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Montag, 7. Mai 2012

King Kong - Stadttheater Klagenfurt

So eine Reise auf eine Insel hat schon etwas für sich. Gleich zweimal in den letzten Tagen konnte ich eine solche antreten. Da ging es nach Südamerika mit Robinson Crusoe auf die Insel Speranza aka „Burg“ und mit Carl Denham, Ann Darrow und Jack Driscoll nach Skull Island…

…südwestlich von Java, wüten böse Winde…dort wohnt Kong. King Kong, König der Affen, Herrscher von Skull Island, mit einem unheimlichen Verschleiß von Frauen (dieser Affe kann sich das anscheinend leisten). Ihn zu finden hat sich Regisseur Carl Denham zur Aufgabe gemacht und zusammen mit Schauspielerin Ann und Schiffskapitän Jack macht er sich auf die Reise…
„King Kong“ als Musical mag vielleicht zunächst unmöglich erscheinen, doch am Theater ist nichts unmöglich, sofern es gelingt den nötigen Raum dafür zu öffnen.
Es gibt einen Grund warum es das Stück jetzt vermehrt an kleine Theaterbühnen schafft. Lässt man sich als Zuschauer darauf ein, wird man von Paul Graham Browns Musik und James Edward Lyons Buch in Kongs Universum entführt. Was man dazu braucht sind drei Darsteller, die vollen Einsatz zeigen, eine große Portion Einfallsreichtum und Phantasie.

Ich liebe Inszenierungen, die dem Publikum mit kreativen Ideen und manchmal nur wenigen Mitteln, erlauben in die Geschichte einzusteigen und selbst ein Teil davon zu werden. Es ist allerdings eine Kunst das richtige Maß zu finden - denn es kann schnell zu wenig oder zu aufdringlich sein. Gelingt es aber, nimmt der Zuschauer einen wesentlichen Part in der Erzählung ein. Er baut sich den Dschungel in Gedanken, kann die Dimensionen verändern. Klettert mit Kong und Ann auf das Empire State Building oder befindet sich plötzlich inmitten einer Zeremonie der Ureinwohner von Skull Island.
Lässt man es als Zuschauer ganz zu, lässt man sich fallen, dann entfaltet sich die Geschichte und das Abenteuer beginnt. Da kommt Spannung auf, man merkt plötzlich wie man in die Story einsteigt und mitfiebert.

Um dieses Abenteuer entstehen zu lassen, braucht es Darsteller, die sich ebenfalls ganz darauf einlassen. In der Klagenfurter Inszenierung sieht man hier drei Talente auf der Bühne, die alle auf demselben Niveau agieren. Und was für ein Niveau das ist! Wann und wo bekommt man so etwas geboten? Selten, viel zu selten. Aber hier haben sich unter der Regie von Nicole Claudia Weber drei Darsteller gefunden, die sich um nichts nachstehen und so harmonisch miteinander spielen, dass man sich als Zuschauer keinerlei Mühen machen muss und sich einfach fallen lassen kann. Die Aufführung sprüht vor Energie, die den ganzen Raum des kleinen Napoleonstadls, einnimmt. Man kann sich ihr nicht entziehen.
Mit Karacho kommt Christof Messner als Filmregisseur Carl Denham, auf der Suche nach dem nächsten Coup, auf die Bühne gestürmt und schon geht es los. Skrupellos überredet er die Schauspielerin Ann mit ihm auf Reisen zu gehen, um ein Star zu werden – auf der Suche nach King Kong. Messner steht das Böse der Rolle gut, die Rolle fordert einiges ab, aber er verliert nie an Energie und bleibt immer sehr präsent. Leicht überspitzt präsentieren sich die drei Charaktere, aber doch immer authentisch. Auch wenn man outriert, es muss immer auch Ehrlichkeit im Spiel sein. Zumindest ein Funke, an dem sich das Publikum festhalten kann, mit dem man sich identifizieren kann. Messner, Mönch und Hees schaffen das durchwegs. Der Faden zum Publikum geht nie verloren.

Bettina Mönch ist als Ann Darrow kein dummes Blondchen, auch wenn es vielleicht anfangs so scheinen mag. In den Szenen mit Kong spielt sie Ann, mit einem ironischen Zwinkern, sehr gefühlvoll und später ernst und nachdenklich. Gerade auch wenn Kong sie auf den Wolkenkratzer „entführt“ – blickt sie „hoch auf dem Gipfel der Welt“ auf das Leben hinunter und bewegt mit ihren Gedanken.
Auch wenn King Kong ein tragisches Ende findet, so findet Ann ihr Glück mit Jack Driscoll (Dominik Hees), dem launischen Seemann. Hees spielt den rauen Seefahrer mit viel Leidenschaft und führt die Wandlung seines Charakters sympathisch und mit Leichtigkeit durch.

