Pasek & Paul LIVE? Kurz: Eines der besten Musical-Konzerte, die ich je erlebt habe. Das NYer Songschreiber-Duo, das letztes Jahr für seine erste Broadway Show „A Christmas Story“ für seinen ersten Tony nominiert wurde, ist momentan auf Europa-Tournee. Oslo, Paris, London,…und WIEN! Als ich erfahren habe, dass die beiden in meine Heimatstadt kommen und ich nicht da bin, habe ich mich unglaublich geärgert. Da muss man erst einmal wegziehen, bevor sich musical-mäßig so richtig etwas tut. Das Glück war allerdings dann doch auf meiner Seite und ich konnte Benj Pasek und Justin Paul gestern live im Hippodrome Casino erleben.
Ja, es ist „ERLEBEN“. Die beiden kommen auf die Bühne und die Verbindung zum Publikum ist sofort da. Sie lassen sie keinen Augenblick los, sondern kommunizieren mit Energie, Leidenschaft und einer enormen Portion Talent. Sie präsentieren ihre Songs mit so viel Hingabe und Emotion, dass es einen nicht mehr loslässt. Es fesselt und berührt. Wenn Benj Pasek sich in sein Solo hineinkniet (u.a. "Along the way" aus "Edges"), dass es kein Morgen gibt, aber es gleichzeitig so „klein“ daherkommt, weil es dem Gefühl des Songs entspricht, dann ist das ebenso besonders, wie wenn Justin Paul mit einstimmt, um gemeinsam als Heuschrecke und Marienkäfer (aus dem Musical „James and the Giant Peach“) über Verlust und Trauer zu singen oder über die Hoffnung, die einen weitertreiben lässt, auf dem Fluss des Lebens. Es sind Songs, die auf allen Ebenen funktionieren. So fein gesponnen, Musik und Lyrics wunderbar ineinander gewoben. Und was für Texte. Witzig, gefühlvoll, genial! Das kann man nicht beschreiben, das muss man hören.
Special Guests waren an diesem gestrigen Abend Oliver Tompsett, der mit „Do you remember?“ als Peter Pan den ganzen Saal in seinen Bann gezogen hat, aus Paris kam X-Factor-Teilnehmerin und Musicaldarstellerin Sarah Manesse, die gemeinsam mit Benj Pasek „First Date/Last Night“ aus dem Off-Broadway Musical „Dogfight“ performt hat (ein tolles Duett) und Lauren Varnham, die „Perfect“ aus „Edges“ zum Besten gegeben hat. Tja, und dann war da noch Willemijn Verkaik. Was gibt es da zu sagen. Sie wird zu Recht als Darstellerin um die Welt gereicht, von einer „Wicked“-Produktion zur nächsten (bald im West End). Wie sie sich innerhalb weniger Momente in die Situation des Charakters versetzt und so tief in sich hineingräbt, um von dort alles Notwenige für diesen einen Song herauszuholen, ist unglaublich. Vor allem „Pretty Funny“ (Dogfight) ist dadurch nahe gegangen als würde man sich selbst in der Situation befinden, Tränen inklusive. Auch „Caught in the Storm“ aus der Musical-TV-Serie „Smash“, für deren 2. Staffel Pasek & Paul ein paar Songs geschrieben haben, hatte es in sich. Verkaik war es auch, die das Konzert beschließen durfte, mit Publikum als Background-Chor. „Ready to be loved“ war ein wunderbarer Abschluss dieses fantastischen Konzertes. Doch meine Worte reichen nicht aus, um all das zu beschreiben, also:
1. Resttickets für das Pasek & Paul Konzert in Wien ergattern! Die neue Initiative zur Förderung des „Off“-Musicals in Österreich "OFFstage" hat dieses Konzert möglich gemacht. Großartig.
2. Einfach selbst hineinhören und -schauen. Und zwar u.a. hier.
Ein kurzes Gespräch nach dem Konzert hat es bestätigt: Die beiden sind ebenso sympathisch wie sie auf der Bühne wirken. Ihre Offenheit, ihre Freundlichkeit und auch ihre Dankbarkeit sind nicht nur in den Anekdoten während des Konzertes spürbar, sondern auch im persönlichen Kontakt. Sie begrüßen einen als würde man sich schon ewig kennen, bedanken sich fürs Kommen und entlassen einen mit einer Umarmung oder einem „High Five“. Lustige, überaus nette Zeitgenossen, diese beiden. Pasek & Paul – wer das Wien-Konzert verpasst ist selbst schuld!!
LINKS:
- Tickets für das Wien Konzert auf der Probebühne im Ronacher am 28. Oktober, HIER
- OFFstage Intitiative
- Pasek and Paul Homepage
- Highlights auf YouTube
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Dienstag, 22. Oktober 2013
Dienstag, 26. März 2013
Benefiz-Konzert für Haiti: Wiener Musical Hits
Musical-Gala. Das ist immer ein Kapitel für sich. Meistens
bekommt man da jene Songs präsentiert, die man schon zum Abwinken gehört hat
und teilweise einfach nicht mehr hören kann. Was habe ich mich schon aufgeregt,
weil wieder einmal „Memory“ oder irgendwelche anderen abgedroschenen Hits auf
dem Programm standen. So eine Hit-Gala kann ganz leicht in die Hose gehen:
Nichts ist schlimmer als ein Abend, der kein Ende nimmt, weil in den
Zwischenmoderationen die Lebensgeschichte der Künstler und die
Leidensgeschichten der Charaktere heruntergebetet wird, eben jene Hits beliebig
heruntergesungen werden oder wenn eine Zugabe auf die nächste folgt und gar
kein Ende mehr in Sicht ist.
Marjan Shaki und Lukas Perman luden gestern zu ihrem dritten
Benefiz-Konzert für Haiti zugunsten von Sean Penns Organisation J/P HRO. Eine
Gala mit „Wiener Musical Hits in Star-Besetzung“. Eine Gala, die in
Erinnerungen bleiben wird, weil es ein Abend wurde, der von viel Liebe
durchströmt war. Kitsch, lass nach, aber es war so. Die Haiti-Gala wurde zu
einem unvergesslichen Erlebnis, weil sie in einem Fluss verlief. Ohne viel
Tamtam, ohne viel Drumherum, ohne epische Erzählungen oder Gerede. Man ließ die
Musik sprechen und das war die beste Entscheidung.
Moderator Alexander Goebel hat mit seinem Schmäh das
Publikum nur in wenigen Intermezzos zu Spenden aufgerufen, aber vor allem hat
auch er betont was das Wichtigste an diesem Abend war: Herz und Mitgefühl.
Liebe. So viel Schlechtes wird über unsere Welt berichtet, aber es gibt Momente
im Leben, da spürt man die Hoffnung in uns Menschen und unseren Zusammenhalt so
stark, dass man vergisst und einfach nur zusammen ist. Zusammen etwas erlebt. Kunst
verbindet. Oftmals sind es Werke der Kunst, die dieses Gefühl der
Gemeinsamkeit, der Verbundenheit in uns erzeugen. Diese Momente erfüllen mich
immer mit Glück, denn sie zeigen mir, dass alles möglich ist. Die Menschen
helfen zusammen, wenn es hart auf hart kommt. Wir schaffen es gemeinsam. Jeder
einzelne Künstler hat gestern so einen Moment geschaffen. Ja, es waren
teilweise Hits, die auf der „Liste der Abgedroschenen“ stehen, aber sie löschen
sich selbst von dieser Liste, wenn es ein Darsteller schafft sich vom Song
abzuheben, in dem er ihn einfach lebt – von Anfang an in ihn einsteigt und ihn
uns Schritt für Schritt offenbart. Es muss etwas erzählt und etwas gefühlt
werden.
Die Künstler – jeder einzelne – haben nicht nur genau das
geschafft, sondern gleichzeitig auch noch von sich selbst so viel eingebracht. Ihre
Freude dabei zu sein, ihre Leidenschaft auf der Bühne zu stehn, ihr Vergnügen
mit ehemaligen Bühnenpartnern zu singen und ihre Erinnerung an eine Zeit ihres
Lebens. All das wurde auch für das Publikum erfahrbar. Da war so viel Herzblut
zu sehen, dass sowohl Darsteller als auch Zuschauer Tränen in den Augen hatten.
Es war ein kurzweiliger Abend, der einen Song nach dem anderen harmonisch ineinanderfließen
ließ. Ohne unnötiges Geplapper dazwischen, ohne die x-te Verbeugung. Als
Zuschauer konnte man sich ganz den Songs hingeben und sich in ihnen fallen
lassen. Selten habe ich so etwas bei einer Musical-Gala erlebt. Erinnerungen an
die eigenen Musical-Erlebnisse kamen zurück, sei es nun durch die vertrauten Stimmen
oder im Falle von „Romeo und Julia“ sogar durch die Originalkostüme – eine
schöne Idee, bei der ich irgendwie sentimental und nostalgisch wurde.Highlights gab es viele, denn jeder Künstler hat sich – begleitet vom wunderbaren VBW-Orchester (unter der Leitung von Koen Schoots) – so hineingeworfen, dass jede Nummer zu einem kleinen Erlebnis wurde. So konnte man nicht nur die Songs, sondern auch die Darsteller neu schätzen lernen, wie die warmen Stimmen von Maya Hakvoort und Barbara Obermeier, die Lockerheit und der Esprit von Thomas Borchert und Andreas Bieber, die Weiblichkeit und Power von Carin Filipčic, die Natürlichkeit und Herzlichkeit von Wietske van Tongeren, die Leidenschaft von Marjan Shaki. Uwe Kröger hat - nach den Reaktionen zu schließen - seinen Platz als Publikumsliebling immer noch inne, auch wenn er dem Tod stimmlich nicht mehr gewachsen ist, hat er im Duett mit Wietske van Tongeren („Jenseits der Nacht“ – Rebecca) überzeugt. Annemieke van Dam hat viel Drive in ihre Performances gebracht, wenn auch hie und da etwas zu übertrieben, dennoch sehr passioniert. Mein persönliches Highlight war allerdings Mark Seibert mit „Gethsemane“. Ein Song, der mir zu jeder Jahreszeit durch Mark und Bein geht, ganz besonders natürlich jetzt. Für dieses Bühnenerlebnis gestern gibt es kaum Worte. Seibert ist so eingestiegen, hat alles gegeben und den Song, den Charakter gelebt. Nichts macht das beschreibbar. Tränen sind geflossen und mir bleiben die Worte aus.
Nach der Scheckübergabe und Grußbotschaft von Sean Penn
schloss Wietske van Tongeren und das Ensemble mit einem berührenden „What I Did
For Love“. Eine Zugabe gab es dann noch. Gott sei Dank nur eine. Bei aller Liebe,
es gibt nichts Schlimmeres als einen „runden“ Abend, der durch die
Aneinanderreihung von Zugaben aus den Fugen gerät und man es kaum noch aushält.
Nein, auch dieser „Fauxpas“ wurde nicht begangen. Udo Jürgens‘ „Heute beginnt
der Rest deines Lebens“ erzeugte vielleicht beim ein oder anderen ein
Augenrollen, doch die Wahl des Songs stellte sich als gut heraus. Die Nummer
hat Drive, sie reißt mit und die Message hat irgendwie gepasst. Ein gelungener
Abschluss, wie ich finde.
Ein Abend voller Emotionen, eine Wohltat für die
Musical-Seele. Sonntag, 2. Dezember 2012
Chucky, die Mörderpuppe oder Das Phantom der Oper – konzertant
"Das Phantom der Oper" und ich sind nicht die allerbesten
Freunde. Ganz ehrlich: Ich finde das Stück langweilig. Der erste Akt ist ein
einziges Gähnen. Immer die ewig gleiche Leier. Andrew Lloyd Webber hat da ein
paar schöne Melodien geschrieben, keine Frage, aber irgendwann hat man genug
von der Wiederholung und dem durchgezogenen Singsang. Irgendwann geht es einem
auf die Nerven, mir auf die Nerven.
Ich wusste schon auf was ich mich einlasse - glaubte es zu wissen - als ich mich
gestern ins Ronacher zur „Geburtstagsfeier“ des VBW-Orchesters
(25 Jahre) aufmachte. Zu Ehren des Orchesters wurde „Das Phantom der Oper“ konzertant
aufgeführt mit Lloyd Webbers Segen im Nacken. Gegen das Orchester selbst ist
auch nichts zu sagen – einwandfreie Leistung, in meinen Ohren.
Blickt man nun aber auf die Regie (Andreas Gergen) ist mir
in zwei Punkten übel geworden. Da wäre
zum ersten das Tanzpaar. Eine Personifizierung von Phantom und Christine bzw.
deren Gefühlen. Wie auch bei den Videoprojektionen – auf die komme ich
gleich zu sprechen – hatte Gergen (?) wohl hier das Gefühl etwas wettmachen zu
müssen. Die Entscheidung ein Musical konzertant aufzuführen ist grundsätzlich
keine falsche, denn ein Stück bekommt die Möglichkeit zu zeigen,
ob es auch ohne Brimborium funktionieren kann.
Bei einem Werk von Andrew Lloyd Webber, wo viel auf Effekthascherei aus ist,
eine Herausforderung. Die VBW haben sie nur in Maßen gemeistert.
Das Tanzpaar begleitet das Stück
von Anfang an, doch so schön die beiden (Emma Hunter und Aleksandar Savija) auch tanzen und ihr Pas de
Deux vollführen, so unsinnig ist es zur gleichen Zeit. Durch die
Personifizierung der Gefühle wird den Schauspielern an Wirkung genommen und das
ist eine Frechheit. Eine Frechheit den Schauspielern und dem Publikum
gegenüber - den Schauspielern, weil ihnen damit eigentlich mitgeteilt
wird, dass ihr Spiel nicht ausreicht und nicht zu vermitteln vermag, was in den
Szenen wesentlich ist und dem Publikum, weil ihm die Fähigkeit der
Imagination nicht zugetraut wird und es so als dumm verkauft wird. Die
(angebliche) Symbolik des Tanzpaares ist für die Hunde, denn das Stück braucht sie
nicht. Was zwischen Phantom, Christine und Raoul passiert, füllt im idealen Fall
– wenn die Darsteller es vermögen ganz in ihre Charaktere einzusteigen – den ganzen
Theatersaal. Die Luft um sie herum wird bedeutungsvoll und mysteriös. Doch in
dieser Version kann diese „magische“ Luft gar nicht entstehen, man nimmt ihr
die Entfaltungsmöglichkeit durch die Reduzierung dieser „Gefühlsfülle“ auf die
Tänzer.
Die Imagination spielt im „Phantom“ eine wichtige Rolle.
Genau das ist auch der Punkt, warum dieses Musical konzertant funktionieren
könnte. Allerdings nur sofern dem Publikum eben jene Möglichkeit der Imagination
gegeben wird. Es kann auf Requisiten und Bühnenbild – samt Luster – verzichtet werden,
ja, sogar auf die Maske (obwohl mehr als zentral), aber dann bitte wirklich mit
Selbstbewusstsein. Das heißt auch: weg mit den Projektionen und Tanzpaaren. All
das braucht es nicht, sofern die Darsteller abliefern können, was von ihnen
verlangt wird.
