die Vereinigten Bühnen haben mit dem Original Broadway Creative Team zusammengearbeitet und das war die beste Entscheidung, die sie je hätten machen können, denn dieses Musical kann man nur so inszenieren. Mit Einfachheit wird eine Komplexität geschaffen, aber die Musik kompensiert diese wiederum. Es ist ein herrliches "Up and Down". Die Musik geht ebenfalls dieses "Auf und Ab" mit. Ist mal rockig, klingt manchmal ein bisschen nach Folklore und sogar nach Alternative. Diese Mischung macht es aus. Sie ist ungewöhnlich und anders und unterstützt so das Ausreißen der Charaktere wirklich gut. Die Charaktere können durch ihre Songs ausbrechen und man erfährt was sie denken und fühlen, kann sich besser in sie hineinversetzen und wird so mehr in die Geschichte hineingezogen. Ein toller Effekt, den man eigentlich erst am Ende merkt. Man atmet auf und merkt wie sehr man in dieser Geschichte drinnen war und sie miterlebt hat. Man ist ganz überrascht und dann blickt man auf die Darsteller und es fehlen einem die Worte. Die richtigen Worte für dieses Stück gibt es glaub ich auch nicht. Es ist einfach, wie es ist. Und es ist gut. Es zeigt das Leben von seinen unterschiedlichsten Seiten und macht aufmerksam.

Um noch einmal auf die Darsteller zurückzukommen...Hanna Kastner spielt die Wendla und macht das auch gut. Als ich am 26.3. gleich ein zweites Mal in FE war, habe ich allerdings Patrizia Leitsoni als Wendla gesehen, die mir ein wenig besser gefallen hat...sie hat irgendwie verletzlicher und ehrlicher gespielt.
Das Herzstück dieser Inszenierung ist wirklich die großartige Cast. Ich möchte jetzt nicht alle Namen nennen, obwohl ich es sollte, aber das würde jetzt zu weit führen. Zusammenfassend kann ich hier nur sagen, dass ich vor allem den Mut der Darsteller bewundere (nicht nur sich solche Frisuren schneiden zu lassen ;) ) und natürlich deren schauspielerische Leistung. Sie gehen an Grenzen und überzeugen durch und durch.
Nur die "Erwachsenen"-Darsteller möchte ich noch kurz erwähnen: Julia Stemberger und Daniel Berger. Zwei Personen und so viele unterschiedliche Rollen. Mit welcher Präzision sie ihre Charaktere herausarbeiten und spielen ist wirklich bewundernswert.

Bei dem Musical stimmt eigentlich so ziemlich alles. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch wenn es vielleicht teilweise heftig ist, finde ich, dass sich jeder Mensch mit diesen Thematiken auseinandersetzen sollte. Ehrlichkeit und Wahrheit tun manchmal weh, aber wir brauchen sie. Dieses Musical ist ehrlich und zeigt uns das Leben. Obwohl es in der Vergangenheit spielt (um 1890), gibt es so viele Gegenwartsbezüge und so viel Wahres. Die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart ist hervorragend gelungen - nicht nur durch die Musik.

Es gäbe sicher noch einiges zu sagen, aber wie ich bereits erwähnt habe, gibt es für dieses Musical kaum Worte. Man kann zwar "drumherum" reden und alles Mögliche betonen, aber fassen kann man es nur schwer.

Samstag, 21. März 2009

Spring Awakening - First Impressions

Ich komme gerade aus dem Ronacher und muss gleich einiges loswerden - eine ausführliche Kritik folgt bald, aber ich weiß schon jetzt, dass es sehr schwierig wird sie zu verfassen...
Ich kann eigentlich nur sagen, ich bin irgendwie glücklich...so erfüllt von der kreativen Atmosphäre und den fantastischen Darstellern.

Die jungen Darsteller geben alles und spielen hervorragend. Doch was mich am meisten berührt hat war, was man beim Schlussapplaus in ihren Gesichtern sehen konnte. Diese Freude, dieses Berührtsein,...Man hat in ihren Augen gesehen, dass sie wissen, was es für eine Ehre ist diese Rollen spielen zu dürfen und mit dem gesamten Kreativteam zusammenzuarbeiten. Alle sind noch sehr jung und haben jetzt schon so viel erreicht. Sie haben hart an sich gearbeitet und stehen nun vor einem Riesenpublikum, das ihnen alles zurückgibt. So einen großen Applaus habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Einige hatten Tränen in den Augen, andere strahlten einfach nur über das ganze Gesicht. Darsteller, wie Zuschauer.
Ich kann mir vorstellen, dass es überhaupt nicht einfach war diese komplexen Charaktere herauszuarbeiten und einen Weg zu finden sie darzustellen.
Im Moment des Schlussapplauses hat man mit den Darstellern so mitfühlen können und ich kann wirklich nur sagen, dass ich zutiefst berührt bin.
Das Musical ist keine leichte Kost und die Rollen alles andere als einfach. Was diese jungen Menschen leisten ist einfach der Wahnsinn! Ihnen gehört mein vollster Respekt und meine Hochachtung...sie haben sicher viele Grenzen überwinden müssen, um diese Rollen zu spielen...
Als am Ende dann auch Duncan Sheik und Steven Sater auf die Bühne kamen war ich ganz hin und weg...diese Menschen nur auf der Bühne stehen zu sehen war einfach großartig...

Mein ganzes "Gefühlsgedusel" mag vielleicht verfremdend wirken, aber ich kann jedem nur raten sich "Frühlings Erwachen" anzusehen und auf die Darsteller und die einzigartige Atmosphäre zu achten...dann wird man mir vielleicht eher in manchen Punkten zustimmen.
In diesem Musical sieht man nämlich genau einen Punkt, den ich an Musicals so mag, sehr gut: die Möglichkeit in den Songs den Gefühlen freien Lauf zu lassen und kurz der Szene zu entfliehen oder innerhalb der Szene als Charakter herauszutreten...gerade in "Frühlings Erwachen" braucht man dieses Ventil besonders stark...und mit einer Mischung aus Rock, Pop, ein bisschen Folklore und Alternative gelingt das hier sehr gut.

Ich fühle mich wirklich geehrt heute bei der Premiere dabei gewesen zu sein und merke wie viel mir dieser Abend gegeben hat.

Für dieses Musical gibt es eigentlich fast keine Worte, ich kann eigentlich vorerst nur sagen, dass es umwerfend anders ist. Genaueres bald, falls ich es schaffe meine Eindrücke wirklich zu konkretisieren und aufzuschreiben...im Moment ist bei mir alles noch ziemlich durcheinander...
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