Zusätzlich zu ihren grandiosen Schauspiel- und Gesangsleistungen schieben die drei  Kisten herum, spielen mit Barbie- und Fingerpuppen, bestreiten als Ureinwohner rituelle Tänze, entführen sich selbst und retten sich aus den tiefsten Schluchten. Das erfordert Einsatz – und zwar von allen. Die Band (Musikalische Leitung: Jeff Frohner, Christoph Schödl & Stephan Först) spielt was das Zeug hält und wenn zwischendurch Zeit ist – es muss Zeit sein – wird schnell mal einem Vogel zum Fliegen verholfen.
Das Bühnenbild von Judith Leikauf und Karl Fehringer überzeugt mit Detailreichtum und Humor. Es ist unglaublich kreativ und gut umgesetzt. Man hat das Maximale herausgeholt.

Und auch King Kong wird zum Leben erweckt, mit gelungenen Soundeffekten und einfallsreichen Andeutungen, anhand derer der Affe in den Köpfen der Darsteller und des Publikums auferstehen kann.
Es ist eine gelungene, fulminante Inszenierung und deswegen ist es nur allzu schade, dass diese bereits am Freitag zum letzten Mal in Klagenfurt über die Bühne gegangen ist…

…wer dennoch eine ebenso abenteuerliche Reise auf eine Insel im Nirgendwo unternehmen möchte, dem sei „Robison Crusoe – Projekt einer Insel“ im Burgtheater ans Herz gelegt. Hier entsteht ebenfalls mit wenigen Mitteln und genialem Schauspiel (Joachim Meyerhoff und Ignaz Kirchner) unglaublich Großes.

LINKS:

- Trailer King Kong
- Premierenbericht King Kong
- Paul Graham Brown
- James Edward Lyons
- Robinson Crusoe - Burgtheater

*Image via

Donnerstag, 22. Dezember 2011

My Fair Lady - Stadttheater Klagenfurt

Das Stadttheater Klagenfurt setzt diese Saison auf Klassiker mit einer Prise Innovation in Form der österreichischen Erstaufführung von Paul Graham Browns „King Kong“ – doch dieses Schmankerl wartet erst im Frühling auf uns…

„My Fair Lady“ heißt der erste Streich des Stadttheaters und es ist ein durchaus gelungener. Josef E. Köpplinger inszeniert das Stück klassisch ohne große Neuerungen. Sein Bestreben das Stück im Sinne George Bernard Shaws sozialkritischer zu zeigen und den Schluss so offen zu lassen, dass man das Publikum rätselnd zurücklässt, ist bei mir leider nicht wirklich angekommen. Sozialkritisch ist die „Lady“ ja an sich, in Klagenfurt aber nicht mehr als in anderen Inszenierungen. Offenes Ende – Higgins, Freddy und/oder Blumenladen? Naja, hätte offener sein können – Elizas Weg über die Stufen in Higgins Townhouse (zu welchem Schlafgemach auch immer) ist doch ziemlich eindeutig. Bei „My Fair Lady“ bin ich grundsätzlich immer für ein open end – das Musical gewinnt dadurch ungemein, denn es spielt dann plötzlich auf einer weiteren Ebene. Es verlangt u.a. nach einer weiteren Definition von Liebe und gerade dieses Element fände ich spannend.

„My Fair Lady“ ist eine Gesichte der Selbstentwicklung. Die Hauptfiguren finden durch die Wertschätzung des Anderen und die Öffnung für Anderes etwas mehr zu sich selbst. Eliza ist eine selbstbewusste junge Frau, die sich weiterentwickeln möchte. Sie sucht Hilfe bei Higgings, der ihr ein Stück auf ihrem Weg weiterhilft. Doch auch Eliza hilft Henry Higgins. Der starrköpfige Sprachprofessor wehrt sich zunächst gegen jeglichen Eingriff in sein Leben, doch Eliza trifft nicht seinen Verstand, sondern sein Herz – auch er ändert sich.

Köpplingers Intention dem Publikum die Vielfalt der Worte bewusst zu machen und das Sprachbewusstsein zu schärfen gelingt durch die großartige Sprachbeherrschung des Ensembles. Im Opening dürfen alle reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist – da hört man hochdeutsch, bayrisch, wienerisch…herrlich! Die Klagenfurter „Lady“ ist eine wienerische (Wiener Fassung von Gerhard Bronner), der Wiener Dialekt bietet sich einfach gut an. Ich persönlich finde besonderen Gefallen an den Dialekt-Szenen, wenn da einmal ordentlich ein g’scheiter Dialekt eineg’haut wird - das befreit mich immer irgendwie! Es macht Spaß!

Besonders lobenswert in puncto Sprache die Ascot-Szene. Nadine Zeintl vermag es perfekt immer mehr in den Dialekt hineinzurutschen, um letztendlich ganz darin aufzugehen. Da trifft sie den Nagel auf den Kopf – pures Vergnügen!

Zeintl spielt eine Eliza deren innerer Kern nie verloren geht, man sieht ihr immer genau an, wie es wohl in Elizas Innenleben aussehen muss. Ihre Eliza ist frech und vor allem menschlich. Sie trägt das Stück. Sehr lustig auch die Szene mit den Sprachübungen. Egal ob Kieselsteine oder ein kleines Feuerchen zum Üben des „H“s – diese Mimik!