Kommen wir also nun auf die Videoprojektionen (fettFilm) zu
sprechen. Ähem…also WTF? Lachhaft. Im Ernst. Lachhaft. Also da wäre zum
Beispiel besagte „Chucky, die Mörderpuppe“. Chucky ist eine Projektion eines
Kinderkopfes aus Stein (Mamor) mit übergroßen Glubschern, die zunächst noch
geschlossen sind. Sie taucht auf als das Phantom seinen „Engel der Lieder“
singt (wenn ich mich richtig erinnern kann?). Okay, also was kann das bedeuten?
Das Phantom ist immer noch in seinem kindlichen Ich stecken geblieben? Möglich.
Etwas anderes fällt mir dazu nicht ein und ich bin mir nicht sicher ob das
Publikum diese hochgegriffene Symbolik (??) kapiert hat. Nein, ich glaube
nicht. Weg damit! Weg damit! – hätte ich am liebsten geschrien und: Wozu? Wozu?
Jeden Moment habe ich nur darauf gewartet, dass dieser
schreckliche Kinderkopf seine Augen aufreißt und tatsächlich – Chucky ward
plötzlich auferstanden. Gelbe Kugeln leuchteten einem da entgegen, eine Entwürdigung des
Phantoms, eine Entwürdigung seines gesamten Wesens und seiner Gefühle, seines
ganzen Seins. Als Christine dem Phantom die Maske vom Kopf reißt – hier muss
der Zuschauer allerdings einmal seine Imagination einsetzen – zerfließt das
Gesicht des Kindes. Und als das Phantom erkennt, dass Christine in Raoul
verliebt ist und er verloren hat – am Dach der Pariser Oper – wird die Projektion des Mondes zu
Chucky. Warum? WARUM?
Doch bei Chucky war es noch längst nicht zu Ende, die Kröte
hüft vergnügt über die Leinwand als Carlotta ihren „Krötengesang“ loslässt, ein
Elefant rumpelt im Fake-Bühnenbild der Oper zu Beginn über die Bühne. Alles ein
riesiges Fragezeichen, Kopfschütteln und kurz: einfach nur unglaublich
peinlich!
Einzig und allein die Dachszene und die Bootsfahrt sind gut gelungen
und auch über den Luster-Sturz und das übermäßige Feuerwerk könnte ich hinweg
sehen, wenn nicht alles vorher schon zunichte gemacht wurde. Eine Katastrophe.
Videoprojektionen – sofern sie nicht wirklich gut gemacht sind und Sinn machen –
sollten im Theater verboten werden. Leben wir in einer Welt, wo wir das
unbedingt brauchen, wo sog. „Kreative“ glauben, dass man dem Publikum auch auf
dieser Schiene – weil wir eben in einer technisierten Welt leben – etwas bieten
muss? Ich glaube nicht, dass das Publikum Hilfe benötigt. Ja, wir Menschen
sind fähig uns etwas vorzustellen, auch wenn es nicht da ist. Das ist doch eine
unsere schönsten und reichsten Eigenschaften. Wir brauchen nicht alles auf dem
Präsentierteller, nein wir können uns selbst Szenen und Bilder (aus)malen.
Aber „Das Phantom der Oper – konzertant“ der VBW hat auch
etwas Positives an sich und zwar drei Hauptdarsteller, die ihr Handwerk
verstehen: Christian Alexander Müller, Lisa Antoni und Oliver Arno. Alle drei
vermögen es sich so in ihre Charaktere zu vertiefen, dass aus ihnen heraus eine
Welt entsteht. Sie fühlen in sich und erzählen dadurch. Müllers vielschichtige
Performance wagt sich in die Tiefen des Phantoms vor. Deswegen kann er auch
ohne Maske spielen, er kann sie spielen. Das Phantom ist auch das eigentlich
Einzige, was mich an diesem Musical fasziniert. Über seine Persönlichkeit, seine
Geschichte, seinen inneren Zwiespalt und Kampf könnte ich lange reden und mich
mit jemandem austauschen. Müller zeigt wie viel in diesem Charakter drinnen
steckt, er eröffnet damit die Diskussion und deswegen wird der zweite Akt
spannend.
Die Rolle der Christine ist mir eigentlich immer ein Rätsel
gewesen. Hat sie einen Vater-Komplex? Wer ist für sie jetzt der „Engel der
Lieder“ - ihr Vater oder doch jemand anderes? Warum fühlt sie sich so zu ihm
(erotisch) hingezogen, wenn sie glaubt es sei ihr Vater? Antoni aber legt die
Rolle auf ihre eigene Weise an und trifft klare Entscheidungen. Sie liebt Raoul
wirklich und trauert ihrem Vater immer noch sehr hinterher. Das Phantom bleibt
ein Mysterium, das ihr eine Welt eröffnet, in der sie sich nicht zurechtfindet,
u.a. aus dieser Vater-Sehnsucht heraus lässt sie sich in diese Welt entführen –
doch eigentlich bleiben hier immer offene Fragen. Lisa Antoni jedoch ist dem
Phantom nicht allzu sehr verfallen, ihre Angst vor ihm und dem Ungewissen
erscheint bei ihr größer als jede erotische Anziehung (oder was auch immer).
Oliver Arno ist ein Darsteller – und er zeigt es auch wieder
als Raoul – der seine Charaktere immer auch in seinen Körper nimmt. Soll heißen,
er steigt in den Charakter mit Haut und Haar ein. Er fühlt sich so in ihn
hinein, dass sich daraus auch unweigerlich passende Körperbewegungen ergeben.
Er nimmt den Charakter auch in seinem Körper auf. Mimik, Gestik und Bewegung
werden von innen heraus beeinflusst und daraus ergibt sich eine
Glaubwürdigkeit, die beeindruckt. Raoul ist jetzt nicht DIE Rolle – eigentlich etwas
fad. Der Verliebte, der sich Christine zu Füßen wirft und sie von den Klauen
des Phantoms befreien möchte. Es gelingt Arno aber das Maximale herauszuholen
und so entsteht zusammen mit Müller und Antoni eine spannende
Dreiecksbeziehung.
Die Schauspielleistung des Ensembles lässt allerdings zu wünschen
übrig. Nur Carlotta und Piangi dürfen übertrieben spielen, was Siphiwe McKenzie
und Emilio Ruggerio auch gut machen – der Rest aber sollte Menschen darstellen
und nicht Text aufsagende Schauspieler. Michael Kargus und Michaela Christl als
Monsieur Reyer und Madam Giry – soll das überzeugendes Schauspiel sein? Für mich klang es eher nachText
aufsagen und das genügt nicht. Bei weitem nicht! Erwähnenswert vielleicht noch Lucius Wolter, Ramin Dustdar und Timo
Verse, die wenigstens ein bisschen Leben in ihre Rollen und das Geschehen
bringen…
Schön auch die (letzten Endes) eingebrachte Maske am Schluss
des Stückes. Das macht Sinn und beendet das Stück auf würdige Weise. Was
dazwischen lag…tja…eigentlich ein Fragezeichen - mit den Ausnahmen Müller,
Antoni und Arno.
Link:
- Kritik auf "Musical Musing"
Link:
- Kritik auf "Musical Musing"
Donnerstag, 19. April 2012
Zur Lage der VBW 2: Im Ronacher wird's "Natürlich Blond"...
„Legally Blonde“ heißt also der Nachfolger von Sister Act
und die Alternative zu „Elisabeth“. Warum nicht? Für’s erste gibt es mal „Daumen
hoch“ für die VBW mit Abstrichen und Vorbehalten.
Sehen wir es einmal so, die Stage Entertainment hat ab Februar 2013 auf den VBW-Bühnen nicht mehr die Finger im Spiel. Zumindest nicht offensichtlich. Das ist absolut positiv anzumerken, endlich wieder ein bisschen mehr Rückgrat.

Auch positiv: Man ist wieder bereit Risiken einzugehen. „Legally Blonde“ hat es bei uns wahrscheinlich nicht so leicht wie im englischsprachigen Raum. Man belehre mich aber gerne eines Besseren. Ob es hierzulande eine „breite Zielgruppe“, wie Neo-Intendant Christian Struppeck meint, anspricht, ist definitiv in Frage zu stellen.
„Legally Blonde“ ist ein Feelgood-Musical, das mit mitreißender Musik aufwartet, Herz hat und einfach gute Unterhaltung bietet. Mir gefällt’s. Es hat eine gut ausgearbeitete Story, mit Höhen und Tiefen, Charaktere, deren Geschichte man gerne „mitlebt“ und es berührt. Eine gelungene Komödie.
Der größte und schwierigste Part ist hier sicher die Übersetzung ins Deutsche. Auf ihr lastet das größte Gewicht. Geht sie in die Hose, ist alles verloren. Ich bin sehr gespannt und hoffe auf kreative Höchstleistung mit größtmöglicher Originaltreue (die "Vogue" soll "Vogue" bleiben und nicht zur „Woman“ umfunktioniert werden). Interessant wird es vor allem bei „There! Right There!“ mit der Textzeile „gay or European“. Bitte lasst uns hier die Karte der Selbstironie ausspielen und über uns selbst lachen – es täte so gut!
Auch wenn es sich auch bei „Natürlich Blond“ um eine „vorgekaute“ Produktion handelt, es ist trotzdem ein mutiger Schritt aufwärts. Endlich.
Es geht immer besser und ambitionierter, mutiger und risikofreudiger, aber „Legally Blonde“ ist ein gutes Musical, das hier seinen Weg auf eine österreichische Bühne findet.
Zu hoffen bleibt nur, dass man dieses Funken Mut nicht wieder verliert, auch wenn es nicht so wie geplant laufen sollte, sondern weiter in die richtige Richtung arbeitet. In eine kreative Richtung. Babyschritte. Und wenn wir schon dabei sind, wäre es doch eine gute Idee dieses wiedergefundene Fünkchen Innovation umzusetzen und sein Potential in Musical-Konzerte (ein viel gewünschtes Sondheim-Tribute oder einen Abend mit Werken neuer Musicalkomponisten) und kleine Produktionen bzw. Try-Outs auf der Probebühne des Ronacher zu stecken. Im Moment kommt dieser langersehnte Stein nämlich langsam ins Rollen (z.B. „An Evening without Scott Alan“ oder „Der Urknall – Das Comedymusical“)…jetzt heißt es dranbleiben!
LINKS:
- Review Legally Blonde - London Cast Recording
- Omigod you guys. Legally Blonde in London
- Bilder von der Pressekonferenz VBW
- kultur-channel: Tuss'nalarm im Ronacher
- Zur Lage der VBW...1
- Musikalitis: Wien wird ein bisschen blonder
*Image via
Sehen wir es einmal so, die Stage Entertainment hat ab Februar 2013 auf den VBW-Bühnen nicht mehr die Finger im Spiel. Zumindest nicht offensichtlich. Das ist absolut positiv anzumerken, endlich wieder ein bisschen mehr Rückgrat.

Auch positiv: Man ist wieder bereit Risiken einzugehen. „Legally Blonde“ hat es bei uns wahrscheinlich nicht so leicht wie im englischsprachigen Raum. Man belehre mich aber gerne eines Besseren. Ob es hierzulande eine „breite Zielgruppe“, wie Neo-Intendant Christian Struppeck meint, anspricht, ist definitiv in Frage zu stellen.
„Legally Blonde“ ist ein Feelgood-Musical, das mit mitreißender Musik aufwartet, Herz hat und einfach gute Unterhaltung bietet. Mir gefällt’s. Es hat eine gut ausgearbeitete Story, mit Höhen und Tiefen, Charaktere, deren Geschichte man gerne „mitlebt“ und es berührt. Eine gelungene Komödie.
Der größte und schwierigste Part ist hier sicher die Übersetzung ins Deutsche. Auf ihr lastet das größte Gewicht. Geht sie in die Hose, ist alles verloren. Ich bin sehr gespannt und hoffe auf kreative Höchstleistung mit größtmöglicher Originaltreue (die "Vogue" soll "Vogue" bleiben und nicht zur „Woman“ umfunktioniert werden). Interessant wird es vor allem bei „There! Right There!“ mit der Textzeile „gay or European“. Bitte lasst uns hier die Karte der Selbstironie ausspielen und über uns selbst lachen – es täte so gut!
Auch wenn es sich auch bei „Natürlich Blond“ um eine „vorgekaute“ Produktion handelt, es ist trotzdem ein mutiger Schritt aufwärts. Endlich.
Es geht immer besser und ambitionierter, mutiger und risikofreudiger, aber „Legally Blonde“ ist ein gutes Musical, das hier seinen Weg auf eine österreichische Bühne findet.
Zu hoffen bleibt nur, dass man dieses Funken Mut nicht wieder verliert, auch wenn es nicht so wie geplant laufen sollte, sondern weiter in die richtige Richtung arbeitet. In eine kreative Richtung. Babyschritte. Und wenn wir schon dabei sind, wäre es doch eine gute Idee dieses wiedergefundene Fünkchen Innovation umzusetzen und sein Potential in Musical-Konzerte (ein viel gewünschtes Sondheim-Tribute oder einen Abend mit Werken neuer Musicalkomponisten) und kleine Produktionen bzw. Try-Outs auf der Probebühne des Ronacher zu stecken. Im Moment kommt dieser langersehnte Stein nämlich langsam ins Rollen (z.B. „An Evening without Scott Alan“ oder „Der Urknall – Das Comedymusical“)…jetzt heißt es dranbleiben!
- Review Legally Blonde - London Cast Recording
- Omigod you guys. Legally Blonde in London
- Bilder von der Pressekonferenz VBW
- kultur-channel: Tuss'nalarm im Ronacher
- Zur Lage der VBW...1
- Musikalitis: Wien wird ein bisschen blonder
*Image via
Mittwoch, 4. April 2012
Jesus Christ Superstar - Ostern 2012 - Ronacher
Jesus Christ Superstar ist für mich Ostern – da steckt alles
drin. Die Geschichte ist in diesem Musical so aufbereitet, dass man sie
annehmen kann. Sie zeigt in der Musik und der Charakterisierung der Figuren so
viele Facetten und genau das ist das Spannendste daran.
Ich bin überrascht, dass es nach all den Dennis Kozeluh Inszenierungen der letzten Jahre, immer noch etwas Neues zu sehen und entdecken gibt. Das liegt u.a. an der doch immer wieder wechselnden Besetzung und zu einem Großteil an Drew Sarich, der jedes Jahr noch einen drauf legt. Das liegt aber auch an den hin und wieder neuen Ideen des Regisseurs.
Diese Ouvertüre – was ist da nicht schon alles drinnen? Andrew Lloyd Webber hat mit JCS sein Meisterwerk geschrieben, da besteht für mich kein Zweifel. Jedes Jahr werde ich aufs Neue überrascht und von dieser Komposition in den Bann gezogen.
Drew Sarich als Jesus – perfekt…oder eben nicht, weil Jesus nicht perfekt war. Genau das verkörpert Sarich mit einer Glaubwürdigkeit, die ihres Gleichen sucht. Wenn er singt – vor allem natürlich Gethsemane – dann ist es als würde er die Hand ausstrecken und mein Herz greifen, das Herz des Publikums. Jesus war nicht nett, er war gut, meint Drew Sarich im Interview mit HitSquad und genau so spielt er ihn. Als jungen Mann mit Zweifeln, der zwischen Gefühlen, dem Wissen seines „Auftrags“, den damit verbundenen Ängsten, dem Nicht-mehr-weiter-wissen und Sich-fragen-warum gefangen ist. Der helfen will, aber dem manchmal einfach alles zu viel wird. Dieses Ur-menschliche, das Sarich in seiner Rolleninterpretation des Jesus zeigt, berührt und lässt einen nicht mehr los.