Ihr Gegenüber Henry Higgins gibt Matthias Freihof – anfangs etwas schwach, dann aber immer besser und gegen Ende als kindlich-bockiger Higgings, dem die Änderungen in seinem Leben und die Rolle Elizas darin zunächst gar nicht passen, mitreißend sympathisch.

Großes Manko der Inszenierung ist leider die Tonregie. Das Orchester spielt in optimaler Lautstärke, die Mikroports hätten aber deutlich lauter eingestellt werden können. Man musste sich sehr konzentrieren, um die Songtexte verstehen zu können. Einige von Higgins‘ Textpassagen gingen ganz unter. Schade!

Ein Highlight: Gerhard Ernst als Alfred P. Doolittle! Ernst spielt Doolittle mit fabelhafter Leichtigkeit, er lebt diese Rolle auf der Bühne. Da kommt alles so natürlich, dass es einfach nur ein großer Spaß ist. Wie gerne hätte ich mich einfach an die drei Saufkumpanen Gehard Ernst, Stefan Bischoff und Hannes Muik angehängt und ein bisschen mitgeschunkelt – muss das Spaß machen!

Lotte Ledl als Mrs. Higgins erwischt ebenfalls das richtige Maß – sie ist eine Dame mit einem frechen Funkeln im Auge. Eine Schauspielerin, die ich immer gerne auf der Bühne sehe.

Ebenfalls sympathisch Rudolf Zollner als Oberst Pickering. Ein guter Gegenpol mit kindlichem Einschlag zum strengen Higgings und der etwas derben Eliza.

Christof Messner spielt Elizas Verehrer Freddy Eynsford-Hill sehr verliebt, naiv und mit großem „Strahlegesicht“. Auch wenn er im ersten Akt nicht viel zu tun hat, so schafft er es mit seinem Solo „In der Straße wohnst du“ sofort das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Die Straßenlaterne bietet Freddy plötzlich ganz neue Möglichkeiten, um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Ein toller Song!

Die Inszenierung am Stadttheater wird nie langweilig, etwas prägnanter hätte aber die Szene nach dem Ball sein können („Sie sind’s, der es geschafft hat“). Zu gerne würde ich aber einmal eine „My Fair Lady“-Inszenierung sehen, die sich etwas mehr traut. Wer weiß, vielleicht bin ich danach für eine klassische Inszenierung, aber ich glaube, dass man bei der „Lady“ noch immer oder zumindest ziemlich oft an der Filmvorlage hängenbleibt und sich nicht weiterbewegen möchte. Ein bisschen mehr Mut beim Bühnenbild, ein bisschen mehr Mut bei den Kostümen,… – ich glaube, da könnte man noch einiges oder anderes herausholen…wenigstens erfrischt die schöne grüne Wandfarbe in Higgins‘ Domizil, zwischen all dem Grau in Grau eine Wohltat für das Auge (Bühnenbild: Rainer Sinell). Auch die Kostüme (Marie-Luise Walek) sind passend klassisch – Ascot in Schwarz und Weiß (warum geht es da nicht einmal bunt zu?), die Hutmode kreativ. Elizas Ballkleid gefällt mir besonders. Es ist schlicht und auf ihre Persönlichkeit zugeschnitten – mit einem Hauch Extravaganz.

Karl Alfred Schreiner, der zuletzt den „Nussknacker“ im Stadttheater auf die Bühne gebracht hat, choreografiert auch hier Ensemble und Ballett gelungen.

Großes Lob an das Ensemble, das als Higgings‘ Bedienstete, Ascot-Aristokraten, Bettler und Betrunkene alles gibt. Da braucht man sich nur einmal genau die einzelnen Gesichter anzusehen, man findet so viel darin. Kein Ausdruck ist ihnen zu schade, auch wenn man nicht im Mittelpunkt der Szene steht, hier werden tolle schauspielerische Leistungen geboten, von jedem einzelnen. Sogar das Ballett lässt sich da ab und zu mitreißen…

Mit einem Besuch bei „My Fair Lady“ in Klagenfurt kann man nichts falsch machen – man bekommt eine gute Inszenierung geboten, die vor allem durch die großartigen Darsteller lebt. Ein vergnüglicher Theaterabend.

Link:
 
- Stadttheater Klagenfurt
- Video mit Szenenmitschnitten
 
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Sonntag, 23. Januar 2011

Miss Saigon in Klagenfurt - Ein Trailer

Eine Art „Trailer“ für die neuste Musicalproduktion am Stadttheater Klagenfurt durfte ich mir heute Vormittag anschauen. Im Rahmen einer Matinee wurde „Miss Saigon“ dem Publikum vorgestellt und das gratis. Alles was man dafür machen musste war sich zwei Wochen vorher pünktlich für Karten anzustellen – diesen Part hat man für mich übernommen und so hatte ich die Möglichkeit heute dabei zu sein, um einen ersten Eindruck des Boublil/Schönberg Musicals in Österreich zu bekommen. Es handelt sich nämlich um die österreichische Erstaufführung, die keinesfalls leicht auf die Bühne zu bringen ist, wie u.a. Matthias Davids (Regie) und Heiko Cullmann (Dramaturgie) berichteten. Angefangen von den kleineren Maßstäben, die das Stadttheater u.a. im Gegensatz zum Stuttgarter Apollo Theater, das eigens für den Hubschrauber umgebaut wurde, bis hin zu ewigen Verhandlungen mit Cameron Mackintosh, der alles absegnen muss bevor es passieren darf. So muss jeder einzelne Darsteller, jedes Kostüm von „oben“ freigegeben werden – was Wochen dauern kann und die Planung nicht gerade einfach macht. Wie ein „Phantom“ schwebt Mackintosh über jeder Produktion "seiner" Stücke und erschwert dadurch so manchen Schaffensprozess. Vermurkst werden darf nichts, dafür wird gesorgt. Videos von den Darstellern müssen nach London geschickt werden, die Besetzung steht nicht, wenn nicht Mackintosh eine Auge darauf geworfen hat, und und und.

Die Matinee ist eine Art Vorbereitung auf die Premiere. Man erfährt hier Hintergrundinformationen, von Bühnenbild, über die Arbeit des Musikalischen Leiters bis hin zu den Ideen des Regisseurs. Außerdem werden dem Publikum die Darsteller vorgestellt. Ein erster Eindruck wird vermittelt, auch um den Kartenverkauf anzukurbeln. Ein kluger Schachzug so eine Matinee und auch ein Erlebnis für sich. Der Musikalische Leiter Michael Brandstätter stellte sehr sympathisch eine Reihe von exotischen Instrumenten vor, Hans Kudlich präsentierte ein Modell der Bühne (Flugzeugwrack trifft menschliches Skelett – „alles ein bisschen grauslich“), Magali Gerberon erklärte ein paar Kostüme und Matthias Davids plauderte über seine Arbeit als Regisseur bei Miss Saigon (das er auch schon 2003 in St. Gallen auf die Bühne gebracht hatte). Heiko Cullmann führte in das Stück ein und interviewte. Dazwischen Songbeispiele der Hauptdarsteller mit Klavierbegleitung.

Kun Jing, die 2010 ihr Studium am Konservatorium Wien abgeschlossen hat, spielt Kim – Miss Saigon. Etwas blass wirkt ihr „Ich gäb’ mein Leben her für dich“, lag aber vielleicht auch an der Aufregung. Auch Carsten Lepper, der in Klagenfurt den „Chris“ geben wird, wirkte eher unscheinbar und performte „Mein Gott, Warum?“ gut, aber nicht wirklich überzeugend. Ich war zunächst enttäuscht die beiden Hauptrollen so farblos zu sehen, aber irgendwie wollte es nicht so recht. Ganz anders die drei anderen Hauptdarsteller – Daniel Eriksson (The Engineer), David B. Whitley (John) und Wietske van Tongeren (Ellen).

Eriksson war mir kein Begriff, heute war er der erste Darsteller, der Leben auf die Bühne gebracht hat. Er hat sich sein Mikro geschnappt, war in der Rolle und hat mitreißend und schmierig performt, so wie es die Rolle verlangt. Eine positive Überraschung. Mit viel Energie brachte er Stimmung und man konnte auch ohne Kostüm, Bühnenbild und Handlung, nur durch seine Perfomance sofort in die Story des Songs ("Tja, wer stirbt nicht gern im Bett") hineinfinden.
David B. Whitley trat mit Verstärkung des Herrenensembles mit „Bui-Doi“ auf. Ein gefühls-intensiver Song, dem Whitley Leben und Soul eingehaucht hat. Er hat eine wunderbare Stimme und obwohl es an seiner deutschen Aussprache noch etwas mangelt, hier passt es – er spielt schließlich einen Amerikaner.
Ebenfalls großartig Wietske van Tongeren als Ellen, Chris Ehefrau. Auch sie brachte viel Energie und Spannung mit auf die Bühne. Sie sang voll Gefühl („Ich kam und sah sie“) und hat ihre Geschichte erzählt, war in der Rolle. Den Abschluss bildete „Sonne und Mond“ – hier tauten Chris und Kim ein bisschen auf, so ganz konnten die beiden aber immer noch nicht überzeugen…

So eine Matinee ist etwas Feines und da ich bei der Premiere nicht dabei sein kann und ich noch nicht genau weiß, wann ich wieder nach Klagenfurt komme, war es die beste Möglichkeit einen ersten Eindruck dieser Produktion zu bekommen. Ich bin gespannt, ob sich Lepper und Jing im Stück besser zurechtfinden. Nehme es aber doch an. Mein erster Eindruck der Produktion war sehr gut und ich bin gespannt, wie es letztendlich wird - viel verraten wurde ja doch nicht...