Ebenso interessant ist Judas als Jesu „Gegenspieler“ – die zwei sind für mich gleichwertig und Judas nimmt eine sehr zentrale Position ein, übernimmt eine wesentliche Rolle. Wie schon im letzten Jahr wurde Mischa Mang diese Rolle anvertraut und wieder hat er – für mich – nichts daraus gemacht. Ich leide, weil er die Rolle des Judas einfach nicht vielschichtig genug aufbaut. Er spielt durchwegs in einer Dimension. Sein Judas wirkt zunächst unreif und er bleibt die ganze Zeit in einer Emotion stecken, da kann man nicht viel erkennen. Judas ist ebenfalls oder vor allem Identifikationsfigur. Er liebt Jesus, doch er stellt Fragen, ist Mensch. Hat ebenso Zweifel und Selbstzweifel, hat Angst, aber auch Hoffnung. Mang spielt hier nur Vorwurf und Unreife. Seine Rockstimme ist toll, keine Frage, aber seine Power steht ihm im Weg, wenn er nicht lernt, sie auch zurückzunehmen. Vielleicht ist das Regieanweisung, vielleicht kommt das von der musikalischen Seite, aber den Judas nur in dieser einen Dimension – als „Schreihals“ – zu porträtieren ist einfach zu wenig.
Man hat also hier keine ebenbürtigen Darsteller, die aber unbedingt auf einer Ebene sein sollten. Das ist unglaublich schade, denn gerade in der Rolle des Judas ist so viel möglich, wenn man nur gewillt ist, in die Tiefe zu gehen und sich auch einmal zurückzunehmen.
Kommen wir nur aber zu den positiven „Überraschungen“ des Abends. Ana Milva Gomes als Maria Magdalena - was für eine reife, berührende Performance. Auch wenn ich Caroline Vasicek immer gerne in dieser Rolle sehe, Gomes legt noch einen drauf – bringt noch mehr Ebenen in ihr Spiel und ihren Gesang. Ihr rotes Kostüm unterstützt die Rolle außerdem sehr, es passt perfekt.
Dann haben wir da noch die „Mafia“. Arcangelo Vigneri als Annas im Leo-Mantel – wow! Zusammen mit Dennis Kozeluh als Kaiphas mit Gangster-Tatoo und Ramin Dustdar als Pilates einfach großartig. Jeder bringt so viel in seine Rolle ein und auch die Inszenierung als „Cosa Nostra“ ist gelungen. Martin Berger als Herodes – genau richtig verrückt im „Amazing Technicolor Dreamcoat“. Die zwei Mädels an seiner Seite wirken allerdings lächerlich. Hätte man ihnen wenigstens Charleston-Kleidchen übergeworfen…
Bleibt noch Riccardo Greco, als Peter/Simon, der eine vielschichtige und stimmlich einwandfreie Performance zeigen konnte. Bei ihm sieht man einfach alles in seinen Augen. Ein Genuss.
An der Bühnenkonstruktion vom letzten Jahr (Robert Hirner) hat sich nicht viel geändert; sie ist stimmig. Mir haben dieses Jahr allerdings die Kostüme (Nicole Panagl, Josef Sonnberger) besonders gut gefallen. Für das Ensemble hippig und bunt, für die „Bösen“ ein paar Mafia-Mäntel und Sonnenbrillen, für Jesus zerrissene Jeans. Mir ist ein Jesus in Jeans und Doc Martens einfach viel lieber als im Kittel – es ist authentischer.
Zu bemängeln gibt es wieder einmal die Tonabmischung, das Orchester einen Tick zu laut (aber genial unter Koen Schoots) und die Mikros ab und zu einfach zu leise, kennt man den Text nicht, kann man ihn zweitweise nur schwer verstehen.
Hoffen wir, dass der neue VBW-Intendant Christian Struppeck (ebenfalls im Publikum), diese Oster-Tradition nicht aufgibt und auch in den kommenden Jahren dieses Musical auf den Spielplan setzt. Es ist immer wieder ein Erlebnis.
Jesus Christ Superstar noch an diesen Terminen im Ronacher:
- Jesus Christ Superstar im Ronacher 2011
- JCS Vereinigte Bühnen Wien
Ich bin überrascht, dass es nach all den Dennis Kozeluh Inszenierungen der letzten Jahre, immer noch etwas Neues zu sehen und entdecken gibt. Das liegt u.a. an der doch immer wieder wechselnden Besetzung und zu einem Großteil an Drew Sarich, der jedes Jahr noch einen drauf legt. Das liegt aber auch an den hin und wieder neuen Ideen des Regisseurs.
Diese Ouvertüre – was ist da nicht schon alles drinnen? Andrew Lloyd Webber hat mit JCS sein Meisterwerk geschrieben, da besteht für mich kein Zweifel. Jedes Jahr werde ich aufs Neue überrascht und von dieser Komposition in den Bann gezogen.
Drew Sarich als Jesus – perfekt…oder eben nicht, weil Jesus nicht perfekt war. Genau das verkörpert Sarich mit einer Glaubwürdigkeit, die ihres Gleichen sucht. Wenn er singt – vor allem natürlich Gethsemane – dann ist es als würde er die Hand ausstrecken und mein Herz greifen, das Herz des Publikums. Jesus war nicht nett, er war gut, meint Drew Sarich im Interview mit HitSquad und genau so spielt er ihn. Als jungen Mann mit Zweifeln, der zwischen Gefühlen, dem Wissen seines „Auftrags“, den damit verbundenen Ängsten, dem Nicht-mehr-weiter-wissen und Sich-fragen-warum gefangen ist. Der helfen will, aber dem manchmal einfach alles zu viel wird. Dieses Ur-menschliche, das Sarich in seiner Rolleninterpretation des Jesus zeigt, berührt und lässt einen nicht mehr los.
Ebenso interessant ist Judas als Jesu „Gegenspieler“ – die zwei sind für mich gleichwertig und Judas nimmt eine sehr zentrale Position ein, übernimmt eine wesentliche Rolle. Wie schon im letzten Jahr wurde Mischa Mang diese Rolle anvertraut und wieder hat er – für mich – nichts daraus gemacht. Ich leide, weil er die Rolle des Judas einfach nicht vielschichtig genug aufbaut. Er spielt durchwegs in einer Dimension. Sein Judas wirkt zunächst unreif und er bleibt die ganze Zeit in einer Emotion stecken, da kann man nicht viel erkennen. Judas ist ebenfalls oder vor allem Identifikationsfigur. Er liebt Jesus, doch er stellt Fragen, ist Mensch. Hat ebenso Zweifel und Selbstzweifel, hat Angst, aber auch Hoffnung. Mang spielt hier nur Vorwurf und Unreife. Seine Rockstimme ist toll, keine Frage, aber seine Power steht ihm im Weg, wenn er nicht lernt, sie auch zurückzunehmen. Vielleicht ist das Regieanweisung, vielleicht kommt das von der musikalischen Seite, aber den Judas nur in dieser einen Dimension – als „Schreihals“ – zu porträtieren ist einfach zu wenig.
Man hat also hier keine ebenbürtigen Darsteller, die aber unbedingt auf einer Ebene sein sollten. Das ist unglaublich schade, denn gerade in der Rolle des Judas ist so viel möglich, wenn man nur gewillt ist, in die Tiefe zu gehen und sich auch einmal zurückzunehmen.
Kommen wir nur aber zu den positiven „Überraschungen“ des Abends. Ana Milva Gomes als Maria Magdalena - was für eine reife, berührende Performance. Auch wenn ich Caroline Vasicek immer gerne in dieser Rolle sehe, Gomes legt noch einen drauf – bringt noch mehr Ebenen in ihr Spiel und ihren Gesang. Ihr rotes Kostüm unterstützt die Rolle außerdem sehr, es passt perfekt.
Dann haben wir da noch die „Mafia“. Arcangelo Vigneri als Annas im Leo-Mantel – wow! Zusammen mit Dennis Kozeluh als Kaiphas mit Gangster-Tatoo und Ramin Dustdar als Pilates einfach großartig. Jeder bringt so viel in seine Rolle ein und auch die Inszenierung als „Cosa Nostra“ ist gelungen. Martin Berger als Herodes – genau richtig verrückt im „Amazing Technicolor Dreamcoat“. Die zwei Mädels an seiner Seite wirken allerdings lächerlich. Hätte man ihnen wenigstens Charleston-Kleidchen übergeworfen…
Bleibt noch Riccardo Greco, als Peter/Simon, der eine vielschichtige und stimmlich einwandfreie Performance zeigen konnte. Bei ihm sieht man einfach alles in seinen Augen. Ein Genuss.
An der Bühnenkonstruktion vom letzten Jahr (Robert Hirner) hat sich nicht viel geändert; sie ist stimmig. Mir haben dieses Jahr allerdings die Kostüme (Nicole Panagl, Josef Sonnberger) besonders gut gefallen. Für das Ensemble hippig und bunt, für die „Bösen“ ein paar Mafia-Mäntel und Sonnenbrillen, für Jesus zerrissene Jeans. Mir ist ein Jesus in Jeans und Doc Martens einfach viel lieber als im Kittel – es ist authentischer.
Zu bemängeln gibt es wieder einmal die Tonabmischung, das Orchester einen Tick zu laut (aber genial unter Koen Schoots) und die Mikros ab und zu einfach zu leise, kennt man den Text nicht, kann man ihn zweitweise nur schwer verstehen.
Hoffen wir, dass der neue VBW-Intendant Christian Struppeck (ebenfalls im Publikum), diese Oster-Tradition nicht aufgibt und auch in den kommenden Jahren dieses Musical auf den Spielplan setzt. Es ist immer wieder ein Erlebnis.
Jesus Christ Superstar noch an diesen Terminen im Ronacher:
Donnerstag, 5. April 2012 um 19:30 Uhr
Freitag, 6. April 2012 um 19:30 Uhr
Samstag, 7. April 2012 um 19:30 Uhr
Sonntag, 8. April 2012 um 18:00 Uhr
LINKS:Freitag, 6. April 2012 um 19:30 Uhr
Samstag, 7. April 2012 um 19:30 Uhr
Sonntag, 8. April 2012 um 18:00 Uhr
- Jesus Christ Superstar im Ronacher 2011
- JCS Vereinigte Bühnen Wien
Montag, 5. März 2012
Das Beste kommt…zuerst...oder so
Die Muße hat nicht immer Zeit, deswegen finden meine letzten musicalischen Ereignisse nur in kurzer Form ihre Beachtung.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung der „An Evening Without“-Reihe mit weiteren „Neuentdeckungen“ des Musicals. Eine Bereicherung!
Mich hat die dritte Folge dieser Reihe nicht umgehaut, zu Gast bei den Vampiren war immer eine runde Sache, doch so ganz wollte das diesmal einfach nicht. Thomas Dänemark hat seine Sache wieder gut gemacht, er ist ein Moderator, der keinen Stock im Arsch hat, sondern gutgelaunt und mit geschicktem Händchen durch den Nachmittag führt. Opernsänger Clemens Unterreiner, der bereits zum dritten Mal dabei war, ein lustiger Lichtblick. Gern im Rampenlicht, aber nie unangenehm, immer amüsant. Mit Daniela Fally konnte diesmal eine tolle Sängerin und Schauspielerin gewonnen werden. Ihr „Glitter And Be Gay“ aus Candide sowie ihr Duett mit Georg Prohazka aus „Annie Get Your Gun“ waren neben „Nessun Dorma“ (Jörg Schneider) und dem Vater-Sohn-Duett aus La Traviata (Jörg Schneider und Clemens Unterreiner) die Highlights. „Anything you can do“ wurde übrigens umgedichtet in einen Wettstreit zwischen Musical und Oper – eine nette Idee, gut umgesetzt.
Die ersten 45min habe ich mir nur gelangweilt, und wie. Selten fadisiere ich mich im Theater, aber „Sweet Charity“ war einfach total langweilig. Schwung bekommt das Stück, das an brauchbaren Text und dramaturgischen Bogen wenig zu bieten hat, erst durch Peter Lesiak. Er ist es der die Inszenierung irgendwie rettet. Keine Frage auch Nina Weiß kommt mit der Zeit in die Gänge und erbringt gut Leistung. Ramin Dustdar bringt etwas Licht in das ganze Gesudle, seine Rolle ist allerdings beschränkt. Auch Barbara Wanasek sollte erwähnt werden, die durch ihre gelungene schauspielerische Leistung aus dem überaus blassen Ensemble heraussticht. Die Tanznummern ergeben wenig Sinn, sind aber ganz gut dahergebracht. Ob die Lieder jetzt gesungen werden oder nicht ist wurscht, um es mal so auszudrücken. Einige bekannte Melodien sind dabei und auch nett anzuhören, aber auch hier mangelt es an Performance. Bei „Rhythm of Life“ ist die Luft raus – da war von Anfang an nicht einmal Luft drinnen. Es sei dahingestellt was dieses Lied und diese Szene überhaupt in diesem Musical zu suchen haben, das fragt man sich bei den meisten Nummern, aber derart schlecht performt, wäre es wirklich besser gewesen die Nummer einfach zu streichen. Da springt kein einziger Funke über, obwohl das gesamte Ensemble auf der Bühne steht. Niente. NICHTS! Eine Schande für ein solches, grandioses Lied. Eine Nullnummer.
Das Bühnenbild ist nackt und ebenfalls langweilig, ab und zu sind ein paar nette Ideen (New York Skyline und Riesenrad) zu erkennen, da hat man von Sam Madwar allerdings schon wesentlich Besseres gesehen. Das größte Manko neben dem teilweise unmotivierten Ensemble ist die Regie (Ricarda R. Ludigkeit). Das fängt bei den Übergängen an und hört bei den Dialogen auf. Die ständigen Umbauten hätte man schöner und einfacher lösen können, da ist zu viel Hin und Her Geschiebe, Hin und Her Gerenne, das überhaupt keinen Sinn ergibt bzw. funktionierender gelöst werden könnte. Die Zuschauer sind denkende Menschen, die die Fähigkeit der Imagination besitzen, man muss ihnen nur dazu Anstoß geben. Da braucht es nicht viel und vor allem nicht so viele verschiedene, lieblose Bühnenbilder, die einem den Schauplatz vermitteln sollen. Hier wurde an den falschen Stellen gearbeitet, denn es ist auch nicht zu viel verlangt, dass wenn einer ins Wasser fällt ein Sound – ein „Splash“ – zuhören ist. Undurchdacht und lieblos dahin inszeniert, so irgendwie halt. Die ganze Produktion wirkt – lassen wir die Qualität des Stücks an sich einmal ganz außer Acht (um irgendwie dramaturgisch interessant zu werden hätte es u.a. einiger Striche bedürft) – so irgendwie. Irgendwie hinein gequetscht, irgendwie inszeniert, irgendwie aufgeführt, mit irgendeinem Bühnenbild, wird schon passen. Ich habe mich gefreut, endlich ein anderes Musical auf der Bühne zu sehen, aber ich wurde enttäuscht. Da geh ich hundertmal lieber mit „IWNNINY“ auf Kreuzfahrt, dort bekomme ich nämlich zumindest gute Unterhaltung geboten. Einer muss aber wirklich von all dem ausgenommen werden. Peter Lesiak macht seine Sache unglaublich gut. Sein Schauspiel (erinnert mich an Bill Murray in „What about Bob?“) und seine gesanglichen Qualitäten lebt er voll aus. Er beherrscht dieses Stück und macht es erträglicher.