Für Operettenfreunde unter euch: Zurzeit läuft Millöckers „Der Bettelstudent“ unter der Regie von Emmy Werner im Stadttheater Klagenfurt. Daniel Prohaska ist in der Hauptrolle zu sehen und singt und spielt sich die Seele aus dem Leib. Ein wunderbarer Part für ihn und eine gelungene Performance. Auch im Ensemble u.a. Frank Berg, Stefan Bischoff und Florian Claus. Trotz einiger gravierender Abänderungen, die dem Stück allerdings neuen Schwung, ist es eine wunderbare, spritzige Inszenierung mit tollen Darstellern und viel Humor. Besonders auch eine Art „Quodlibet“ gesungen von „Oberst Ollendorf“ mit aktuellen Texten zu Causa Hypo und Wörtherseebühne.

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- Stadttheater Klagenfurt

Freitag, 20. August 2010

Josef E. Köpplinger bei den „Brückengesprächen“

Als ich gestern zufällig in der Zeitung las, dass Josef E. Köpplinger – Intendant des Stadttheater Klagenfurt – heute Vormittag zu Gast bei den Klagenfurter Brückengesprächen ist, habe ich mich spontan dazu entschlossen, mich ins Strandbad aufzumachen, um dort dem Interview beizuwohnen.

Über eine Stunde nahm sich Köpplinger Zeit für Fragen und zeigte sich als offener, lustiger, mutiger und sehr ehrlicher sympathischer Mann. Mich hat das Gespräch sehr beeindruckt und ich habe mir viel mitnehmen können. Nicht nur über das Theater, sondern auch über das Mensch sein und das Leben.

Zuschauer gab es fast keine. Ein paar Badegäste, vorwiegend aus der älteren Generation, ein paar Journalisten, ein paar unfreiwillige Zuhörer – rund 25 Personen. Köpplinger gab offen zu, vor Interviews nervös zu sein und so war es gut, dass der Rahmen nicht allzu groß war und in angenehmer Atmosphäre stattfand. Der Wörthersee im Hintergrund, aber auch die dem Untergang geweihte Wörtherseebühne in unweiter Nähe. Im „Brückengespräch“ ging es um Gott und die Welt, Theater, Kindheit, Politik, Zukunft – das Leben.

Die erste Frage? Warum Josef E. Köpplinger immer eine Baseballkappe trägt. Sie ist fast schon zu seinem Markenzeichengeworden, die blaue Kappe – doch eigentlich trägt er sie, weil er lichtempfindliche Augen hat. Werbung würde er nie damit machen wollen.

Eigentlich hatte er nicht daran geglaubt Intendant des Klagenfurter Stadttheaters zu werden, da er weder Lobby noch Parteizugehörigkeit aufweisen konnte. Doch mit dem Vertrauen des verstorbenen Vorgängers Dietmar Pflegerl hat er dann doch diesen Schritt gewagt und ihn – zumindest NOCH – nicht bereut.
Mit Ende der Spielzeit 2011/12 wechselt Köpplinger an das Theater am Gärtnerplatz in München. Ein Haus mit Musiktheatertradition. Eine neue Herausforderung in einem von Köpplingers „Traumhäusern“. Zu diesen Theatern, die für ihn mit viel positiver Energie verbunden sind, zählen auch die Wiener Volksoper und die Grazer Oper. Zwei Häuser für die er immer wieder inszenieren durfte. Auch wenn er in München „Staatsintendant“ wird, der Titel bedeutet ihm nichts. Allerdings ist es für ihn eine große Ehre dort hin berufen zu werden. Von der Bandbreite sei das Gärtnerplatztheater wie die Wiener Volksoper. Experimentieren ist und sollte möglich sein. Köpplinger tut genau das. Er ist ein leidenschaftlicher Theatermensch.

Wer aber wird seine Nachfolge antreten? Diese Frage soll ein Gremium beantworten und fünf Finalisten festlegen. Ursprünglich wollte Josef E. Köpplinger kein Teil dieser Jury sein, doch als er nach geeigneten Mitgliedern für das Gremium gefragt wurde, nannte er Namen wie Robert Meyer und Ioan Holender, und schließlich entschied er sich doch dazu selbst mitzuberaten, da er das Haus kenne und für dessen Zukunft nur das Beste wolle. Immerhin schließt man ein Theater über die Jahre ins Herz und denkt für den Betrieb in die Zukunft.

Auf die Frage, ob denn der Erfolg eines Stücks vorhersehbar wäre, antwortete der 46-jährige, dass Erfolg nie beeinflussbar sei. Natürlich merkt man bei den Endproben, was im Prozess gelungen ist, aber auch die Stimmung bei einer Premiere – die merkwürdigerweise oft eher zurückhaltend ist – sagt letztendlich nicht viel aus. Beim Inszenieren soll jedoch nicht Provokation das Ziel sein, Skandal ist nie, was Skandal sein will. Wenn aber das Allgemeine zum Wichtigsten wird, dann wird es nie etwas Besonderes geben.