Das Beste kommt zum Schluss – nein, heute einmal nicht. Schieben wir einmal das Beste an den Anfang, wer dann nicht mehr weiterlesen möchte, hat zumindest das gelesen, was wirklich Beachtung finden sollte.
An Evening Without Scott Alan - Probebühne Ronacher
Es ist ein Abend von dem nicht oft genug gesprochen werden kann, der nicht oft genug Anerkennung und Beachtung finden sollte. Doch was soll man darüber schreiben, als die herzliche Empfehlung - und es ist wirklich eine HERZliche – sich dieses Konzert anzusehen. Da sind zum einen die Songs von Scott Alan, der unglaublich schöne, tiefsinnige Nummern geschrieben hat – meist sehr melancholisch und nachdenklich, und zum anderen die Menschen, die sie performen. Die haben nämlich mindestens genauso viel Herz und Gespür wie – nehmen wir das jetzt einmal an - der Komponist selbst.
Da hört man Lieder von Zweifeln, von Fragen, von Situationen, in denen wir uns alle schon einmal befunden haben, ehrlich und gefühlvoll interpretiert von sieben Menschen, die sich den Songs ganz und gar annehmen. Der Abend geht ans Herz, er berührt und macht Freude.
Kurze Einleitungen und Erzählungen zu Scott Alan, seiner Musik und den Musikern auf der Bühne verbinden die Lieder zu einem Ganzen, das man nicht vergessen kann und will. Zugute kommen den Songs vor allem auch die großartigen Arrangements von Bernd Leichtfried, der manchen Liedern hie und da noch ein wenig mehr Schwung gibt oder ihnen die Möglichkeit gibt noch mehr zu strahlen.
Wer also einen bezaubernden, ehrlichen und herzergreifenden Musicalabend erleben möchte, dem sei ans Herz gelegt am 5. März – zum letzten Mal – in der Probebühne des Ronacher vorbeizuschauen. Achtung! 5. Stock, nicht bei den Nonnen …Ich hoffe auf eine Fortsetzung der „An Evening Without“-Reihe mit weiteren „Neuentdeckungen“ des Musicals. Eine Bereicherung!
Musical meets Opera 3 – Schiff Ahoi! - Raimund Theater
Ein tolles Konzept, das bereits zweimal gezeigt hat, was es kann. Die Nummer drei will aber irgendwie nicht so recht. Das Genre Musical hat im Raimund Theater DERZEIT nämlich gar keine Chance gegen das Kaliber Oper anzutreten. Das zeigt der überwältigende Applaus, der nicht auf die Songs von Udo Jürgens folgte, sondern auf die Gassenhauer aus der Oper, die toll interpretiert wurden. Das Musical fand seine Beachtung nur durch die Auswahl der Musical-Songs, die vor allem die Opernsänger – allen voran Daniela Fally - großartig performt haben. Da wurde Bernstein und Gershwin Tribut gezollt, und die Matrosen können einpacken. Mich hat die dritte Folge dieser Reihe nicht umgehaut, zu Gast bei den Vampiren war immer eine runde Sache, doch so ganz wollte das diesmal einfach nicht. Thomas Dänemark hat seine Sache wieder gut gemacht, er ist ein Moderator, der keinen Stock im Arsch hat, sondern gutgelaunt und mit geschicktem Händchen durch den Nachmittag führt. Opernsänger Clemens Unterreiner, der bereits zum dritten Mal dabei war, ein lustiger Lichtblick. Gern im Rampenlicht, aber nie unangenehm, immer amüsant. Mit Daniela Fally konnte diesmal eine tolle Sängerin und Schauspielerin gewonnen werden. Ihr „Glitter And Be Gay“ aus Candide sowie ihr Duett mit Georg Prohazka aus „Annie Get Your Gun“ waren neben „Nessun Dorma“ (Jörg Schneider) und dem Vater-Sohn-Duett aus La Traviata (Jörg Schneider und Clemens Unterreiner) die Highlights. „Anything you can do“ wurde übrigens umgedichtet in einen Wettstreit zwischen Musical und Oper – eine nette Idee, gut umgesetzt.
Sonst gibt es eigentlich nicht viel dazu zu sagen, zeitweise habe ich mich schrecklich gelangweilt. Die Gespräche vor der Kitschkulisse waren ganz nett, ansonsten kann man sagen, dass sich das Musical „Ich war noch niemals in New York“ selbst in Szene gesetzt hat. Die Show wurde ihm allerdings von der Oper gestohlen. Achja, die PR und Marketing-Abteilungen der VBW haben außerdem nichts anbrennen lassen. Laden die Matrosen ins Raimund Theater ein wird mit allen Mitteln aufgefahren. Sei es nun Fernsehberichterstattung, Hausfotografie und die Möglichkeit sich mit der (lebendigen!) Freiheitsstatute vor dem Theater ablichten zu lassen. Eine Generalprobe für den Tag der offenen Tür am 17. März und Promotion für die letzte Monate „IWNNINY“ in Wien. So gut steht es anscheinend eh nicht mehr um den Kartenverkauf, zeigt die neue „2 für 1“-Aktion. Ein weiteres Schiff das untergeht...
Sweet Charity – Stadttheater Baden
Habe ich die Wahl zwischen „Sweet Charity“ in Baden und „IWNNINY“ wähle ich definitiv letzteres – und das will etwas heißen! Die ersten 45min habe ich mir nur gelangweilt, und wie. Selten fadisiere ich mich im Theater, aber „Sweet Charity“ war einfach total langweilig. Schwung bekommt das Stück, das an brauchbaren Text und dramaturgischen Bogen wenig zu bieten hat, erst durch Peter Lesiak. Er ist es der die Inszenierung irgendwie rettet. Keine Frage auch Nina Weiß kommt mit der Zeit in die Gänge und erbringt gut Leistung. Ramin Dustdar bringt etwas Licht in das ganze Gesudle, seine Rolle ist allerdings beschränkt. Auch Barbara Wanasek sollte erwähnt werden, die durch ihre gelungene schauspielerische Leistung aus dem überaus blassen Ensemble heraussticht. Die Tanznummern ergeben wenig Sinn, sind aber ganz gut dahergebracht. Ob die Lieder jetzt gesungen werden oder nicht ist wurscht, um es mal so auszudrücken. Einige bekannte Melodien sind dabei und auch nett anzuhören, aber auch hier mangelt es an Performance. Bei „Rhythm of Life“ ist die Luft raus – da war von Anfang an nicht einmal Luft drinnen. Es sei dahingestellt was dieses Lied und diese Szene überhaupt in diesem Musical zu suchen haben, das fragt man sich bei den meisten Nummern, aber derart schlecht performt, wäre es wirklich besser gewesen die Nummer einfach zu streichen. Da springt kein einziger Funke über, obwohl das gesamte Ensemble auf der Bühne steht. Niente. NICHTS! Eine Schande für ein solches, grandioses Lied. Eine Nullnummer.
Das Bühnenbild ist nackt und ebenfalls langweilig, ab und zu sind ein paar nette Ideen (New York Skyline und Riesenrad) zu erkennen, da hat man von Sam Madwar allerdings schon wesentlich Besseres gesehen. Das größte Manko neben dem teilweise unmotivierten Ensemble ist die Regie (Ricarda R. Ludigkeit). Das fängt bei den Übergängen an und hört bei den Dialogen auf. Die ständigen Umbauten hätte man schöner und einfacher lösen können, da ist zu viel Hin und Her Geschiebe, Hin und Her Gerenne, das überhaupt keinen Sinn ergibt bzw. funktionierender gelöst werden könnte. Die Zuschauer sind denkende Menschen, die die Fähigkeit der Imagination besitzen, man muss ihnen nur dazu Anstoß geben. Da braucht es nicht viel und vor allem nicht so viele verschiedene, lieblose Bühnenbilder, die einem den Schauplatz vermitteln sollen. Hier wurde an den falschen Stellen gearbeitet, denn es ist auch nicht zu viel verlangt, dass wenn einer ins Wasser fällt ein Sound – ein „Splash“ – zuhören ist. Undurchdacht und lieblos dahin inszeniert, so irgendwie halt. Die ganze Produktion wirkt – lassen wir die Qualität des Stücks an sich einmal ganz außer Acht (um irgendwie dramaturgisch interessant zu werden hätte es u.a. einiger Striche bedürft) – so irgendwie. Irgendwie hinein gequetscht, irgendwie inszeniert, irgendwie aufgeführt, mit irgendeinem Bühnenbild, wird schon passen. Ich habe mich gefreut, endlich ein anderes Musical auf der Bühne zu sehen, aber ich wurde enttäuscht. Da geh ich hundertmal lieber mit „IWNNINY“ auf Kreuzfahrt, dort bekomme ich nämlich zumindest gute Unterhaltung geboten. Einer muss aber wirklich von all dem ausgenommen werden. Peter Lesiak macht seine Sache unglaublich gut. Sein Schauspiel (erinnert mich an Bill Murray in „What about Bob?“) und seine gesanglichen Qualitäten lebt er voll aus. Er beherrscht dieses Stück und macht es erträglicher.
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Donnerstag, 8. September 2011
Willkommen im Musical-Herbst...
Man glaubt es kaum, aber es ist wieder soweit…der Musical-Herbst zieht ins Land.
Neben "Aida" und "Egon Schiele" brachte mich der Sommer nach London zu "Ghost" und "Billy Elliot", doch was in den nächsten Wochen und Monaten auf uns Musicalliebhaber wartet ist vielversprechend.
Da findet man Neues und wiederkehrendes Altes und Gutes wie z.B. das Musical Unplugged Konzert, das zum sechsten Mal stattfinden wird oder die Wiederaufnahme von „An Evening Without Scott Alan“. Man kann Deloris und die Klosterschwestern im Ronacher besuchen oder mit Jason Robert Brown und dem Vienna Theatre Project in der Drachengasse auf den Beziehungspfaden von Jamie und Cathy in „The Last 5 Years“ wandeln.
Im Akzent kommt eine überarbeitete Fassung von „Wenn Rosenblätter fallen“ auf die Bühne, ein Musical, das eine ganz eigene Feinheit besitzt und nach Workshops und Überarbeitungen jetzt (hoffentlich) in vollem Glanz erblühen wird. Im krassen Gegensatz dazu steht die „Rocky Horror Picture Show“ mit Rob Fowler, wieder auf dem Programm des Museumsquartiers, wo auch „Woyzeck“ mit dem großartigen Raphael van Bargen und den Tiger Lillies Ende September zur Uraufführung kommt.
Die Volksoper bietet ebenfalls eine Mischung aus Alt und Neu und zeigt noch einmal „Hello, Dolly!“ bevor es weiter nach Rom geht und ab Dezember „Die spinnen, die Römer“ aka Sondheims „A Funny Thing Happened On The Way To The Forum“ auf dem Spielplan steht. Ein mutiger Schritt in die richtige Richtung.
Die Kammerspiele trauen sich an eine En Suite-Produktion von „Singin‘ in the Rain“ heran, während sich in Salzburg Uwe Kröger als Baron von Trapp beweisen darf (schlechte Vorahnung), in Klagenfurt auf den Klassiker „My Fair Lady“ zurückgegriffen wird (warum nicht, immer nett) und das Wiener Metropol immer noch "Ti Amo 2" spielt (anscheinend immer noch erfolgreich?!).
Ein buntes Programm also, das längst nicht vollständig ist, aber trotzdem schon Vorfreude aufkommen lässt. Und auch sonst steht viel Neues an, sollte z.B. Kathrin Zechner tatsächlich die VBW verlassen, um zum ORF zurückzukehren (was das bedeutet wird sich bald zeigen). Ganz besonders freuen darf man sich auch auf die lang ersehnte CD der "Wildhorn and Friends"-Gala, die am 11. November erscheinen wird.
Für mich geht es am Samstag aber erstmal nach New York, wo „How To Succeed in Business Without Really Trying“, „The Submission“ mit Jonathan Groff und „Spider Man Turn Off The Dark“ auf mich warten…
Neben "Aida" und "Egon Schiele" brachte mich der Sommer nach London zu "Ghost" und "Billy Elliot", doch was in den nächsten Wochen und Monaten auf uns Musicalliebhaber wartet ist vielversprechend.
Da findet man Neues und wiederkehrendes Altes und Gutes wie z.B. das Musical Unplugged Konzert, das zum sechsten Mal stattfinden wird oder die Wiederaufnahme von „An Evening Without Scott Alan“. Man kann Deloris und die Klosterschwestern im Ronacher besuchen oder mit Jason Robert Brown und dem Vienna Theatre Project in der Drachengasse auf den Beziehungspfaden von Jamie und Cathy in „The Last 5 Years“ wandeln.
Im Akzent kommt eine überarbeitete Fassung von „Wenn Rosenblätter fallen“ auf die Bühne, ein Musical, das eine ganz eigene Feinheit besitzt und nach Workshops und Überarbeitungen jetzt (hoffentlich) in vollem Glanz erblühen wird. Im krassen Gegensatz dazu steht die „Rocky Horror Picture Show“ mit Rob Fowler, wieder auf dem Programm des Museumsquartiers, wo auch „Woyzeck“ mit dem großartigen Raphael van Bargen und den Tiger Lillies Ende September zur Uraufführung kommt.
Die Volksoper bietet ebenfalls eine Mischung aus Alt und Neu und zeigt noch einmal „Hello, Dolly!“ bevor es weiter nach Rom geht und ab Dezember „Die spinnen, die Römer“ aka Sondheims „A Funny Thing Happened On The Way To The Forum“ auf dem Spielplan steht. Ein mutiger Schritt in die richtige Richtung.
Die Kammerspiele trauen sich an eine En Suite-Produktion von „Singin‘ in the Rain“ heran, während sich in Salzburg Uwe Kröger als Baron von Trapp beweisen darf (schlechte Vorahnung), in Klagenfurt auf den Klassiker „My Fair Lady“ zurückgegriffen wird (warum nicht, immer nett) und das Wiener Metropol immer noch "Ti Amo 2" spielt (anscheinend immer noch erfolgreich?!).
Ein buntes Programm also, das längst nicht vollständig ist, aber trotzdem schon Vorfreude aufkommen lässt. Und auch sonst steht viel Neues an, sollte z.B. Kathrin Zechner tatsächlich die VBW verlassen, um zum ORF zurückzukehren (was das bedeutet wird sich bald zeigen). Ganz besonders freuen darf man sich auch auf die lang ersehnte CD der "Wildhorn and Friends"-Gala, die am 11. November erscheinen wird.
Für mich geht es am Samstag aber erstmal nach New York, wo „How To Succeed in Business Without Really Trying“, „The Submission“ mit Jonathan Groff und „Spider Man Turn Off The Dark“ auf mich warten…
Dienstag, 10. Mai 2011
West End Eurovision
Während ich mich in wenigen Minuten auf nach Düsseldorf mache - ja, ich fahre zum Songcontest - könnt ihr euch auf diesen mit "West End Eurovision" einstimmen. Ein Wettbewerb der West Ends Shows ganz im Zeichen des Eurovision Songcontest. Die Ensembles der Shows treten gegen einander an, singen Eurovision-Hits in neuen, musicalischen Versionen und bekommen 1-12 Punkte :) Highlights der letzten Jahre kann man sich online ansehen - viel Spaß dabei.
Leider kann ich nicht beim zweiten VBW-Haiti-Benefizkonzert dabei sein, aber man kann nicht alles haben :) Wer von euch dabei ist, dem wünsche ich viel Spaß. Ich finde es großartig, was Marjan Shaki und Lukas Perman auf die Beine stellen und welchen Einsatz und ehrliche Betroffenheit sie zeigen. Wer keine Karten mehr ergattern konnte und dennoch etwas Gutes tun möchte - sich und den Opfern, der kann auf ebay seltene Musical-Souvenirs ersteigern. Los geht's!!
WEST END EUROVISION:
- Legally Blonde: Flying the Flag
- Billy Elliot: Let It Swing
- Avenue Q: Better the Devil You Know
- Les Miserables: Puppet on a String
- und viele andere...
Leider kann ich nicht beim zweiten VBW-Haiti-Benefizkonzert dabei sein, aber man kann nicht alles haben :) Wer von euch dabei ist, dem wünsche ich viel Spaß. Ich finde es großartig, was Marjan Shaki und Lukas Perman auf die Beine stellen und welchen Einsatz und ehrliche Betroffenheit sie zeigen. Wer keine Karten mehr ergattern konnte und dennoch etwas Gutes tun möchte - sich und den Opfern, der kann auf ebay seltene Musical-Souvenirs ersteigern. Los geht's!!
WEST END EUROVISION:
- Legally Blonde: Flying the Flag
- Billy Elliot: Let It Swing
- Avenue Q: Better the Devil You Know
- Les Miserables: Puppet on a String
- und viele andere...
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Julia
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Donnerstag, 21. April 2011
Jesus Christ Superstar - Ronacher
Eine Tradition. Kein Ostern ohne Jesus Christ Superstar. Für mich jedenfalls ist es nicht richtig Ostern, habe ich nicht einmal JCS gehört oder gesehen. Ich brauche es fast, um einen Moment inne zu halten und mich auf die Geschichte von Jesus zu besinnen.
Heute hat es mich also ins Ronacher gezogen, um die Geschichte in mich aufzunehmen und in mir "Ostern" werden zu lassen. Die konzertante Aufführung dieses Musicals ist mittlerweile auch Tradition der VBW, und zwar eine gute! Die Besetzung wechselt zwar von Jahr zu Jahr, aber ansonsten gibt es nicht viele Veränderungen.
Was gibt es also zu der diesjährigen Inszenierung (Dennis Kozeluh, Staging: Jerôme Knols) zu sagen? Ich kann gar nicht anders, als mit Drew Sarich zu beginnen. Lobeshymnen auf ihn singe ich nur allzu gerne und dieser Darsteller gibt mir auch immer einen Grund dafür. Seit ich ihn als Jesus Christ gesehen habe, gibt es keinen anderen mehr, der diese Rolle spielen kann. Er hat die Rolle so in sich, dass ich mir keinen anderen als Jesus vorstellen möchte. Sarich beherrscht seine Stimme - und was für eine! - wie kein anderer. Alle Töne sitzen, doch er geht noch darüber hinaus. Er füllt Jesus mit unzähligen Elementen aus und präsentiert ihn mit allen Facetten, die diesen Menschen ausmachen. Sarich ist Jesus Christ, ist Mensch mit Gefühlen. Zweifel, Ängsten, Wut, Gutmütigkeit, Liebe, Sanftheit, Aggression - alles ist da. Zum Greifen nah. Drew Sarich greift nahezu in unser Herz und berührt es direkt an der Stelle, wo wir am meisten wir sind - mit unseren Gefühlen, Zweifeln, Ängsten. Mir kommen bei "Gethsemane" immer die Tränen - es ist ein Song der mir die Luft wegschnürt. Obwohl ich kein großer Andrew Lloyd Webber Fan bin, beweist der Song immer wieder zu welchen Kompositionen Andrew Lloyd Webber fähig ist. Jesus Christ Superstar ist sein Meisterwerk. Finde ich.
Kommen wir nun zu Judas. Judas ist ein schwieriger Fall. Er ist ein komplizierter Charakter, doch vor allem ein Mensch, der enttäuscht wird. Judas ist ein guter Mensch, aber einer der nicht mehr weiter weiß, nicht mehr verstehen kann und die Grenze überschreitet, weil er glaubt richtig zu handeln. Er ist Spannung zwischen Gegensätzen, befindet sich dauernd im Zwiespalt - eine sehr herausfordernde Rolle, die viele Möglichkeiten offen lässt. Idealbesetzung der letzten Jahre war für mich klar Serkan Kaya. Kaya hat Judas genau "erwischt" und ihn nicht nur glaubwürdig, sondern auch sympathisch und ehrlich dargestellt. Dieses Jahr ist Mischa Mang Judas und tobt sich auf der Bühne aus. Leider etwas zu sehr. Er ist immer "slightly over the top" und beansprucht die Bühne zu sehr für sich. Seine tolle Rockstimme nützt er bis auf das Letzte aus, doch hätte er sie an manchen Stellen eher zurücknehmen sollen. Es war zu viel. Nicht immer war klar, wo er mit "Judas" hinwollte; zu wenig ausgearbeitet schien, was er hier performte. Wie es hätte sein können, konnte man nur kurz bei "Blood Money" erkennen.
Solide wie immer Caroline Vasicek, die "I Don't Know How To Love Him" immer zu seinem kleinen Erlebnis macht. Ihr Stimme ist so voll Liebe und hat einen wunderbar angenehmen Klang, dem man immer lauschen könnte. Schade, dass sie nicht auf der CD-Aufnahme von 2005 zu hören ist. Rob Fowler allerdings ist sowohl auf der CD, als auch jetzt wieder im Ronacher als Simon/ Annas zu hören. Fowler hat es einfach drauf. Auch er gibt alles und überzeugt einmal mehr mit Stimme, Charme und Gesamtperformance.
Überraschung: James Sbano als Herodes und Alexander Di Capri als Pilatus. Während Sbano sich in seiner Muttersprache einmal richtig austoben kann - wirkt gleich viel besser! - beginnt Di Capri zunächst schwach, gibt Pilatus dann aber ungeahnte Nuancen und blüht auf.
Enttäuschend: Norbert Kohler als Petrus. Langweilig und statisch. Schade.
Aus dem Ensemble sind vielleicht noch Gernot Romic und Robert D. Marx hervorzuheben, die mit einer großen Portion Spielfreude ihren Charakteren Leben einhaucht haben.
Dieses Jahr gut umgesetzt wurde auch die Bühnensituation mit dem Orchester on stage (Robert Hirner). Ein Kreuz zieht sich quer über die Bühne, ist immer präsent. Es lässt einen nicht los und zwingt dazu, das Ende im Gedächtnis zu behalten - man kann es aber auch so nicht vergessen. Schön auch die Idee mit dem "Feuer-Kreuz".
Zu bemängeln wären noch die öden Choreographien, die trotz des Platzmangels peppiger ausfallen hätten können. Da wäre noch mehr drinnen gewesen...
Und wie immer: Das Orchester top, aber zu laut. Mang, der eh schon viel schreit, musste noch einen drauf setzen - das war dann zu viel.
Achja, eine Anmerkung gäbe es da noch: Das Premierenpublikum war zwar sehr enthusiastisch, konnte es aber ab und zu gar nicht aushalten mit dem Applaus zu warten. Die Songs waren eindeutig noch nicht zu Ende und es wurde direkt hineingeklatscht, in die berührendstens Momente. Mit so etwas habe ich manchmal ein Problem, aber vielleicht geht das nur mir so...
Alles in allem ca. 90 min (ohne Pause) gute Unterhaltung mit einigen tollen Stimmen. Schon wegen Drew Sarich alleine zahlt es sich aus hinzugehen!
Jesus Christ Superstar (In Concert) ist noch an diesen Terminen zu sehen:
Freitag, 22. April 2011 um 19:30 Uhr
Samstag, 23. April 2011 um 19:30 Uhr
Sonntag, 24. April 2011 um 18:00 Uhr
Links:
- Tickets und Info
- Fotos
Heute hat es mich also ins Ronacher gezogen, um die Geschichte in mich aufzunehmen und in mir "Ostern" werden zu lassen. Die konzertante Aufführung dieses Musicals ist mittlerweile auch Tradition der VBW, und zwar eine gute! Die Besetzung wechselt zwar von Jahr zu Jahr, aber ansonsten gibt es nicht viele Veränderungen.
Was gibt es also zu der diesjährigen Inszenierung (Dennis Kozeluh, Staging: Jerôme Knols) zu sagen? Ich kann gar nicht anders, als mit Drew Sarich zu beginnen. Lobeshymnen auf ihn singe ich nur allzu gerne und dieser Darsteller gibt mir auch immer einen Grund dafür. Seit ich ihn als Jesus Christ gesehen habe, gibt es keinen anderen mehr, der diese Rolle spielen kann. Er hat die Rolle so in sich, dass ich mir keinen anderen als Jesus vorstellen möchte. Sarich beherrscht seine Stimme - und was für eine! - wie kein anderer. Alle Töne sitzen, doch er geht noch darüber hinaus. Er füllt Jesus mit unzähligen Elementen aus und präsentiert ihn mit allen Facetten, die diesen Menschen ausmachen. Sarich ist Jesus Christ, ist Mensch mit Gefühlen. Zweifel, Ängsten, Wut, Gutmütigkeit, Liebe, Sanftheit, Aggression - alles ist da. Zum Greifen nah. Drew Sarich greift nahezu in unser Herz und berührt es direkt an der Stelle, wo wir am meisten wir sind - mit unseren Gefühlen, Zweifeln, Ängsten. Mir kommen bei "Gethsemane" immer die Tränen - es ist ein Song der mir die Luft wegschnürt. Obwohl ich kein großer Andrew Lloyd Webber Fan bin, beweist der Song immer wieder zu welchen Kompositionen Andrew Lloyd Webber fähig ist. Jesus Christ Superstar ist sein Meisterwerk. Finde ich.
Kommen wir nun zu Judas. Judas ist ein schwieriger Fall. Er ist ein komplizierter Charakter, doch vor allem ein Mensch, der enttäuscht wird. Judas ist ein guter Mensch, aber einer der nicht mehr weiter weiß, nicht mehr verstehen kann und die Grenze überschreitet, weil er glaubt richtig zu handeln. Er ist Spannung zwischen Gegensätzen, befindet sich dauernd im Zwiespalt - eine sehr herausfordernde Rolle, die viele Möglichkeiten offen lässt. Idealbesetzung der letzten Jahre war für mich klar Serkan Kaya. Kaya hat Judas genau "erwischt" und ihn nicht nur glaubwürdig, sondern auch sympathisch und ehrlich dargestellt. Dieses Jahr ist Mischa Mang Judas und tobt sich auf der Bühne aus. Leider etwas zu sehr. Er ist immer "slightly over the top" und beansprucht die Bühne zu sehr für sich. Seine tolle Rockstimme nützt er bis auf das Letzte aus, doch hätte er sie an manchen Stellen eher zurücknehmen sollen. Es war zu viel. Nicht immer war klar, wo er mit "Judas" hinwollte; zu wenig ausgearbeitet schien, was er hier performte. Wie es hätte sein können, konnte man nur kurz bei "Blood Money" erkennen.
Solide wie immer Caroline Vasicek, die "I Don't Know How To Love Him" immer zu seinem kleinen Erlebnis macht. Ihr Stimme ist so voll Liebe und hat einen wunderbar angenehmen Klang, dem man immer lauschen könnte. Schade, dass sie nicht auf der CD-Aufnahme von 2005 zu hören ist. Rob Fowler allerdings ist sowohl auf der CD, als auch jetzt wieder im Ronacher als Simon/ Annas zu hören. Fowler hat es einfach drauf. Auch er gibt alles und überzeugt einmal mehr mit Stimme, Charme und Gesamtperformance.
Überraschung: James Sbano als Herodes und Alexander Di Capri als Pilatus. Während Sbano sich in seiner Muttersprache einmal richtig austoben kann - wirkt gleich viel besser! - beginnt Di Capri zunächst schwach, gibt Pilatus dann aber ungeahnte Nuancen und blüht auf.
Enttäuschend: Norbert Kohler als Petrus. Langweilig und statisch. Schade.
Aus dem Ensemble sind vielleicht noch Gernot Romic und Robert D. Marx hervorzuheben, die mit einer großen Portion Spielfreude ihren Charakteren Leben einhaucht haben.
Dieses Jahr gut umgesetzt wurde auch die Bühnensituation mit dem Orchester on stage (Robert Hirner). Ein Kreuz zieht sich quer über die Bühne, ist immer präsent. Es lässt einen nicht los und zwingt dazu, das Ende im Gedächtnis zu behalten - man kann es aber auch so nicht vergessen. Schön auch die Idee mit dem "Feuer-Kreuz".
Zu bemängeln wären noch die öden Choreographien, die trotz des Platzmangels peppiger ausfallen hätten können. Da wäre noch mehr drinnen gewesen...
Und wie immer: Das Orchester top, aber zu laut. Mang, der eh schon viel schreit, musste noch einen drauf setzen - das war dann zu viel.
Achja, eine Anmerkung gäbe es da noch: Das Premierenpublikum war zwar sehr enthusiastisch, konnte es aber ab und zu gar nicht aushalten mit dem Applaus zu warten. Die Songs waren eindeutig noch nicht zu Ende und es wurde direkt hineingeklatscht, in die berührendstens Momente. Mit so etwas habe ich manchmal ein Problem, aber vielleicht geht das nur mir so...
Alles in allem ca. 90 min (ohne Pause) gute Unterhaltung mit einigen tollen Stimmen. Schon wegen Drew Sarich alleine zahlt es sich aus hinzugehen!
Jesus Christ Superstar (In Concert) ist noch an diesen Terminen zu sehen:
Freitag, 22. April 2011 um 19:30 Uhr
Samstag, 23. April 2011 um 19:30 Uhr
Sonntag, 24. April 2011 um 18:00 Uhr
Links:
- Tickets und Info
- Fotos
Mittwoch, 2. März 2011
Tanz der Vampire - Die Neuen
So, gestern habe ich also endlich Drew Sarich als Vampirgrafen gesehen und - wie angenommen - hat er mir unglaublich gut gefallen. Ich könnte mit Superlativen um mich werfen, unterlasse dies aber lieber - ihr könnt es euch vorstellen.