Beim Theater geht es Intendant Josef E. Köpplinger ums Geschichten erzählen. Er hat keine Lieblingspate. Die Unterscheidung zwischen Spaten hält er für unnötig - in London würde schließlich auch nicht strikt getrennt werden. Theater ist ein Ort der Reflexion, eine Art „Zeitung für das Volk“. Genau deswegen steht für ihn auch Shakespeare über allem. Die derbe Ehrlichkeit sieht er als überaus erfrischend. Auch Stephen Sondheim gehört für ihn zu jenen Künstlern, die ihrer Zeit immer voraus sind. Erst jetzt sei seine Musik auch wirklich bei den Menschen angekommen – hier zeigt sich die Genialität dieses Komponisten.

Interessant die Frage, was denn einen guten Intendanten ausmache und wie Köpplinger seinen Führungsstil beschreiben würde. Er habe sich diese Frage noch nicht gestellt und wüsste die Antwort eigentlich nicht, meinte er zu anfangs. Doch ein paar Eigenschaften, die eine Art Voraussetzung für einen Intendantenposten seien, kamen dann doch zusammen. Der Theatervirus, Direktheit, Menschlichkeit und den Mut, die Einsamkeit an der Spitze zu akzeptieren, auszuhalten und manche Entscheidungen alleine zu treffen. Außerdem müsse man in der Lage sein, Versagen einzugestehen und Konsequenzen zu tragen. Man sollte nie aufgeben man selbst zu sein. Er würde z.B. nie seine Infantilität aufgeben wollen. Sein eigener Führungsstil? Herzlich UND hart.

Als es zum Thema Wörtherseebühne kam, wurde Köpplinger ein wenig aufbrausend. Im positiven Sinn, denn es zeigt, dass ihm das Thema doch beschäftigt, die Unfähigkeit der Politik aber auf die Nerven ginge. Wörthersee-Festspiele hält er für die beste Idee und durchaus machbar. Sowohl aus organisatorischen, als auch aus finanziellen Gründen. Wenn aber die Kärntner Landesregierung an der Kultur sparen möchte, dann sollte sie es gleich lassen. Mit halben Sachen lässt sich nicht arbeiten. Das Stadttheater an sich kann eine Bespielung der Wörtherseebühne nicht umsetzen, da die Betriebsform nicht dazu geeignet ist. Im Moment ist das halbvermoderte Etwas, das da auf dem Wasser schwimmt, dem Untergang geweiht. Für eine führende Kulturnation der Welt, wie Österreich es ist, sei es jedoch schade die Chance auszulassen und nicht zu retten, was noch zu retten wäre.

Die Publikumsauslastung des Stadttheaters stieg in der Ära Köpplinger um bis zu 23 Prozent an und das zeigt, dass trotz Wirtschaftskrise die Leute ins Theater wollen. Im Jubiläumsjahr bringt das Stadttheater die Welturaufführung einer Cherubini Oper und im Februar dürfen sich die Musicalinteressierten auf eine österreichische Erstaufführung von Miss Saigon freuen.

Am 25. September hat das Musical „Hello, Dolly!“, bei dem Josef E. Köpplinger Regie führt, Premiere in der Wiener Volksoper. Viele bekannte Gesichter aus den letzten Stadttheater Inszenierungen sind mit dabei, Karten sind direkt über die Homepage der Volksoper erhältlich.

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Donnerstag, 12. August 2010

Broadway Melody - Stadttheater Klagenfurt

Die Konzertreihe „Broadway Melody“ bildet den dritten Teil des Musicalsommers des Stadttheater Klagenfurt. Mit Broadway hat man es allerdings nicht immer ganz so genau genommen, was im Grunde kein Problem war, aber wenn der Titel schon etwas verspricht…

Ein paar West End Musicals (u.a. Chess, We Will Rock You) und auch ein paar deutsche Produktionen (u.a. Freudiana, Der Glöckner von Notre Dame) haben sich ins Programm geschlichen und auch das nun schon allseits beliebte „The Girl in 14 G“, das wenn es gut interpretiert wird, der Publikumsrenner ist. Die Zusammenstellung ist im Großen und Ganzen gut gelungen. Die Wahl fiel auf einige Titel aus klassischen, älteren Musicals wie Kiss me, Kate!, Brigadoon und Finian’s Rainbow. Dazwischen fanden sich dann aktuellere Songs und auch besondere „Schmankerln“. Zu ersteren zählte z.B. „Heißgeliebt“ aus Wicked und „Bohemian Rhapsody“ aus WWRY. Warum man bei Wicked nicht die Originalversion – „Popular“ – gewählt hat, liegt wahrscheinlich daran, dass auch die Zuschauer, die dem Englischen nicht so mächtig sind, etwas mitbekommen sollten. Ich kann Wicked kaum auf Deutsch hören, es klingt einfach nicht gut. „Heißgeliebt“ statt „Popular“ – geht gar nicht. Ina Trabesinger hat das Lied dennoch sehr gut performt.