Drew Sarich wurde mit einer Stimme gesegnet, die man einfach nicht beschreiben kann. Sie trifft einfach direkt ins Herz und erfüllt mich immer ganz - sie ist ein kleines Wunder. Die Stimme ist es auch, die seinem Krolock die erhabene Präsenz gibt - im Gegensatz zu Thomas Borchert, der durch seine Statur schon eine natüliche Krolock-Präsenz hat, er braucht eigentlich nicht mehr viel zu machen. Aber Drew Sarich ist anders. Er ist ein anderer Krolock und was für einer. So sehr ich Borchert schätze, der Cast Wechsel war gut, denn er hat frischen Wind in das Musical gebracht.
Sarich legt seinen Krolock ganz anders an. Er bewegt sich wie irgendwie ein bisschen wie ein Panther und bekommt dadurch etwas Animalisches. Sarich spielt den Grafen ein wenig verrückt und mit einem leichten "Tick". Krolock wird unberechenbar und das verleiht ihm eine gruselige Aura, die einen nicht loslässt. Drew Sarich unterstützt dies mit vielen Gesten und einer ausgefeilten, sehr natürlichen Mimik. Alles an ihm ist Krolock, er lebt ihn auf der Bühne und das fesselt mich. Ein weiteres Plus sind seine stimmlichen Qualitäten, die er hier voll ausleben kann - besonders ist, dass er ziemlich viel variiert. Er singt die Patitur nicht herunter, sondern macht sie zu seiner eigenen. Die Variationen bringen neues Leben in die Show und verursachen bei mir Gänsehaut - ein tolles Gefühl. Natürlich auch bei "Unstillbare Gier" - die er energisch, sehr ehrlich, gefühlvoll, aber auch verzweifelt singt...unbeschreiblich gut.
Gestern habe ich außerdem das erste Mal den neuen "Fledermaus/Vampir-Flug" gesehen. Ob den die Show gebraucht hat ist fraglich, aber nett ist er allemal. Ein bisschen "Spiderman-Action" muss anscheinend heutzutage sein :)
Kommen wir noch kurz zum Rest der Besetzung...
Fernand Delosch als Chagal - eine Wohltat. Ich persönlich finde James Sbano lässt etwas nach, auch wenn er den Wirten sehr gut spielt, man versteht kein Wort. Delosch kann mit Sbano locker mithalten, er ist nicht so eingerostet und bringt frischen Wind.
Melanie Ortner gefällt mir als Magda sehr gut. Marjan Shaki und Lukas Perman werden immer besser. Vor allem Shaki gibt ihrer Rolle noch neue Dimensionen. Ich bewundere es sehr, wenn man eine Rolle so lange gespielt hat, jeden Abend - und trotzdem nicht an Qualität verliert, sondern seine Leistung noch einmal steigert. Man geht wahrscheinlich noch tiefer in den Charakter hinein, um sein Spiel noch zu verfeinern, doch die Gefahr nachzulassen besteht immer. Bei Perman und Shaki, sowie auch Katharina Dorian, Marc Liebisch und Thomas Weissengruber ist das nicht der Fall. Gernot Kranner jedoch spielt zwar den Professor wie eh und je, kann aber in puncto Ausdruck nicht mehr ganz überzeugen. Würde ich den Text nicht kennen, ich wüsste manchmal nicht, von was er denn singt. Ich finde das etwas schade, denn gerade auch die Lyrics sind oft sehr lustig.
Zum Schluss gibt es noch zu sagen...das Carpe Noctem Solo ist zwar gestern etwas besser gewesen als sonst, aber trotzdem immer noch katastrophal - den Sängern geht immer die Luft aus, sie stützen nicht und ihre Töne klingen schief und irgendwie abgewürgt. Ein kleines Trauerspiel, das Gänsehaut aus dem falschen Grund erzeugt. Schade, das muss eigentlich nicht sein.
LINKS:
- Making Of Fledermaus-Vampir-Flug Video
- Drew Sarich - Die unstillbare Gier
- Drew Sarich bei den Proben zu Tanz der Vampire
*Image via
Drew Sarich wurde mit einer Stimme gesegnet, die man einfach nicht beschreiben kann. Sie trifft einfach direkt ins Herz und erfüllt mich immer ganz - sie ist ein kleines Wunder. Die Stimme ist es auch, die seinem Krolock die erhabene Präsenz gibt - im Gegensatz zu Thomas Borchert, der durch seine Statur schon eine natüliche Krolock-Präsenz hat, er braucht eigentlich nicht mehr viel zu machen. Aber Drew Sarich ist anders. Er ist ein anderer Krolock und was für einer. So sehr ich Borchert schätze, der Cast Wechsel war gut, denn er hat frischen Wind in das Musical gebracht.
Sarich legt seinen Krolock ganz anders an. Er bewegt sich wie irgendwie ein bisschen wie ein Panther und bekommt dadurch etwas Animalisches. Sarich spielt den Grafen ein wenig verrückt und mit einem leichten "Tick". Krolock wird unberechenbar und das verleiht ihm eine gruselige Aura, die einen nicht loslässt. Drew Sarich unterstützt dies mit vielen Gesten und einer ausgefeilten, sehr natürlichen Mimik. Alles an ihm ist Krolock, er lebt ihn auf der Bühne und das fesselt mich. Ein weiteres Plus sind seine stimmlichen Qualitäten, die er hier voll ausleben kann - besonders ist, dass er ziemlich viel variiert. Er singt die Patitur nicht herunter, sondern macht sie zu seiner eigenen. Die Variationen bringen neues Leben in die Show und verursachen bei mir Gänsehaut - ein tolles Gefühl. Natürlich auch bei "Unstillbare Gier" - die er energisch, sehr ehrlich, gefühlvoll, aber auch verzweifelt singt...unbeschreiblich gut.
Gestern habe ich außerdem das erste Mal den neuen "Fledermaus/Vampir-Flug" gesehen. Ob den die Show gebraucht hat ist fraglich, aber nett ist er allemal. Ein bisschen "Spiderman-Action" muss anscheinend heutzutage sein :)
Kommen wir noch kurz zum Rest der Besetzung...
Fernand Delosch als Chagal - eine Wohltat. Ich persönlich finde James Sbano lässt etwas nach, auch wenn er den Wirten sehr gut spielt, man versteht kein Wort. Delosch kann mit Sbano locker mithalten, er ist nicht so eingerostet und bringt frischen Wind.
Melanie Ortner gefällt mir als Magda sehr gut. Marjan Shaki und Lukas Perman werden immer besser. Vor allem Shaki gibt ihrer Rolle noch neue Dimensionen. Ich bewundere es sehr, wenn man eine Rolle so lange gespielt hat, jeden Abend - und trotzdem nicht an Qualität verliert, sondern seine Leistung noch einmal steigert. Man geht wahrscheinlich noch tiefer in den Charakter hinein, um sein Spiel noch zu verfeinern, doch die Gefahr nachzulassen besteht immer. Bei Perman und Shaki, sowie auch Katharina Dorian, Marc Liebisch und Thomas Weissengruber ist das nicht der Fall. Gernot Kranner jedoch spielt zwar den Professor wie eh und je, kann aber in puncto Ausdruck nicht mehr ganz überzeugen. Würde ich den Text nicht kennen, ich wüsste manchmal nicht, von was er denn singt. Ich finde das etwas schade, denn gerade auch die Lyrics sind oft sehr lustig.
Zum Schluss gibt es noch zu sagen...das Carpe Noctem Solo ist zwar gestern etwas besser gewesen als sonst, aber trotzdem immer noch katastrophal - den Sängern geht immer die Luft aus, sie stützen nicht und ihre Töne klingen schief und irgendwie abgewürgt. Ein kleines Trauerspiel, das Gänsehaut aus dem falschen Grund erzeugt. Schade, das muss eigentlich nicht sein.
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- Drew Sarich bei den Proben zu Tanz der Vampire
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Samstag, 19. Februar 2011
...
Ich bin eine schlechte Bloggerin und werde auch noch ein, zwei Wochen eine schlechte sein. Im Moment kommt einfach alles zusammen - wie immer. Arbeit am Theater, eine wichtige Arbeit für die Uni, etc. etc. Fakt ist, mir bleibt keine Zeit für Theaterbesuche und Bloggen - und zu vielem anderen auch nicht.
Gestern war ich allerdings seit Ewigkeiten wieder einmal in Tanz der Vampire. Um Drew Sarich und die "neue" Cast zu sehen - wer hat nicht gespielt? Drew Sarich. Naja, vielleicht werde ich es nächste Woche noch einmal versuchen...
Robert D. Marx durfte gestern Krolock sein und das habe ich mir durchaus sehr interessant vorgestellt. Stimmlich einwandfrei. Er spielt sehr viel mit seiner Mimik und spricht auch einige Textpassagen, die bei manchen eher gesungen werden - gar nicht schlecht. Das einzige was mir ich vermisse ist Bühnenpräsenz. Es fehlt einfach etwas. Er ist keine "Erscheinung" wie es Krolock sein sollte. Das "Übersinnliche", "Erhabene" geht mir bei ihm ab, er ist mit den anderen eher auf gleicher Ebene und vermenschlicht die Rolle sehr - was auch ganz gut sein kann, aber hier nicht immer passt. Grundsätzlich hat Marx seine Sache doch sehr gut gemacht, seine angereiste Fan-Schar hat es ihm mit Stofftieren und lautem Kreischen gedankt...
Bald bin ich zurück und starte in einen hoffentlich Musical-reichen Frühling!
Liebe Grüße!
Gestern war ich allerdings seit Ewigkeiten wieder einmal in Tanz der Vampire. Um Drew Sarich und die "neue" Cast zu sehen - wer hat nicht gespielt? Drew Sarich. Naja, vielleicht werde ich es nächste Woche noch einmal versuchen...
Robert D. Marx durfte gestern Krolock sein und das habe ich mir durchaus sehr interessant vorgestellt. Stimmlich einwandfrei. Er spielt sehr viel mit seiner Mimik und spricht auch einige Textpassagen, die bei manchen eher gesungen werden - gar nicht schlecht. Das einzige was mir ich vermisse ist Bühnenpräsenz. Es fehlt einfach etwas. Er ist keine "Erscheinung" wie es Krolock sein sollte. Das "Übersinnliche", "Erhabene" geht mir bei ihm ab, er ist mit den anderen eher auf gleicher Ebene und vermenschlicht die Rolle sehr - was auch ganz gut sein kann, aber hier nicht immer passt. Grundsätzlich hat Marx seine Sache doch sehr gut gemacht, seine angereiste Fan-Schar hat es ihm mit Stofftieren und lautem Kreischen gedankt...
Bald bin ich zurück und starte in einen hoffentlich Musical-reichen Frühling!
Liebe Grüße!
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Julia
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Montag, 20. Dezember 2010
Musical Christmas 2010
Spät aber doch habe ich es dieses Jahr zum mittlerweile traditionellen Weihnachtskonzert der VBW geschafft und das eine Woche vor Heilig Abend. Eigentlich sollte ich schon längst in richtiger Weihnachtsstimmung sein, denn jedes Jahr nehme ich mir vor den Advent so richtig zu zelebrieren. Studium und Arbeit stellen sich da gerne quer und so versuche ich zumindest die paar wenigen freien Stunden in der Weihnachtszeit zu genießen - mit Punsch, einer netten Christmas-CD oder eben auch einem Weihnachtskonzert. Am Samstag war ich allerdings alles andere als in Weihnachtsstimmung, ich kam von einem Theater – von der Arbeit - ins andere, das Ronacher, und war müde und etwas angespannt…jetzt war es an den Künstlern der VBW Weihnachten in mich einkehren zu lassen. Kurz: Sie haben es geschafft. Das Musical Christmas Konzert war dieses Jahr wieder einen Besuch wert.
Das Konzert hat allerdings mit einigen Stolpersteinen begonnen, der erste Akt kam irgendwie nicht ganz ins „Fließen“. Die stimmungsvolle Einführung („First Noel“) des auf der Bühne versammelten Orchesters wurde leider mit einem von Uwe Kröger sehr merkwürdig vorgetragenen Gedicht ein wenig zerstört. Schade. Carin Filipcic konnte mit „The Christmas Song“ den kurzen Abfall des Stimmungsaufbaus retten und überzeugte den ganzen Abend hindurch mit ihrer warmen, kräftigen Stimme. Sei es nun bei „Cantique de Noël“ oder dem in einwandfreiem Schwedisch vorgetragenen „Gabriella’s Sång“ aus Wie im Himmel. Filipcic hat einfach das gewisse Etwas. Sie singt mit wunderbarem Gefühl und viel Tiefgang – es ist immer eine Freude sie auf der Bühne zu sehen.
Als nächstes trat Musical Christmas-Neuzugang Rasmus Borkowski auf die Bühne des Ronachers. „Driving Home For Christmas“ ist ein Song der zur Langeweile neigt. Ich hab ihn ganz gerne, aber diesen doch etwas eintönigen Song alleine auf einem „Sesserl“ vor einem riesig großen Orchester zu singen ist eine Herausforderung. Borkowski hat sie gut gemeistert, allerdings gab es schon Momente, in denen der Song knapp über der Langeweile schwebte.
Es folgte „When Christmas Comes To Town” aus Polarexpress, einem Film, der vor allem mit seinem Soundtrack verzaubert. Von Dennis Kozelzuh (Regie) nett inszeniert: zwei Frauen, arm und reich, besinnen sich auf den Spirit of Christmas. Das Kostüm von Caroline Vasicek durfte man allerdings nicht beachten, was soll das gewesen sein? Ein violettes Wichtel-Nonnen-Ensemble mit schlechtem Schnitt und lächerlicher Mütze. Wenn schon arm, dann bitte ordentliche Lumpen! Da hätte man sich mehr einfallen lassen können. Auch bei der Bühne gab es einige Mankos. Komische Würfel sollten einen neuen Dreh in Tannenbaum & Co. bringen, leider wirkte das aber eher steril und uninspiriert. Richtig kitschige Weihnachtsdeko und ein großer Christbaum – das hätte ich mir gewünscht…was für ein Glück, dass wenigstens der „Vampir-Mond“ so gut gepasst hat.
Kommen wir zum Streitpunkt: Uwe Kröger. Er kann einem ja leidtun, der Uwe. Er geht und benimmt sich als hätte er einen Stock im - bitte entschuldigt die Wortwahl - Arsch. Unlocker und steif stolziert er herum. Seine Hochblüte ist vorbei und er scheint es jetzt auch endlich gemerkt zu haben. Ständig schummelt er sich über schwierige Töne hinweg, doch man merkt auch seine Unsicherheit. Doch es gibt auch gute Momente. Jene Momente, in denen er sich mal locker zeigt, sich einmal nicht selbst von außen betrachtet und einfach nur ist. Dann klingt seine Stimme auch besser, nicht verkrampft und der alte Uwe strahlt ein wenig hervor. Viel zu selten aber lässt er sich einfach gehen.
Nett auch „Santa vs. Christkind“, spritzig vorgetragen von Caroline Vasicek und Rasmus Borkowski. Es war etwas Anderes und schon deswegen besonders, da es von einem Orchestermitglied geschrieben wurde. Allerdings wollte es vielleicht einen Tick zu viel.
Meine Highlights des ersten Aktes waren aber „Koppången“ von Wietske van Tongeren (sehr stimmungsvoll – passend auch der „Schleiertanz“ des Ensembles), „Who Would Imagine A King“ von Caroline Vasicek (ihre sanfte angenehme Stimme kam hier gut zur Geltung) und das Amerikanische Weihnachtsmedley, mit dem es in die Pause ging. Hier wurde es zum ersten Mal besinnlich und gegen Ende richtig schwungvoll. Dass „Grandma Got Run Over By A Reindeer“ ins Medley aufgenommen wurde, war erfrischend anders und wurde auch sehr humorvoll interpretiert. Die Lieder sind gut ineinander übergegangen und die Arrangements können nur gelobt werden. Die Musik erfüllte den ganzen Raum und das Orchester konnte sich von seiner besten Seite zeigen.
Der zweite Teil des Konzerts war für mich ein einziger Genuss. Fröhliche Weihnacht überall, könnte man auch sagen. Eröffnet wurde mit dem großartigen „Polar Express“. Dennis Kozeluh hat sich die Rolle des Schaffners in den letzten Jahren einverleibt und performte einwandfrei. Sein „Do You Hear What I Hear?“ war nicht nur sehr imposant, sondern vor allem eindringlich und schön „christmassy“.
Krögers "Herzwunschliste" ist so gar nicht mein Fall. „My Grown Up Christmas List“ ist eines der schönsten Weihnachtslieder, David Foster hat es einfach drauf tolle Songs zu schreiben, aber der deutsche Text ist einfach nur letztklassig - unsinnig und schlecht gereimt. Katastrophal! Nett allerdings das Kinderfoto von Klein-Uwe und Geschwister vor dem geschmückten Christbaum...
Wie jedes Jahr gab es auch eine A cappella-Nummer. „Es wird scho glei dumpa“ war nicht nur schön anzuhören weil es wunderbar performt wurde, sondern auch weil es durch und durch österreichisch ist und das lässt mir genau wie „Stille Nacht“ (Zugabe) schon das Herz aufgehen.
„Cantique de Noël“ von Carin Filipcic und Wietske van Tongeren schaffte es ebenfalls zu einem Höhepunkt. Ihre Stimmen harmonieren so gut (auch mit Vasicek, da alle sehr warme, „weihnachtliche“ Stimmen haben) und die Freundschaft der beiden wurde spürbar und machte das Lied noch schöner. Mit einem flotten „It’s Beginning To Look A Lot Like Christmas“ ging es schon langsam dem Ende zu. Ein deutsches Weihnachtsmedley durfte natürlich auch nicht fehlen, bevor es zum vorletzten Song des Abends kam - „War is over“.
Zwischendurch wurde das Programm immer wieder durch Weihnachtsgedichte und -geschichten gewürzt, „A Christmas Carol“ von Charles Dickens wurde für mich zu einem wahren Highlight des Abends. Rasmus Borkowski als Märchenonkel, sehr empfehlenswert! Die Geschichte wurde durch ihn zum Leben erweckt – mit Hilfe von zwei Weihnachtselfen (sehr lustig: Christian Petru und Anna Knott). Pures Weihnachtsvergnügen!
Die wenigen Zwischentexte, die sonst noch als Verbindungselemente dienen sollten, waren zwar manchmal selbstironisch (Uwe Kröger) und ganz okay, aber meistens eher holprig und mit unlustigen Witzchen versehen. Da hätte sich Dennis Kozeluh wirklich mehr einfallen lassen können. Auch das Ensemble hätte vielleicht noch mehr zeigen können, als auf der Bühne „herumzuwichteln“, was ganz nett war, aber nicht mehr. Mehr (und anspruchsvollere) Tanzszenen hätten dem Konzert wahrscheinlich gut getan.
Alles in allem war es aber – dank des überaus gelungenen zweiten Aktes – ein schönes Weihnachtskonzert. Ich habe das Ronacher mit Weihnachtsfreuden verlassen – was gibt es Schöneres?! So soll es doch sein.
Achja, das im Programm angekündigte "Großer Herr, o starker König/ Ach mein herzliebes Jesulein!" wurde leider ausgelassen...
Achja, das im Programm angekündigte "Großer Herr, o starker König/ Ach mein herzliebes Jesulein!" wurde leider ausgelassen...
Für alle, die es dieses Jahr nicht zu Musical Christmas geschafft haben, die neue CD ist durchaus gelungen. Uwe Kröger klingt hier außerdem viel besser. Dank an die Technik von heute! „A Musical Christmas“ ist definitiv eine Investition wert.
*Image via
Links:
- Musical Christmas, VBW
- Review bei Musical Musing
- Review bei Kultur Channel
Anspieltipp:
"Koppången" gesungen von Helen Sjöholm (bekannt aus Wie im Himmel und Kristina från Duvemåla)
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- Review bei Musical Musing
- Review bei Kultur Channel
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"Koppången" gesungen von Helen Sjöholm (bekannt aus Wie im Himmel und Kristina från Duvemåla)
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Julia
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Mittwoch, 3. November 2010
Zur Lage der VBW...
Rar ist es in letzter Zeit um Einträge geworden und das liegt nicht nur an meiner fehlenden Zeit. Viel tut sich im Moment in musicalischer Hinsicht nicht. Hie und da tröpfeln Meldungen herein, einige interessant und Freude bringend, andere, die zum Kopfschütteln anregen – wie die letzte, die mich erreicht hat…
Das Ende für Tanz der Vampire in Wien steht fest. Im Juni ist es soweit und die Vampire haben ausgetanzt – zumindest bis zum nächsten Jubiläum! Die „Überraschungsbotschaft“ des letzten Monats meldete einen Castwechsel an und gespannt warten wir nun auf Drew Sarich' erste Vorstellung als Graf Krolock. Ich habe mich letzte Woche von Thomas Borchert als Vampir „verabschiedet“ und nochmal seine „Unstillbare Gier“ in mich aufgesogen. Er hat die Rolle für sich wirklich perfektioniert – von der Überheblichkeit (und dem Augenrollen) bis hin zu den Zweifeln und Unsicherheiten des Grafen. Mit Drew Sarich wird nun sicher ein anderer Schwung in die Sache kommen. Wie legt er die Rolle an? Was passiert mit dem Stück dadurch? Erscheint der Vampirgraf nun als direkter Konkurrent zu Alfred, weil sich der Altersunterschied etwas ändert? etc. Ab 6. November werden wir es erfahren…
Während im Raimund Theater die Matrosen weiterhin ihrem Treiben nachgehen, arbeitet man bei den VBW schon an der nächsten Premiere. Kommen wir zur Meldung, die Kopfschütteln hervorruft… „Sister Act“ heißt die Nachfolgeproduktion im Ronacher. An sich nicht schlecht - eine relativ neue Show mit Potential – wenn nicht Stage Entertainment vorher schon Fingerabdrücke hinterlassen hätte… In Hamburg wird nämlich schon Anfang Dezember Premiere gefeiert. Innovativ ist also etwas Anderes. Da es bei IWNNINY schon so gut geklappt hat, wird gleich eine weitere Koproduktion ins Rennen geworfen. Wien hat in seinen großen Musicaltheatern also zwei eingekaufte Produktionen am Start – natürlich gibt es kleine Änderungen für uns Ösis, bei den VBW wird dann aber das Etikett „komplett neue Show“ aufgeklebt. Hmm…
Wo sind sie hin die Zeiten, in denen man noch kreativ wurde und den Mut hatte, Neues auf die Bühne zu bringen? Geld oder Leben heißt es – und anscheinend sind den VBW die Vampire zu Kopf gestiegen, denn die unstillbare Gier dürfte um sich gegriffen haben. Nach „The Producers“, „Rudolf“ und „Frühlings Erwachen“ scheint es nur noch Feiglinge zu geben, die dem großen Bruder Deutschland nachfolgen müssen. Wo sind die Zeiten, in denen Wien als Musicalmetropole nach New York und London genannt wurde? Vergessen. In Wahrheit ist es einfach nur traurig...
In puncto Innovation und Mut bleiben uns also „nur“ die kleinen Theater über. Hier gibt es einige, die wirklich etwas zu bieten haben. Hier geht es nicht ums Geld, denn auf die Schnelle wird auch mal aus der eigenen Tasche finanziert, auch wenn es sich nicht rentiert. Es geht um Kreativität, die Freude am Theater, an tollen Stücken, Musik… Sei es nun z.B. das großartige „Over The Threshold“ des Vienna Theatre Project im Theater Drachengasse oder die wunderbare, einfache „Cabaret“-Produktion von Sobotka in den Kammerspielen. Schätze, auf die man achten sollte. Auch die Volksoper, als großes Haus, bietet gute Alternativen – frische Inszenierungen von alten Klassikern. Klassisch, aber clever gemacht. Ein Pflaster auf der etwas leidenden österreichischen Musicalseele…
Mit der Nachfolgeproduktion von IWNNINY könnten sich die VBW vor dem neuen Image noch retten, was und wann das sein wird und ob wirklich wieder in die richtige Richtung gearbeitet wird, bleibt vorerst ein Rätsel…
Meinungen zum Thema:
- Musical Musing
- Musikalitis
- Kultur-Channel
- Pressemeldung VBW
Das Ende für Tanz der Vampire in Wien steht fest. Im Juni ist es soweit und die Vampire haben ausgetanzt – zumindest bis zum nächsten Jubiläum! Die „Überraschungsbotschaft“ des letzten Monats meldete einen Castwechsel an und gespannt warten wir nun auf Drew Sarich' erste Vorstellung als Graf Krolock. Ich habe mich letzte Woche von Thomas Borchert als Vampir „verabschiedet“ und nochmal seine „Unstillbare Gier“ in mich aufgesogen. Er hat die Rolle für sich wirklich perfektioniert – von der Überheblichkeit (und dem Augenrollen) bis hin zu den Zweifeln und Unsicherheiten des Grafen. Mit Drew Sarich wird nun sicher ein anderer Schwung in die Sache kommen. Wie legt er die Rolle an? Was passiert mit dem Stück dadurch? Erscheint der Vampirgraf nun als direkter Konkurrent zu Alfred, weil sich der Altersunterschied etwas ändert? etc. Ab 6. November werden wir es erfahren…
Während im Raimund Theater die Matrosen weiterhin ihrem Treiben nachgehen, arbeitet man bei den VBW schon an der nächsten Premiere. Kommen wir zur Meldung, die Kopfschütteln hervorruft… „Sister Act“ heißt die Nachfolgeproduktion im Ronacher. An sich nicht schlecht - eine relativ neue Show mit Potential – wenn nicht Stage Entertainment vorher schon Fingerabdrücke hinterlassen hätte… In Hamburg wird nämlich schon Anfang Dezember Premiere gefeiert. Innovativ ist also etwas Anderes. Da es bei IWNNINY schon so gut geklappt hat, wird gleich eine weitere Koproduktion ins Rennen geworfen. Wien hat in seinen großen Musicaltheatern also zwei eingekaufte Produktionen am Start – natürlich gibt es kleine Änderungen für uns Ösis, bei den VBW wird dann aber das Etikett „komplett neue Show“ aufgeklebt. Hmm…
Wo sind sie hin die Zeiten, in denen man noch kreativ wurde und den Mut hatte, Neues auf die Bühne zu bringen? Geld oder Leben heißt es – und anscheinend sind den VBW die Vampire zu Kopf gestiegen, denn die unstillbare Gier dürfte um sich gegriffen haben. Nach „The Producers“, „Rudolf“ und „Frühlings Erwachen“ scheint es nur noch Feiglinge zu geben, die dem großen Bruder Deutschland nachfolgen müssen. Wo sind die Zeiten, in denen Wien als Musicalmetropole nach New York und London genannt wurde? Vergessen. In Wahrheit ist es einfach nur traurig...
In puncto Innovation und Mut bleiben uns also „nur“ die kleinen Theater über. Hier gibt es einige, die wirklich etwas zu bieten haben. Hier geht es nicht ums Geld, denn auf die Schnelle wird auch mal aus der eigenen Tasche finanziert, auch wenn es sich nicht rentiert. Es geht um Kreativität, die Freude am Theater, an tollen Stücken, Musik… Sei es nun z.B. das großartige „Over The Threshold“ des Vienna Theatre Project im Theater Drachengasse oder die wunderbare, einfache „Cabaret“-Produktion von Sobotka in den Kammerspielen. Schätze, auf die man achten sollte. Auch die Volksoper, als großes Haus, bietet gute Alternativen – frische Inszenierungen von alten Klassikern. Klassisch, aber clever gemacht. Ein Pflaster auf der etwas leidenden österreichischen Musicalseele…
Mit der Nachfolgeproduktion von IWNNINY könnten sich die VBW vor dem neuen Image noch retten, was und wann das sein wird und ob wirklich wieder in die richtige Richtung gearbeitet wird, bleibt vorerst ein Rätsel…
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Samstag, 9. Oktober 2010
Musical Meets Opera
Fast eine Woche später finde ich erst Zeit über dieses (überraschend) interessante und unterhaltsame Event zu berichten. Gute Unterhaltung um wenig Geld (6 Euro Musicalclub-Preis bzw. 12 Euro regulär) - pures Vergnügen! Im Vorhinein war nicht wirklich klar, was man erwarten konnte - vielleicht Opernstars singen Musicals und umgekehrt, dann wiederum stand in der Ankündigung „Zu Gast bei den Vampiren“, was auch mehrdeutig ausgelegt werden konnte. Ich konnte meine Erwartungen nicht konkretisieren und habe diese Veranstalung relativ unvoreingenommen besucht. Das Ronacher war bis oben hin gefüllt mit Staatsopern Freunden, Musicalfans und Schulklassen – eine lustige Mischung, zumal das Publikum auch in jeweilige Blöcke eingeteilt wurde. Rechts die Musicalclubmitglieder, links die Freunde der Staatsoper und in den Rängen die Schüler (oder so ähnlich). Wenn man schon bei den Vampiren zu Gast ist, so hatte der Vormittag natürlich einen Musicalschwerpunkt, speziell "Tanz der Vampire" stand im Zentrum. „Koukol“ brachte die Darsteller auf die Bühne und lockerte die Atmosphäre gleich zu Beginn.
Zu allererst möchte ich den Moderator erwähnen – Thomas Dänemark. Einen so engagierten und begeisterten Moderator habe ich lange nicht gesehen. An Dänemarks Ausstrahlung merkte man, dass er Spaß an seiner Arbeit hat. Er wirkte interessiert, führte gute Kurzinterviews mit den Darstellern und Dramaturg Peter Back-Vega (dieses vielleicht ums Kennen zu lang), zeigte sich hie und da ironisch und schreckte nicht davor zurück, sich kurzzeitig selbst zum Affen – ähm, Vampir – zu machen. Überaus charmant und informiert führt er durch die zwei kurzweiligen Stunden.
Vor der Vampir-Kulisse bekamen die Zuschauer neben persönlichen Interviews auch gesangliche Kostproben geboten. Im letzten Teil der Show vereinigten sich dann Oper und Musical und man konnte erleben, was passiert, wenn Operndarsteller „Totale Finsternis“ singen. Ab und zu wurde „Tanz der Vampire“ mit Mozarts „Don Giovanni“ verglichen – Klangbeispiele inklusive. Hier wollte man nicht zu viel, sondern einigte sich auf kurze Vergleiche, was ich als angenehm und sehr interessant empfunden habe.