Das Ende des ersten Aktes wurde mit einem Medley eingeleitet. 20 Songs aus verschiedensten Musicals wurden durcheinander gemischt und performt. Gott sei Dank ist man im zweiten Teil des Konzert aus dieser Manier wieder ausgebrochen und hat die Lieder wieder im Ganzen präsentiert, mit Unterbrechung eines kurzen Medleys aus 6 Songs, das es aber in sich hatte. Mit hat hier besonders „Time Of My Life“ aus Dirty Dancing gefallen, performt von Peter Lesiak und Ina Trabesinger, die vor allem tänzerisch überzeugen konnten. Für Lesiak war der Song vielleicht ein wenig zu tief.

Die kleinen Besonderheiten des Konzerts waren neben selten gehörten Nummern aus älteren Produktionen, auch das Quartett aus Chess (Nazide Aylin, Norbert Lamla, Jesper Tydén und Erwin Windegger), „Lost in the Wilderness“ aus Children of Eden (Daniel Prohaska), „Send in the Clowns“ aus A Little Night Music (hervorragend interpretiert von Dagmar Hellberg) und „Guldet blev till sand“ aus Kristina från Duvemåla (Jesper Tydén). Letzteres war wirklich ein absolutes Highlight und hat gezeigt, dass Schwedisch eine wunderschöne Singsprache ist. Besonders lustig auch „Triplets“ aus „Between the Devil“ von Ina Trabesinger, Nadine Zeintl und Daniel Prohaska, die als Babys auf die Bühne kamen und den Song über Drillinge auch in Babystimme performten – wirklich komisch!

Das Ensemble bestand aus fünf Frauen und sieben Männern, die 12 „internationalen“ Musicalstars. Geballte Frauenpower bekam man geboten - eine stimmgewaltige Dagmar Hellberg (toll auch „Du bist allein“ aus Freudiana), eine charmante Ina Trabesinger (die ab 2. Dezember in „Sister Act“ in Hamburg auf der Bühne stehen wird), eine lustige Nadine Zeintl, deren großartige Mimik jeglichen Vergleich sucht (ein komisches „The Girl in 14G“ – irgendwie zwischen neurotischer Oma und Kristin Chenoweth Verschnitt, dennoch äußerst gelungen – sie hat die Nummer auf ihre Art interpretiert) und zwei leidenschaftliche Darstellerinnen wie Nazide Aylin und Bettina Mönch.

Bei den Männern sah es weniger prickelnd aus, leider. Peter Lesiak, Daniel Prohaska, Erwin Windegger waren top und gaben alles. Windegger performte ein kurzes „Das Lied der Dunkelheit“ aus Das Phantom der Oper und machte große Lust ihn in dieser Rolle auf der Bühne zu sehen. Gut, aber stimmlich ein wenig unsicher waren Previn Moore und Jesper Tydén. Beide hatten dann aber einen Song, der sie wieder nach oben brachte. Bei Moore war dies „You can’t stop the beat“ aus Hairspray (leider auf Deutsch – warum nur?). Bei Tydén war dies das ans Herz gehende „Guldet blev till sand“ in seiner Muttersprache.

Enttäuschend waren Frank Berg und Norbert Lamla. Während erstere sich noch irgendwie ins Ensemble einfügen konnte, so hatte Lamla leider große Schwierigkeiten. Er performte ohne jegliche Leidenschaft. Seine Stimme ist ohne Frage gewaltig, aber ohne Ausdruck und Spiellust geht da nicht viel. Noch nie habe ich ein so schlecht interpretiertes „The Impossible Dream“ aus Der Mann von La Mancha gehört – es ist ein wunderbarer Song, aber diesmal war ich froh, dass er nur kurz im Medley angesungen wurde. Schade!

Zwei Kritikpunkte gibt es noch. Leider waren manche Mikros viel zu laut eingestellt, zuhören wurde deswegen ab und zu ein bisschen zur Qual und die Songqualität nahm auch ein wenig ab…eine Frechheit war, dass es keine Programmhefte mehr gab. An diesem - vorletzen - Abend wurden nur noch die letzten 10 Exemplare verkauft – es wurden zu wenige gedruckt. Auch bei der heutigen Derniere wird es laut Aussage eines Mitarbeiters des Theaters keine mehr geben. Wie ich zu meinem gekommen bin? Ich musste ein älteres Ehepaar anhauen mir ihres zu überlassen. Unangenehm, aber notwendig.

Der Abend war dennoch ein sehr vergnüglicher. Das Orchester unter der Leitung von Jeff Frohner und das Staging von Ricarda Regina Ludigkeit setzen die Darsteller gut in Szene. Es war ein Abend jenseits von schlechten Tourproduktionen, die meinen Best of Musical zu präsentieren und VBW, die meistens nur auf die Gassenhauer setzen. Die Songauswahl war, wenn auch mit ein paar Tücken, sehr erfrischen, weil anders.

Sonntag, 1. August 2010

Singin' in the Rain - Stadttheater Klagenfurt

Die Wiederaufnahme der beiden Musicals aus der letzen Saison im Rahmen eines Musicalsommers war eine brillante Idee. Kein Musical auf der Wörtherseebühne, volles Haus im Stadttheater. Hochwertige Produktionen im klimatisierten Zuschauerraum, ohne Gelsen- oder Schlechtwettergefahr. Eine gelungene Alternative.

Nach Sweeney Todd, das den ersten Musicalblock gebildet hat, wird nun auch die österreichische Erstaufführung von Singin‘ in the rain noch einmal gezeigt. Da ich keine Möglichkeit hatte mir das Musical in der letzten Spielzeit anzusehen, packte ich die Gelegenheit beim Schopfe und genoss ein paar sommerliche Abende im Theater – welch Vergnügen bei einer Produktion wie dieser. Als drittes im Bunde des Musicalsommers kommt eine Konzertreihe namens „Broadway Melody“ hinzu, die am 7. August ihre Premiere feiert.

Singin‘ in the rain ist ein Klassiker. Ein klassisches Filmmusical – und genauso wurde es auch im Stadttheater Klagenfurt auf die Bühne gebracht. Man lässt sich in die Stummfilmära fallen und taucht gute 2 ½ Stunden ganz darin ab. Das Stück legt sich wie ein kleiner Zauber auf die Zuschauer. Es macht unendlich viel Spaß und bringt die Atmosphäre der damaligen Zeit auf die Bühne.

Die Darsteller tragen das Stück und begeistern das Publikum. Da sind das Filmliebespaar Lina Lamont und Don Lockwood, gespielt von Bettina Mönch und Daniel Prohaska. Mönch, die eine Stummfilmdiva mit Sprechfehler spielt, zeigt wie wandlungsfähig sie in Bezug auf ihre Sprache ist und erzeugt regelmäßige Lachkrämpfe bei den Zuschauern. Sie ist eine Erscheinung und spielt was das Zeug hält. Leider darf sie nur in einem Song ihre stimmlichen Qualitäten zeigen, allerdings gelingt es ihr dort zu 100 Prozent. Ein weiterer Bonus…Bettina Mönch erwischt das richtige Maß an Komik. So auch Peter Lesiak in der Rolle des Cosmo Brown, Don’s bestem Freund. Lesiak spielt sich die Seele aus dem Leib. Er ist ein fantastischer Cosmo – humorvoll, herzlich, lustig in richtigen und falschen Momenten und seine Mimik ist umwerfend komisch. Auch die Chemie zwischen Peter Lesiak und Daniel Prohaska stimmt. Sie wirken wie ein eingespieltes Team, wie beste Freunde. Die gemeinsamen Nummern machen Spaß und obwohl Lesiak in Sachen Stepptanz ein wenig leichtfüßiger wirkt, so hält sein „bester Freund“ Don gut mit.

Daniel Prohasksa gibt den Stummfilmstar Don Lockwood. Er geht in den Klassikernummern auf und zaubert mit seiner Stimme das richtige Flair der 20er Jahre. Nur in der Titelnummer fehlt ihm ein wenig der nötige Elan. Prohaska hat große Ähnlichkeiten mit Gene Kelly und wirkt fast ebenso charmant. Auch das Zusammenspiel mit Nadine Zeintl klappt fantastisch. Zeintl bringt viel frischen Wind und tanzt und singt sich schwungvoll durch das Stück. Sie spielt Kathy Selden facettenreich und spritzig.

Auch die Nebenrollen sind gut besetzt. So überzeugen u.a. Erwin Windegger als Filmproduzent, Dagmar Hellberg in diversen kleineren Parts, Frank Berg als Filmregisseur und Andreas Wanasek als Pressesprecher Rod.

Singin‘ in the rain ist ein Filmmusical auf der Bühne. Sehr gut umgesetzt und mit viel Herz und Humor. Hervorzuheben sind noch die fantastischen Stummfilmepisoden, die nicht nur sehr lustig, sondern vor allem gut gemacht sind. Als Zuschauer kann man sich in die 20er Jahre denken und das Kinofeeling von damals auferstehen lassen. Schwarz-weiß Filme, kein Ton, live Klavierbegleitung. Ein schönes Erlebnis, das zeigt wie das frühe Kino damals gewirkt hat. Auch die Tanzszenen, fast ausschließlich Stepp, sind gut choreographiert (Ricarda Regina Ludigkeit) und transportieren das Publikum in die richtige Zeit. Die musikalische Leitung übernahm Jeff Frohner. Die vielen Bläserpartien kommen gut zur Geltung. Intendant des Stadttheaters und Regisseur Josef E. Köpplinger hat seine Sache wieder einmal sehr gut gemacht. Ich finde es ausgesprochen schade, dass er das Klagenfurter Stadttheater bald verlassen wird. Ein so musical-affiner Intendant wird es wohl in Zukunft nicht werden, aber meine Hoffnung stirbt zuletzt.

* Bild via - Copyright Stadttheater Klagenfurt
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