Tja, das Highlight waren neben den Darstellerinterviews, das wunderbar komische Duett „Wenn Liebe in dir ist“ ohne Kostüm und mit getauschten Rollen. Meine Hochachtung an Lukas Perman und Marc Liebisch! Perman würde gar nicht mal einen schlechten Herbert abgeben. Was mir außerdem sehr gefallen hat war, dass die Darsteller sehr natürlich und locker waren. Sie plauderten fröhlich drauf los, machten Scherze und erzählten von ihren Bühnen-Hoppalas. Wenn man die eine oder andere Geschichte vielleicht schon kannte, es ist doch immer wieder amüsant sie zu hören.
Dazwischen gab es noch ein paar Videos, wie z.B. über die Verwandlung von Marc Liebisch in Herbert von Krolock und eine Verkostung von Theaterblut (leider nicht für das Publikum). Ein gut verbrachter Theatervormittag, von dem man sagen kann, dass man für sein gezahltes Geld, mehr Leistung bekommen hat, als vielleicht ursprünglich erwartet.
Eine Wiederholung mit neuer Besetzung ist wünschenswert. In ihrer Abschlussrede kündigte Intendantin Kathrin Zechner eine Zusammenarbeit mit Moderator Thomas Dänemark an, bei einem Weihnachtskonzert der Zukunft. Ob dieses kleine Versprechen wirklich eingelöst wird, bleibt offen. Ich hoffe es doch, denn Herr Dänemark hat seine Sache gut gemacht, in dem er nie zu viel und auch nicht zu wenig geredet hat…eine Gabe, die nicht jeder Moderator besitzt :) Link:
- youtube - Marc Liebisch & Lukas Perman: "Wenn Liebe in dir ist" in getauschten Rollen
- Information zum Event - VBW
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Montag, 28. Juni 2010
The Rhythm of Life - Musical Forever 2 im Ronacher
Ein Abend mit Musikbeispielen aus 23 Jahren Caspar Richter bei den VBW, so könnte man das gestrige Abschiedskonzert für den Musikalischen Direktor auch bezeichnen. Es war ein Konzert mit Eindrücken aus jenen Musicals, die der Dirigent über all die Jahre begleitet hat, gespickt mit „musicalischen“ Stücken, die Caspar Richter abseits der VBW ins Herz geschlossen hat. Warum ich hier von Musikbeispielen rede hat einen Grund, denn gekürzt wurde an allen Ecken und Enden. Ein Abend dieser Art kann nicht ALLES bringen, er muss es auch nicht, hat es auch nicht. Ob es allerdings eine gute Idee war einfach große (und wichtige) Teile einzelner Songs ganz herauszunehmen, anstatt wirklich nur Ausgewähltes zu präsentieren ist fraglich. Der Großteil des Publikums erwartet sich wahrscheinlich "musicalische Gassenhauer“ und mit diesem Konzept wurde der Wunsch sicher auch bedient. Für mich hieß dies aber auch, dass wenig Gefühl und Stimmung in den einzelnen Darbietungen entstehen konnte. Es wurde einfach ein „Hit“ nach dem anderen herunter gesungen, teilweise auch ineinander übergehend - es fühlte sich oft wie "heruntergespult" an. Naja, vielleicht nicht immer Hits, denn auch bei der Songauswahl haperte es ab und zu. „Golf“ aus Rebecca und „Die Welt ist völlig irr“ aus Jekyll & Hyde? Da wären mir bessere Nummern eingefallen - auch abseits der „Altgekannten“… Für das „Heruntersingen“ trifft die Künstler jedenfalls keine Schuld, denn diese haben mich allesamt wieder einmal beeindruckt – angefangen von Rob Fowler, über Lisa Antoni bis zur großartigen Carin Filipcic. Ihren Performances hat an nichts gemangelt, doch leider hatten sie nicht genug Zeit die Songs voll und ganz auszukosten. Von Anfang bis Ende. Jeden Ton, jedes Wort.
Krass der Gegensatz zu den durchgesungenen Nummern, die einfach eine ganz andere Wirkung hinterließen. Vor allem „A World of Wonder“ aus Sophie’s World blieb mir nachhaltig in Erinnerung. Wundervoll interpretiert von Marjan Shaki, die mit viel Gefühl den eher unbekannteren Song performte. Ein Song der ins Herz ging.
Als Rechtfertigung dieser Art von Präsentation fällt mir nur ein, dass es ein Abend war, um Caspar Richter zu huldigen und ihn in seine neue Aufgabe zu entlassen. Zu diesem Zweck hat man also Erinnerungen heraufbeschwört. Melodien aus all den Jahren, aus Musicals die uns allen ans Herz gewachsen sind. Es ging um die Person und sein Orchester, die Songs sollten nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen. Wenn man das gestrige Konzert aus diesem Blickwinkel betrachtet, kann man sich mit dem etwas abstrusen Konzept abfinden.
Die Schmankerln des Abends waren für mich vor allem die Songs, die in ihrer vollen Länge präsentiert wurden. Dazu gehörten für mich „I love a piano“ (Thomas Borchert), „Gethsemane“ (Rob Fowler), "Gabriella’s Song" (Carin Filipcic und Ensemble), „Das Phantom der Oper“ (Borchert, Antoni - ein Song der mir normalerweise leicht auf die Nerven gehen kann, nicht bei dieser Performance), „I can cook too“ (Carin Filpcic) und das großartige „Rhythm of Life“ aus Sweet Charity, ein Song der mich bis jetzt als Ohrwurm verfolgt. Aber auch das altbekannte "Conga" aus Bernstein's Wonderful Town mit Publikumseinlage darf man nicht vergessen.
Ein paar der „Collagen“-Songs hatten es ebenfalls in sich. Manche aufgrund der „anderen“ Auswahl, manche aufgrund der Künstler. Hier zählen u.a. „Der doppelte Schwur“ (Fowler, Borchert), „Gold von den Sternen“ (Filipcic), „Ohne Sie“ (Shaki, Perman),„Ich hab geträumt von Manderley“ und „Rebecca“ (Antoni, Filipcic). Wirklich schön.
Eine besonders nette Darbietung war auch „Totale Finsternis“, mit Lachkrampf und überraschendem Ende. Herrlich erfrischend!
Traurig war, wie „Rudolf“ in die Ecke verbannt wurde. Es wurde wie ein Stiefkind behandelt. „Du hast dich nicht ordentlich benommen, jetzt stell dich in die Ecke und komm nie wieder raus“, so könnte man das vielleicht auch ausdrücken. Traurig, wirklich traurig. Es scheint, als würden die VBW dieses Musical aufgrund des fehlenden Erfolgs, nicht mehr „sehen“. Es hat wunderbare Lieder und wurde viel zu wenig bedacht. Ein kurzer Walzerschritt und ein gekürztes „Vertrau in uns“ war alles. Schade.
Musicals wie "Wake Up" und "Barbarella" hat man gleich ignoriert, "Chicago" und "The Producers" auch eher abgeschoben.
Auch was die Anmoderation betrifft, hatte Rudolf keine guten Karten. Peter Fröhlich, derzeit in IWNNINY auf der Bühne, übernahm die Moderation des Konzerts und erfüllte diese Aufgabe eigentlich auch ganz gut. Ein paar Kommentare hätte er sich aber sparen können, da mehr als unpassend. An manchen Stellen etwas zu lang und zu ausschweifend, aber doch charmant und herzlich führte er durch den Abend.
Zu den Künstlern muss ich eigentlich nicht viel sagen, sind sie uns in Wien über die Jahre bekannt. Erfrischend anders allerdings, dass einmal kein Uwe Kröger auf der Bühne stand…
Lisa Antoni hat abseits von Rudolf bewiesen was sie auf dem Kasten hat. Beeindruckend. Ebenso Marjan Shaki und Carin Filipcic, die beide mit viel Gefühl und Freude performt haben. Es ist auch immer schön (bei onzerten) ein wenig mehr Mensch als Rolle zu sehen.
Auch die Herren waren eine sympathische kleine Truppe :) Rob Fowler wirkte zunächst zwar etwas steif und unsicher, aber der Mann hat eine Stimme, da bleibt einem der Mund offen. Auch Lukas Perman konnte überzeugen und zu Thomas Borchert muss ich eigentlich nichts mehr sagen. Er stellt sich hin und singt, konzentriert, mit gutem Ausdruck und großartiger Stimme. Nie verspürt man Angst er könnte einen falschen Ton singen. Das Ensemble führt meist in die „Collagen“ ein und war bemüht die richtige Stimmung aufkommen zu lassen. Sie hatten es dabei schwer, gaben aber ihr Bestes und waren mit viel Freude bei der Sache. Mit dabei: Daniela Harbauer, Martin Planz, Nina Weiss, Esther Mink, Barbara Obermeier, Fernand Delosch, Kai Hüsgen und Max Niemeyer. Die Choreographie stammte übrigens von Jérôme Knols. Sie hat ihren Zweck erfüllt, war nicht unbedingt herausragend, aber gut auf den kleinen Raum zugeschnitten und hat funktioniert.
Am Schluss durften natürlich die Reden und Ehrungen nicht fehlen. Kathrin Zechner ließ es sich nicht nehmen des Öfteren auf ihre Probleme mit Richter zu sprechen zu kommen, letzten Endes kam dann aber doch eine nette, freundschaftliche Rede heraus.
Es war ein Abend, der trotz vieler „Fragmente“ Spaß gemacht und Freude verbreitet hat. Die Künstler hatten Spaß, das Publikum auch. Nicht zuletzt weil unter den Zuschauern viele Künstler waren. Viele, die sich kennen, die Caspar Richter kennen und mit ihm zusammen gearbeitet haben. Ein schönes Gefühl. Ein durchaus gelungenes „Tribute“ für einen großartigen musikalischen Direktor und Dirigenten. Jetzt der erste Ehrendirigent der Vereinigten Bühnen Wien.
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Dienstag, 22. Juni 2010
Musicalsommer
Der Sommer ist ja für das Genre Musical eine gute Zeit, allerdings eher in Form eines Musicalfestivals oder Festspielen, aber auch einige Stadttheater geben nicht auf und wollen Publikum auch in dieser Jahreszeit anlocken, so bietet auch das Stadttheater Klagenfurt 2010 einen Musicalsommer an. Die Wörtherseebühne hat ja ihr Musical-Programm eingestellt. Gott sei Dank! Es ist zwar eine wunderschöne Bühne, aber die Produktionen waren leider (meistens) extrem schlecht.
27. Juni: Musical Forever 2, Ronacher - Verabschiedung Caspar Richter
7.-9. Juli: kurzer Musicaltrip nach London
Ende Juli: Sweeney Todd & Singin' in the Rain, Stadttheater Klagenfurt
5. August: 3 Musketiere, Felsenbühne Staatz
[6. August: Romeo und Julia, Shakespeare auf der Rosenburg
Mitte August: Salzburger Festspiele]
...vielleicht quetsche ich auch noch "The Full Monty" in Amstetten und "Broadway Melody" im Stadttheater Klagenfurt hinein - wird sich zeigen :)
*Images via & via
Meine Pläne:
27. Juni: Musical Forever 2, Ronacher - Verabschiedung Caspar Richter
7.-9. Juli: kurzer Musicaltrip nach London
Ende Juli: Sweeney Todd & Singin' in the Rain, Stadttheater Klagenfurt
5. August: 3 Musketiere, Felsenbühne Staatz
[6. August: Romeo und Julia, Shakespeare auf der Rosenburg
Mitte August: Salzburger Festspiele]
...vielleicht quetsche ich auch noch "The Full Monty" in Amstetten und "Broadway Melody" im Stadttheater Klagenfurt hinein - wird sich zeigen :)
- Stuart Ostrow: The Anatomy of a Broadway Musical
- Sharon Wheatley (u.a. Avenue Q): 'til the fat girl sings. From an Overweight Nobody to a Broadway Somebody - A Memoir
- Friedrich Kurz: Der Musical-Mann. Ein steiler Aufstieg, ein tiefer Fall und eine Begegnung mit Gott, die alles veränderte.
It's Only Life - A new musical revue (John Bucchino) - wäre auch etwas für die "An evening without..."-Reihe- Memphis - A new musical. Das Broadway Cast Album des Tony-Abräumers.
- Promises, Promises. Sean Hayes und Kristin Chenoweth für zu Hause und den Urlaub.
- The Wild Party - Andrew Lippa. Eine CD, die schon lange auf meinem Wunschzettel steht.
- ...und was mir sonst noch in die Hände fällt :)
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Julia
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Samstag, 20. März 2010
Vampire und Musketiere
Heute war ich in Tanz der Vampire...nicht nur weil ich es wieder einmal sehen wollte, sondern auch weil ich unbedingt Sebastian Smulders als Alfred erleben wollte.
Man kann sagen was man will, dieses Musical ist einfach immer wieder gut. Die Musik ist fantasisch und wenn auch die Ronacher-Version ein wenig abgemagert daherkommt, sie ist trotzdem gut. Sebastian Smulders verleiht Alfred noch eine Portion mehr Unschuldigkeit und überzeugt mit seinem Schauspiel voll und ganz. Allein seine Mimik ist genau das richtige Maß an gut und ehrlich gespielt und ein bisschen überspitzt. Stimmlich ist er auch einwandfrei - er hat eine sehr angenehme Stimme, bei den tieferen Passagen ist er sicherer, in den höheren ab und zu ein wenig wackelig unterwegs, aber das kann auch daran liegen, dass er heute zwei Shows gespielt hat. Und wie ich schon einmal erwähnt habe, was mir am besten an ihm gefällt ist, dass man wirklich merkt, wie viel Spaß ihm das Performen macht!
Thomas Borchert und Marjan Shaki halten ihren hohen Standard, wenn sie nicht noch besser geworden sind. Marjan Shaki liegt die Rolle immer mehr und sie spielt die Sarah immer facettenreicher.
Robert D. Marx als Herbert war zuerst etwas ungewohnt für mich, aber er hat seine Sache gut gemacht. Obwohl ich mich ein bisschen davor "fürchte" einen anderen Krolock zu sehen, mich interessiert es schon sehr, wie er den Grafen interpretiert...
Jetzt zu einem anderen Thema...den Musketieren. In Staatz wird, zu meiner großen Freude, diesen Sommer "3 Musketiere" aufgeführt (Österreichische Erstaufführung). Ich habe das Musical noch nie gesehen und werde ganz sicher einen Abstecher zur Felsenbühne unternehmen. Eine sehr junge Besetzung wird das Publikum unterhalten, viele darunter Absolventen oder Studenten des Konservatoriums oder der Performing Arts Studios. Was mich besonders freut: Christof Messner ist als D'Artagnan zu sehen. JA! Hauptrolle - verdient! Endlich! Letztes Jahr Gewinner des MUT-Wettbewerbs und mein Favorit beim Publikumsvoting, dann Mini-Rolle in Stockerau (nicht sehr fordernd, aber naja, jeder fängt klein an) und jetzt Musketier. Ich bin wirklich schon gespannt...HIER ist die ganze Besetzung zu finden - Karten sind bereits erhältlich!
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Julia
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23:57
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